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B E G H I L S T Z

Geldmenge

Unter dem Begriff Geldmenge verstehen Wirtschaftswissenschaftler, vereinfacht gesagt, den in einer Volkswirtschaft vorhandenen Bestand an Geld, der sich nicht bei Banken befindet. Der Umfang der Geldmenge kann auf verschiedene Arten verändert werden. In erster Linie ist die jeweilige Zentralbank dafür zuständig, die Entwicklung der Geldmenge zu beobachten und gemäß den wirtschaftlichen Rahmenbedingungen Einfluss darauf zu nehmen. In der Eurozone ist dies die Europäische Zentralbank (EZB).

Ganz allgemein gibt es verschiedene Konzepte für die Geldmenge, sowohl im Rahmen der Volkswirtschaftslehre als auch bei den unterschiedlichen Zentralbanken. Die Bezeichnung für die Geldmenge sowie die untergeordneten Geldmengen ist zwar immer gleich, sie beginnt jeweils mit einem M (vom englischen Wort „money“ für Geld) und wird gefolgt von einer Zahl, die die jeweilige Untermenge beschreibt. Dabei ist M1 die kleinste Untermenge, während M2 die Untermenge M1 einschließt und darüber hinaus weitere Punkte umfasst; das gleiche gilt für M3.

Gleichzeitig bedeutet eine niedrige Zahl, dass die damit beschriebene Geldmenge besonders nahe an unmittelbaren Transaktionen in der realen Wirtschaft ist. Kurz gesagt: Je kleiner die Zahl ist, desto größer ist die Nähe zu unmittelbaren Transaktionen.

Definitionen der Geldmenge

International gibt es keine einheitliche Definition der Geldmenge. Vielmehr haben die verschiedenen Zentralbanken jeweils eigene Definitionen, die in einzelnen Punkten leicht voneinander abweichen. Im Allgemeinen ähneln sich jedoch die Definitionen, exemplarisch sind hier die von der EZB verwendeten Beschreibungen aufgelistet.

Geldmenge M0

M0 bezeichnet den Bargeldumlauf. Darin enthalten sind sämtliche im Umlauf befindlichen Münzen und Banknoten, die sich außerhalb des Bankensystems befinden. Der Kassenbestand von Geschäftsbanken ist in dieser Definition also nicht enthalten, das Bargeld, das sich außerhalb der Länder der Eurozone im Umlauf befindet, dagegen schon.

Geldmenge M1

Die Geldmenge M1 umfasst, wie oben erläutert, die Menge M0, besteht also aus dem im Umlauf befindlichen Bargeld sowie zusätzlich aus den Sichteinlagen der Nichtbanken. Mit dem Begriff Sichteinlagen werden alle Bankguthaben beschrieben, für die keine bestimmte Laufzeit oder Kündigungsfrist vereinbart wurde. Darunter fallen in erster Linie gewöhnliche Giro oder Tagesgeldkonten und ähnliche Produkte.

Geldmenge M2

In der Geldmenge M2 sind neben den Punkten aus M1 auch Einlagen enthalten, für die eine Laufzeit von bis zu zwei Jahren vereinbart wurde, außerdem alle Einlagen, für die eine gesetzliche Kündigungsfrist von höchstens drei Monaten gilt.

Geldmenge M3

Die Geldmenge M3 schließlich beinhaltet neben M2 alle Anteile an Geldmarktfonds, Bankschuldverschreibungen, Repoverbindlichkeiten und Geldmarktpapieren, die eine Laufzeit von bis zu zwei Jahren haben.

Entwicklung der Geldmenge beeinflusst Inflation

Mit dem Begriff reale Geldmenge wird die nominale und preisbereinigte Geldmenge umschrieben. Die reale Geldmenge lässt sich als Quotient aus Geldmenge und Preisniveau darstellen. Eine der wichtigsten Aufgaben einer Zentralbank ist es, die nominale Geldmenge zu steuern, damit ist die reale Geldmenge variabel. Bestimmt wird sie durch die Nachfrage nach Geld.

