1,00% p.a.



Zinszahlung zum Laufzeitende gegenüber jährlicher Zinszahlung

 

Festgeldzinsen berechnen

In den Konditionen für Festgeldkonten heißt es in punkto Zinsgutschrift entweder "zum Jahresende" oder "zum Ende der Laufzeit". Bei Verträgen, die nur ein Jahr oder kürzer laufen, macht das keinen großen Unterschied. Sofern aber mehrjährige Investitionen getätigt werden, bei Festgeld durchaus bis zu zehn Jahre, sollten Anleger darauf achten, dass die Zinsen jährlich – also jeweils zum Jahresende und abschließend am Ende der Laufzeit – gutgeschrieben werden. Der Grund für diese Empfehlung: die Steuer. Denn ausschlaggebend für die Berechnung der Steuerlast ist und bleibt der Termin, an dem der Zinsgewinn verbucht wird. Handelt es sich während der Laufzeit nur um eine theoretische Größe, die erst nach mehreren Jahren für das Finanzamt greifbar ist, muss auf einen Schlag ein entsprechend hoher Betrag versteuert werden.

Besteuerung der Zinserträge

Das klingt erst einmal kompliziert, lässt sich anhand eines Beispiels aber recht anschaulich darstellen. Grundsätzlich gilt dabei: Auf Zinsgewinne, die mit Fest- und auch Tagesgeld erzielt werden, muss Abgeltungssteuer bezahlt werden. Der pauschale Steuersatz beträgt 25 Prozent. Hinzu kommen 5,5 Prozent Solidaritätszuschlag, in der Summe damit 26,375 Prozent, und gegebenenfalls Kirchensteuer. Um die Steuerlast zu mildern, gibt es den sogenannten Sparerpauschbetrag. Einzelpersonen dürfen maximal 801 Euro an Kapitalerträgen steuerfrei erwirtschaften, Ehepaare 1.602 Euro. Um diesen Freibetrag nutzen zu können, müssen Freistellungsaufträge erteilt werden.

Rechenbeispiel

Für das Beispiel gehen wir von einem Anlagebetrag in Höhe von 30.000 Euro, einer Laufzeit von fünf Jahren, einem Zinssatz von 3,00 Prozent p.a. und einem Steuersatz von 26,375 Prozent (25 % Abgeltungssteuersatz + 5,50 % Solidaritätszuschlag) aus. Der Kunde hat für die Festgeldanlage einen Freistellungsauftrag über 801 Euro gestellt. Darüber hinaus gehen wir davon aus, dass die ausgeschütteten Zinserträge nicht weiter verzinst werden. Bei jährlicher Gutschrift und Versteuerung der Zinsen am Laufzeitende ergibt sich folgendes Bild:

Jährliche Zinszahlung

Jahr Anlagesumme Zinsen Steuern Zinsgewinn nach Steuer Guthaben
1 30.000,00 € 900,00 € 26,11 € 873,89 € 30.873,89 €
2 30.000,00 € 900,00 € 26,11 € 873,89 € 31.747,78 €
3 30.000,00 € 900,00 € 26,11 € 873,89 € 32.621,67 €
4 30.000,00 € 900,00 € 26,11 € 873,89 € 33.495,56 €
5 30.000,00 € 900,00 € 26,11 € 873,89 € 34.369,44 €
Gesamt   4.500,00€ 130,56 € 4,369,44 €  

Zinszahlung bei Laufzeitende

Jahr Anlagesumme Zinsen Steuern Zinsgewinn nach Steuer Guthaben
1 30.000,00 € 0,00 € 0,00 € 0,00 € 30.000,00 €
2 30.000,00 € 0,00 € 0,00 € 0,00 € 30.000,00 €
3 30.000,00 € 0,00 € 0,00 € 0,00 € 30.000,00 €
4 30.000,00 € 0,00 € 0,00 € 0,00 € 30.000,00 €
5 30.000,00 € 4.500,00 € 975,61 € 3.524,39 € 33.524,39 €
Gesamt   4.500,00€ 975,61 € 3.524,39 €  

Vergleich Zinszahlung am Laufzeitende gegenüber jährlicher Zinszahlung

Würden die Zinsen hingegen erst am Ende der Laufzeit gutgeschrieben, entspräche das einem Zinsgewinn von 4.500,00 Euro vor Steuern. Abzüglich des Freibetrags von 801 Euro müssten 3.699,00 Euro versteuert werden. Das ergibt einen Steuerabzug in Höhe von 975,61 Euro. Als Gewinn blieben 3.524,39 Euro, also 845,05 Euro weniger als bei jährlicher Zinszahlung. Dieser Effekt wird umso größer, je höher die Anlagesumme ist.