Vereinfacht gesagt führt eine Vergrößerung der nominalen Geldmenge dazu, dass die reale Geldmenge ebenfalls größer wird. Dadurch, dass nun mehr Geld vorhanden ist, steigt die Nachfrage nach Dingen, die damit gekauft werden können. Durch die größere Nachfrage werden Produkte und Dienstleistungen teurer, dieser Anstieg des allgemeinen Preisniveaus wird als Inflation bezeichnet. Durch die Inflation nimmt die reale Geldmenge wieder ab.

Bedeutung der Geldmenge für die Volkswirtschaft

Um die Chancen für ein Wachstum der Wirtschaft sowie die Risiken der Inflation bestimmen zu können, ist ein Überblick über die Geldmenge in einer Volkswirtschaft unverzichtbar. Bei einer so genannten Geldlücke ist die nominale Geldmenge zu gering, dadurch wird das Wirtschaftswachstum reduziert. Steigt der Umfang der Geldmenge dagegen stark an, besteht durch die vorhandene Liquidität das Risiko einer hohen Inflation. Die verschiedenen Untermengen sind dabei erfahrungsgemäß wichtige Indikatoren. Während die Entwicklung von M1 als entscheidender Konjunkturindikator gilt, ist die Entwicklung von M3 wichtig für die Inflationsrate.

Entwicklung der Geldmengen M1-M3

Die Entwicklung der Geldmengen M1, M2 und M3 im Zeitverlauf können Sie dem nachfolgenden Diagramm entnehmen:

Entwicklung der Geldmenge M1

Quellen:

  • Deutsche Bundesbank

Entwicklung der Geldmenge M2

Quellen:

  • Deutsche Bundesbank

Entwicklung der Geldmenge M3

Quellen:

  • Deutsche Bundesbank

Entwicklung der Geldmengen M1-M3 im Vergleich

Quellen:

  • Deutsche Bundesbank

Frage & Antworten

Offermanns fragte am 12.08.2015 um 5:04:38

wo kann man die prozentuale Geldmengensteigerung regelmäßig erfahren? MFG O.

  1. Redaktion antwortete am 12.08.2015 um 6:40:34

    Die Bundesbank bietet diesen Service an: https://www.bundesbank.de/Navigation/DE/Statistiken/Zeitreihen_Datenbanken/Makrooekonomische_Zeitreihen/its_details_value_node.html?https=1&https=1&https=1&https=1&tsId=BBK01.TVS301J

Carlo fragte am 21.08.2014 um 9:00:55

Guten Tag, diese Seite ist sehr informativ! Ich habe irgendwo gelesen, dass M1 ein sehr guter Fruehindikator der wirtschaftlichen Taetigkeiten in einer Region sei. Stimmen Sie der These zu und wenn ja, wie und wo kann ich den Verlauf beobachten? Besten Dank und Gruss Carlo

  1. Redaktion antwortete am 5.09.2014 um 13:44:38

    Die Geldmenge M1 erfasst das gesamte, im Umlauf befindliche Bargeld und täglich fällige Sichteinlagen. Über diesen Wert kann grundsätzlich die Liquidität privater bzw. gewerblicher Verbrauchern eingeschätzt werden. Bei sehr zurückhaltenden Investitionen von Unternehmern und Verbrauchern verzeichnet die Wachstumsrate des Geldwertes M1 einen Rückgang. Ob dies aber als Frühindikator verlässlich ist, darauf kann keine Garantie gegeben werden.

Jean-Claude Schmitz fragte am 7.09.2013 um 16:18:20

Guten Tag, was ist denn bei M3 passiert in den paar Jahren kurz vor 2009, als M3 so stark anstieg, und was danach, damit es so abflachte ? beste Grüsse jcs

  1. Redaktion antwortete am 9.09.2013 um 12:36:39

    Danke für den Hinweis. Das war ein Formatierungsfehler in unserer Datenbank, den wir soeben behoben haben. Jetzt verlaufen die Kurven wieder etwas harmonischer.

Reiner Zabel fragte am 3.05.2013 um 20:18:26

Die Kurve für die Geldmenge M3 beginnt bereits 1980 und verläuft erstaunlich kontinuierlich. Welche Staaten wurden denn 1980 bei der Geldmengen-Ermittlung berücksichtigt? Im Laufe der Zeit sind doch weitere Staaten dem Euro beigetreten. Warum erkennt man diese Erweiterungen der Euro-Zone nicht als Sprünge (oder wenigstens zeitweise steilere Anstiege) in der Kurve für die Geldmenge? Grüße Zabel

  1. Redaktion antwortete am 7.05.2013 um 15:39:38

    Dass die Geldmenge M3 seit 1980 kontinuierlich verläuft, liegt einfach daran, dass die nationalen Geldmengenaggregate der EWU-Mitgliedsstaaten in Euro umgerechnet wurden. Beim Eintritt weiterer Staaten in die Euro-Zone sowie für die Zeit vor dem Euro (bis 1999 also) werden Rückrechnungen durchgeführt, um die Geldmenge rückwirkend anzupassen.

Markus Weiß fragte am 11.04.2013 um 11:41:04

Die Geldmengen m1, m2 und m3 sind definiert als Verbindlichkeiten des Bankensektors gegenüber Nichtbanken. Bei der Geldmenge M3 kommen Geldmarktpapiere und Geldmarktfonds hinzu. Außerdem die Repo-Papiere. Frage 1: Der Geldmarkt ist hauptsächlich ein Interbankenmarkt, wo Zentralbankgeld gehandelt wird, welches nicht zu m1-m3 gehört, oder eben Forderungen und Verbindlichkeiten zwischen Banken. Sind dann in m3 nur die Geldmarktforderungen erfasst, die Nichtbanken gekauft haben? Frage 2: Wie und wo können Nichtbanken Repopapiere erwerben, die dann zu M3 gehören. Oder

  1. Redaktion antwortete am 7.05.2013 um 14:39:16

    Zu 1.: In M3 sind auch verbriefte Einlagen von Banken für den Interbankenhandel enthalten. Damit enthält die Geldmenge M3 auch Forderungen, die nur zwischen Geschäftsbanken geltend gemacht werden können und umfasst alle Forderungen innerhalb einer Volkswirtschaft, die als Geld bezeichnet werden. Zu 2.: Repo-Geschäfte sind mit Wertpapieren besicherte Terminausleihungen. Direkte Repo-Geschäfte stehen Nichtbanken nicht zur Verfügung, denn bei Repo-Geschäften handelt es sich um echte Wertpapierpensionsgeschäfte, bei denen Kreditinstitute als Pensionsgeber auftreten.

Julian fragte am 1.01.2013 um 15:54:36

Ich würde gern den Geldmengenzuwachs in Prozent für die Jahre 2008 bis 2012 wissen. (In Deutschland)

  1. Redaktion antwortete am 2.01.2013 um 9:12:36

    Da der Euro ein EU-weites Zahlungsmittel ist und die EZB die Geldmenge misst, ist mit Mühe vielleicht ein deutscher Beitrag zum Geldmengenwachstum auszumachen. Es kann aber kein Geldmengenzuwachs in Prozent nur für Deutschland angegeben werden.

Fondermann fragte am 17.12.2012 um 12:57:17

Sehr geehrte Damen und Herren, wer hat die Definition der Geldmenge i.V.m. der Befristung in M2 und M3 wann fixiert? Die länger laufenden Papiere sind im Verhältnis wie aufgelegt? %-Anteil?

  1. Redaktion antwortete am 17.12.2012 um 14:40:10

    Die Definition der Geldmengen für den Euro-Raum erfolgt durch die Europäische Zentralbank. Die Definition für die Euro-Geldmengen ist unserem Kenntnisstand nach unverändert seit ihrer Festlegung durch die EZB. Da es sich um eine Geldmenge handelt und die Definition der EZB nichts derartiges herleitet, gibt es natürlich keinen festen Prozentanteil länger laufender Papiere und von daher auch kein festes in Prozenten ausgebbares Verhältnis.