Sparerpauschbetrag limitiert jährliche steuerfreie Zinserträge

Ein weiterer Nachteil der Zinsgutschrift zum Laufzeitende: Der Sparerpauschbetrag kann seine Wirkung nicht vollends zur Geltung bringen. Bei der jährlichen Zinszahlung wird er regelmäßig in Anspruch genommen und kann dementsprechend für die gesamte Laufzeit unverändert bleiben. Erfolgt die Zinsausschüttung jedoch erst zum Laufzeitende, müsste für das Jahr der Auszahlung ein relativ hoher Freibetrag angesetzt werden, um den Gewinn zumindest größtenteils steuerfrei vereinnahmen zu können. Damit wäre der Sparerpauschbetrag für das eine Jahr bereits weitgehend ausgeschöpft, was zulasten anderer Anlagen geht.

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Frage & Antworten

Marina fragte am 29.12.2013 um 22:19:37

Guten Abend, ich habe eine Festgeldvereinbarung mit der Laufzeit von 18 Monaten, welche ich im Juni 2012 abgeschlossen habe. Das erste Mal sind die Zinsen nach 1 Jahr Laufzeit im Juni 2013 ausgezahlt worden. Das zweite Mail jetzt im Dezember 2013 zum Ende der Laufzeit. Dadurch habe ich meinen Freibetrag von 801 Euro um genau die zweite Zinsausschüttung im Dezember 2013 überschritten. Wären die Zinsen erst im Januar 2014 ausgezahlt worden, gäbe es mit dem Freibetrag keine Probleme. Dadurch dass die kompletten Zinsen jedoch im Jahr 2013 ausgezahlt wurden, muss ich Abgeltungssteuer bezahlen. Gibt es eine Möglichkeit, diese zurückzuholen durch eine Einkommenssteuererklärung, denn es sind ja Zinsen für 1,5 Jahre Festgeld. Mein Steuersatz liegt über 25 %. Vielen Dank für eine Antwort.

  1. Redaktion antwortete am 30.12.2013 um 10:40:44

    Für die Rückholung der Abgeltungssteuer gibt es unseres Wissens nach keine Möglichkeit. Bei Zinserträgen gilt das Zuflussprinzip. Sie werden in dem Jahr versteuert, in dem sie dem Anleger zugeflossen sind - also an ihn ausgezahlt wurden. In Ihrem Fall ist die Laufzeit etwas unglücklich gewählt. Bei 24 Monaten etwa wäre nur eine Zinszahlung pro Kalenderjahr zur Auszahlung gekommen. Das zeigt, dass unter Umständen auch der Laufzeit in Bezug auf den Zeitpunkt der Kontoeröffnung Beachtung geschenkt werden muss.

Ludwig Ehlenberger fragte am 20.12.2012 um 11:20:53

1. Ich habe eine feste Summe angelegt und bekomme zum Jahresende jeweils die Zinsen, abzüglich der Kapitalertragssteuer, gutgeschrieben. 2. Bei einer zweiten Summe bekomme ich jedoch die Zinsen jeweils zum Jahresende ausbezahlt Wie muss ich die jeweiligen Zinsen in meiner Steuererklärung (Anlage KAP) berücksichtigen?

  1. Redaktion antwortete am 20.12.2012 um 13:54:01

    Die Zinserträge auf 1. sind Ihrer Angabe nach ja bereits versteuert. Wenn die Zinserträge aus 2. über einen Freistellungsauftrag vom Steuerabzug ausgenommen sind, müssen Sie in der Anlage KAP gar nichts angeben. Werden Ihnen die Zinsen ausgezahlt, ohne dass eine fällige Besteuerung erfolgt ist, müssen Sie genau diese Zinserträge in der Anlage KAP eintragen.

Erhardt Henze fragte am 20.07.2012 um 12:22:23

Versteuerung von Zinseinkünfte bei einerKapitalanlage mit fester Laufzeit.

  1. Redaktion antwortete am 21.07.2012 um 8:33:29

    Wir gehen davon aus, dass es sich um eine Frage handelt, wie die Zinseinkünfte von Festgeldern versteuert werden. Wie bereits in unserem Ratgeber beschrieben, unterliegen diese oberhalb des Sparerpauschbetrages der Abgeltungssteuer und werden im Jahr des Zuflusses versteuert. Das ist vor allem bei mehrjährigem Festgeld mit Zinszahlung zum Laufzeitende zu beachten.

Horst G. Ansorge fragte am 4.01.2012 um 18:34:57

Wann müssen thesaurierte Zinsen versteuert werden ? Zufluß jährlich per 31.12., aber Auszahlung erst am Ender der Anlage

  1. Redaktion antwortete am 4.01.2012 um 20:13:47

    Hier muss zwischen Festgeld und Fonds unterschieden werden. Bei Festgeld erfolgt die Besteuerung bei Zufluss der Zinsen, also am Ende der Anlage. Deshalb kann es bei Festgeldkonten mit Wahl zwischen jährlicher und nachträglicher Zinszahlung zum Laufzeitende steuerlich sinnvoll sein, die Zinsen jährlich auszahlen zu lassen. So können Sie unter Umständen über den Freistellungsauftrag steuerfrei vereinnahmt werden, während die Zinsen bei Laufzeitende den Sparerpauschbetrag deutlich übersteigen können.

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