Reinhard Fondermann fragte am 12.12.2012 um 17:00:21

Sehr geehrte Damen und Herren, in den Monatsberichten der Deutschen Bundesbank werden u. a. die Geldmengen dargestellt. Die Geldmengen M2 und M3 beinhalten Befristungen (u. a. Papiere mit Laufzeiten bis zu 2 Jahren). Wer hat eine solche Definition festgelegt? Wie groß ist der Anteil derjenigen Papiere, deren Laufzeiten länger als diese 2 Jahre datieren und wie hoch ist deren Anteil an allen Papieren? Sollte diese Anfrage nicht in Ihren Zuständigkeitsbereich fallen, so teilen Sie mir doch bitte einen anderen Adressaten mit. Für Ihre Mühe herzlichen Dank im voraus. Mit freundlichen Grüßen Reinhard Fondermann

  1. Redaktion antwortete am 17.12.2012 um 15:16:33

    Die Befristungen werden von der Deutschen Bundesbank bzw. der Europäischen Zentralbank festgelegt. An diese Institutionen sollten Sie auch Ihre Fragen nach dem Anteil derjenigen Papiere, deren Laufzeiten länger als diese 2 Jahre datieren und wie hoch deren Anteil an allen Papieren ist, richten.

Christian Krist fragte am 6.12.2012 um 6:06:10

Gibt es einen Chart in dem Geldmenge und Goldpreis übereinander gelegt werden können. Mir gehts darum darzustellen ob es einen Zusammenhang zwischen dem Goldpreis und der Geldmengenausweitung gibt. Vielen Dank

  1. Redaktion antwortete am 10.12.2012 um 16:41:02

    Übereinander nicht aber untereinander haben wir Ihnen beide Größen in unserer neuen Statistik zur Goldpreisentwicklung gegenübergestellt.

Krissi fragte am 6.11.2012 um 8:44:45

Hallo, können Sie mir bitte erläutern wie wirkt sich von den Wertpapieren deren An- und Verkauf auf die Geldmenge M3 aus? MfG Krissi

  1. Redaktion antwortete am 6.11.2012 um 9:04:48

    Der Kauf von Wertpapieren durch die Zentralbank vergrößert die Geldmenge M3. Der Kauf und Verkauf von Wertpapieren von und an Privat- bzw. Geschäftskunden bzw. zwischen Geschäftsbanken hat keinen Einfluss auf die Geldmenge M3.

Claartje fragte am 26.09.2012 um 8:46:17

Folgefrage: Warum sind dann in der Geldbasis M0 die Girobestände der Geschäftsbanken bei der Zentralbank enthalten? Das Guthaben bei der ZB sagt doch noch nichts darüber aus, ob tatsächlich in eben dieser Höhe Kredit an Nichtbanken weitergewährt und damit Liquidität in Umlauf gesetzt wurde - oder wird das einfach unterstellt (weil es de facto seit langem immer so ist)? Danke und viele Grüsse

  1. Redaktion antwortete am 26.09.2012 um 9:02:43

    Weil sich auch die Girobestände der Geschäftsbanken außerhalb des Bankensystems befinden, wenn sie bei der Zentralbank liegen. Laut Definition ist die Geldbasis M0 gleich der Summe von Bargeldumlauf und Zentralbankgeldbestand der Kreditinstitute.

Claartje fragte am 25.09.2012 um 15:32:20

Hallo, warum sind in der Geldbasis M0 die Kassenbestände der Geschäftsbanken nicht enthalten? Danke und viele Grüsse

  1. Redaktion antwortete am 26.09.2012 um 8:19:25

    Weil die Geldmenge M0 eben die Geldbasis der Volkswirtschaft in Form von Banknoten und Münzen, die sich im Umlauf außerhalb des Bankensystems (bei Nicht-Banken) befinden, wiedergeben soll. Die Kassenbestände der Geschäftsbanken sind ja kein Geld, welches sich im Umlauf befindet, sondern befinden sich ja eben noch bei den Banken.

Michael Feucht fragte am 17.09.2012 um 9:51:19

Die EZB hat doch im vergangenen Dezember und Februar Kredite im Gesamtvolumen von knapp 1 Billion Euro vergeben (in den Medien oft als LTRO bezeichnet). Wie bzw. wieso nicht stellen sich diese in der Geldmenge M3 dar? Diese müsste dadurch doch eigentlich sprunghaft angestiegen sein. Vielen Dank im Voraus. MF

  1. Redaktion antwortete am 17.09.2012 um 11:04:42

    LTRO bedeutet, dass langfristige Anleihen als Sicherheit gegen "frisches" Zentralbankgeld oder Kredite getauscht werden. Damit findet im Grunde nur ein Tausch zwischen den Geldmengen M3 (Anleihen) und M1 (Zentralbankgeld) statt. Deshalb erhöht sich die Geldmenge M3 auch nicht so sprunghaft wie angenommen.

franz.prassl fragte am 14.09.2012 um 14:23:50

Es handelt sich um M1. Gilt das auch fuer andere Zentralbanken, sagen wir Lybien oder Nigeria? Nicht beantwortet: Wer kontrolliert die Eignung der Schuldpapiere und die Richtigkeit der Berechnung der Umlaufmenge?

  1. Redaktion antwortete am 19.09.2012 um 6:04:57

    Das gilt im Grunde für alle Zentralbanken. Die Eignung der Schuldpapiere und die Berechnung der Umlaufmenge kontrolliert die jeweilige Zentralbank. Die Angaben der EZB werden zum einen vom Europäischen Rechnungshof geprüft und zum anderen seit 2004 vom Europäischen Amt für Betrugsbekämpfung (OLAF). Darüber hinaus muss sie zahlreiche Berichtspflichten erfüllen, durch die auch demokratische Institutionen und die Öffentlichkeit ihre Angaben kontrollieren können.

franz prassl fragte am 14.09.2012 um 12:38:15

Nach welchen Kriterien bemisst sich die Geldmenge, die eine Nationalbank, in Europa die EZB, in Umlauf bringen darf? Anders gefragt: sind es volkswirtschaftliche Eckdaten, zB. BIP, die als Voraussetzung dafuer herangezogen werden? Und wer kontrolliert ob diese Kriterien eingehalten werden

  1. Redaktion antwortete am 14.09.2012 um 13:57:41

    Die Zentralbank monetisiert die Schulden von Wirtschaftsteilnehmern, indem sie geeignete Schuldpapiere als Sicherheit annimmt und dafür ihre eigenen Papiere - derzeit den Euro - herausgibt. Man muss natürlich noch unterscheiden, von welcher Geldmenge gesprochen wird (M1, M2 oder M3). Danach richtet sich im Detail die Antwort auf Ihre Frage.

jürgen löns fragte am 23.08.2012 um 12:08:49

Hallo liebe Redaktion, ich habe drei zusammenhändende Fragen: 1.Die Geldmenge m3 ist stark angestiegen, die Inflationrate aber nicht. Es sieht so aus, als würde ein Teil der Geldmenge sich außerhalb der Realwirtschaft aufhalten? 2. Bis in die 80ziger Jahre liefen Geldmenge m3 und das BIP parallel. Seither laufen sie immer weiter auseinander. Steht dort ein anderer Mechanismus der Geldschöpfung dahinter. Z.B. eine verstärkte Geldschöpfung im Finanzmarktsektor? 3. Könnten Sie eine Tabelle herstellen, die den Verlauf der Geldmenge m3 und den Verlauf des BIP zeigt? Vielen Dank im Voraus, Jürgen Löns

  1. Redaktion antwortete am 5.09.2012 um 9:33:21

    Es hat etwas gedauert, aber hier nun die Antworten auf Ihre Fragen: 1. Das von der EZB verteilte Geld ist in der Tat noch nicht in der Realwirtschaft angekommen, sondern zirkuliert im Bankensektor, weshalb die Inflation (noch) nicht stark ansteigt. 2. Der parallele Anstieg von Geldmenge und BIP ist ja eines der Hauptprinzipien der damaligen Bundesbank und sollte eigentlich auch Primat der EZB sein: Geldwertstabilität. Diese erreicht man natürlich nur, wenn man die Geldmenge nur in Maßen ausdehnt. 3. Die entsprechende Statistik mit dem Verlauf von Geldmenge M3 und Bruttoinlandsprodukt in Deutschland finden Sie hier: Bruttoinlandsprodukt in Deutschland und Geldmenge M3.

Lucas Kreifels fragte am 15.08.2012 um 10:15:07

Aus welchen Statistiken der Bundesbank nehmen Sie diese Zahlen genau? Bei eigener Suche lässt sich nämlich keine Statistik mit diesen Zahlen finden? Könnten Sie mir da vielleicht weiterhelfen? Vielen Dank. Mit freundlichen Grüßen Lucas Kreifels

  1. Redaktion antwortete am 15.08.2012 um 12:54:37

    Die Statistiken holen wir direkt von der EZB: http://sdw.ecb.europa.eu/browse.do?node=2018810.

Hartmut Fabian fragte am 9.08.2012 um 15:08:55

In Ihren Diagrammen scheint sich ein Fehler bezüglich der Dimensionen eingeschlichen zu haben. Sie geben die Geldmenge M1 mit 4.892,99 Billionen an. Im dazugehörigen Diagramm finden wir die Marke 5K Billionen, was wohl 5000 Billionen bedeuten soll. Die Geldmenge M2, die ja M1 beinhaltet wird jedoch nur mit 8,78 Billionen angegeben. Auch die Geldmenge M3 wird mit "nur" 9,93 Billionen angegeben. Welche Angaben sind nun richtig? Finanzkaufmann Hartmut Fabian Köln

  1. Redaktion antwortete am 9.08.2012 um 15:16:10

    Sie haben natürlich vollkommen recht. Beim gestrigen Datenupdate hat sich ein Kommafehler eingeschlichen, den wir dank Ihrem Hinweis soeben beseitigt haben.

David fragte am 20.06.2012 um 11:13:48

Hallo, auf welche Quelle beziehen sich Ihre Zahlen zu den Graphen? Haben Sie dei Geldmenge selber errechnet, falls ja wie macht man soetwas, oder haben Sie eine exteren Quelle? Und wie sieht der Verlauf im Euröpäischne Ausland aus? Bspw. USA, hat die Geldmenge dort einen ähnlichen Verlauf? Meine letzte Frage. Die Amerikanische Zentralbank veröffenlticht seit 2006 keine Zahlen mehr zu M3, warum machen die das und gibt es irgendwelche anderen Quellen für diese Zahlen? Vielen Dank mfg David

  1. Redaktion antwortete am 20.06.2012 um 18:40:36

    Die Daten beziehen wir aus den von der Bundesbank veröffentlichten Statistiken. Den Verlauf fürs europäische Ausland hier darzustellen, sprengt zum einen den Rahmen und ist zum anderen dem Thema unseres Portals nicht zweckdienlich, da wir uns ja hier mit Tages- und Festgeldeinlagen für deutsche Sparer befassen. Warum die FED seit 2006 keine Zahlen mehr zu M3 veröffentlicht, liegt auf der Hand: die Geldmenge wurde so aufgebläht, dass man die Daten am besten keinem öffentlich zugänglich macht. Das ist ein wenig so wie mit der US-Inflationsrate. Steigen bestimmte Bestandteile zu sehr, werden sie einfach herausgenommen (siehe Benzinpreise oder Energiekosten).

Stefan Ott fragte am 27.02.2012 um 19:04:42

Hallo, woher kommt die große Geldmengenzunahme nach der Jahrtausendwende und was stellt eigentlich den Gegenwert der Geldmenge dar ? Ich meine was ist eigentlich soviele Billionen wert in Europa ? Im voraus vielen Dank für Ihre Antwort. Stefan Ott

  1. Redaktion antwortete am 28.02.2012 um 7:20:07

    Der große Anstieg der Geldmenge nach der Jahrtausendwende fußt auf mehreren Faktoren. Zum einen auf dem vermehrten Drucken von Papiergeld und seit 2011 z.B. auf dem Ankauf von Staatsanleihen. Das sind aber nur zwei von etlichen Gründen. Die Zentralbank kann zum Beispiel nur das Zentralbankengeld (Geldbasis) und nicht die erweiterte Geldmenge wie M3 direkt steuern. Hinter der Geldmenge steht beim heutigen Papiergeldsystem - anders als bei früheren Goldstandards - kein wirklicher Gegenwert, sondern nur eine Art Zahlungsversprechen. Historisch betrachtet sind Papiergeldsysteme ein Experiment, da es sie in ihrer heutigen Form erst seit einigen Jahrzehnten gibt.

Detlef Bosau fragte am 24.02.2012 um 16:45:27

Die Grafik "Entwicklung der Geldmengen M1-M3 im Vergleich" erschließt sich mir irgendwie überhaupt nicht. Was geben die Kurven wieder? Die Geldmengen M1-M3? Oder die Differenzen, also eine Kurve M1-M0 (M0 taucht bei Ihnen gar nirgends auf?), M2-M1 und M3-M1? Danke. Detlef Bosau

  1. Redaktion antwortete am 24.02.2012 um 17:10:53

    Eigentlich ganz einfach: da jede größere Geldmenge die kleineren beinhaltet, ist also M1 in M2 und M2 in M3 enthalten. Daher nennt man so etwas auch Geldmengenaggregate. Differenzen, also M1-M0, können von daher auch nicht auftauchen. Wer Differenzen zwischen den einzelnen Aggregaten sehen will, bekommt das in den Diagrammen veranschaulicht oder kann auch gerne einfach die angegebenen Summen selber substrahieren.

Dietrich Peters fragte am 5.02.2012 um 19:00:10

1)Ihre Angaben zu den Geldmengen sollten vermutlich in Billionen und nicht in Mrd. gerechnet werden. 2) Gibt es vielleicht auch Angaben zu der Geldmenge M1 für Deutschland? Vielen Dank

  1. Redaktion antwortete am 6.02.2012 um 7:11:47

    Sie haben natürlich recht. Die Skalierung ist entsprechend angepasst. Angaben zur Geldmenge M1 für Deutschland gibt es mit Sicherheit, wir werden diese kurzfristig zur Verfügung stellen.

S.H. fragte am 1.12.2011 um 21:06:22

Handelt es sich bei "Entwicklung der Geldmenge M1" um nominale oder reale Daten? Gibt es eventuell die Möglichkeit auch Daten der Jahre 1991 bis 1998 zu bekommen? Danke MFG

  1. Redaktion antwortete am 2.12.2011 um 9:31:08

    Diese Frage haben wir weiter unten schon beantwortet. Eine Menge gibt immer einen nominalen Wert an, von daher wird die nominale Geldmenge wiedergegeben. In unseren Diagrammen finden Sie die Daten für die Geldmenge M3 von 1980 bis heute, also natürlich auch ab 1991. Bei den Geldmengen M1 und M2 reicht unser Datenmaterial leider nicht weit genug zurück.

Jasmin fragte am 1.12.2011 um 19:41:04

Hallo, geben die dargestellten Geldmengen in den Graphiken die nominale oder reale Geldmenge wieder? Gibt es auch noch Daten ab 1991? Liebe Grüße

  1. Redaktion antwortete am 1.12.2011 um 21:06:20

    Die Geldmengen werden nominal angegeben. In unseren Diagrammen finden Sie die Daten für die Geldmenge M3 von 1980 bis heute, also natürlich auch ab 1991. Bei den Geldmengen M1 und M2 reicht unser Datenmaterial leider nicht weit genug zurück.

Astrid Linder fragte am 22.09.2011 um 9:39:54

Hallo, könnten Sie mir bitte genau erläutern, was unter "Bankschuldverschreibung" zu verstehen ist- sind darin auch normale Unternehmensanleihen, die von Banken ausgegeben werden, enthalten? Wenn ja, warum werden solche Anleihen zu M3 dazugezählt? Danke. Mit freundlichen Grüßen Astrid Linder

  1. Redaktion antwortete am 22.09.2011 um 9:49:11

    Eine Bankschuldverschreibung ist eine von einem Kreditinstitut herausgegebene Schuldverschreibung, die eine Forderung gegen den Emittenten verbrieft. Diese Forderung besteht im Standardfall aus der Zahlung eines Zinses und der Rücknahme der Schuldverschreibung am Ende der Laufzeit zu 100 Prozent. Zu den Bankschuldverschreibungen zählen in erster Linie Anleihen und Pfandbriefe.

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