1,00% p.a.



Wie werden Zinserträge versteuert?

 

Tagesgeldzinsen berechnen

Für Tages- und Festgeld gilt gleichermaßen: Die Zinserträge unterliegen seit 2009 in voller Höhe der Abgeltungssteuer. Sie wird automatisch von der Bank an das zuständige Finanzamt abgeführt. Um die Rendite ganz oder zumindest teilweise vor dem Zugriff der Behörden zu retten, kann ein Freistellungsauftrag gestellt und damit der vom Gesetzgeber eingeräumte Sparerpauschbetrag in Anspruch genommen werden. Abhängig vom Einkommen besteht in Ausnahmefällen auch die Option, sich mit einer Nichtveranlagungsbescheinigung ganz von der Abgeltungssteuer befreien zu lassen.

Abgeltungssteuer auf Zinsen

Kapitalerträge, zu denen auch die Zinsgewinne von Fest- und Tagesgeld gehören, unterliegen in Deutschland der Abgeltungssteuer. Sie wurde 2009 eingeführt. Mit ihr werden Gewinne erstmals pauschal besteuert: 25 Prozent der Erträge plus 5,5 Prozent Solidaritätszuschlag (in der Summe 26,375 Prozent) plus Kirchensteuer, sofern der Anleger kirchensteuerpflichtig ist.

Werden nur Abgeltungssteuer und Solidaritätszuschlag fällig, entspräche das bei einem Zinsgewinn von 1.000 Euro 263,75 Euro. Sparer müssen sich allerdings nicht selbst darum kümmern. Diese Aufgabe ist den Banken übertragen worden. Sie leiten die Steuer direkt weiter, sobald Kapitalerträge erwirtschaftet werden.

Funktionsweise der Abgeltungssteuer

Sparerpauschbetrag und Freistellungsauftrag

Ein wenig Luft bleibt Anlegern in Form des sogenannten Sparerpauschbetrages. Auch ihn gibt es seit 2009, wobei die Eckdaten der alten Regelung des Sparerfreibetrages entsprechen. 801 Euro (Singles) und 1.602 Euro (Ehepaare) dürfen steuerfrei als Kapitalerträge erzielt werden. Das setzt voraus, dass bei den Banken Freistellungsaufträge eingereicht werden. Bis zu der Summe, die im Freistellungsauftrag genannt wird, bleibt die Abgeltungssteuer außen vor. Diese Freigrenze darf beliebig auf mehrere Banken verteilt werden und gilt dann jeweils für alle Produkte bei einem Unternehmen. Entscheidend ist, dass der Sparerpauschbetrag unter dem Strich nicht überschritten wird.

Nichtveranlagungsbescheinigung

Abhängig vom Einkommen können sich Anleger auch ganz von der Abgeltungssteuer befreien lassen. Diese Regel greift, wenn das Einkommen weniger als 8.820 Euro (17.640 Euro bei Ehepaaren) beträgt und somit keine Einkommenssteuer gezahlt werden muss.

In der Summe gilt – inklusive Grundfreibetrag, Sparerpauschbetrag und Sonderausgabenpauschale – eine absolute Einkommensgrenze von 9.657 Euro bei Alleinstehenden. In dem Fall kann beim Finanzamt eine Nichtveranlagungsbescheinigung beantragt werden. Sie gilt für maximal drei Jahre, solange die Voraussetzungen für die NV-Bescheinigung erfüllt sind, und muss bei den Banken abgegeben werden. Dadurch bleiben sämtliche Zinseinnahmen von der Steuer verschont.

Anlage KAP

Einen Teil der bereits gezahlten Abgeltungssteuer können sich Anleger auch erstellen lassen, wenn ihr persönlicher Steuersatz unterhalb der Abgeltungssteuerpauschale liegt. Dafür muss bei der Steuererklärung die Anlage KAP ausgefüllt werden. Das lohnt sich auch, wenn die Gewinne insgesamt oberhalb des Sparerpauschbetrages liegen. Das Finanzamt prüft die zumutbare Eigenbelastung dann anhand der Gesamteinkünfte.

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Frage & Antworten

Wolfgang W. fragte am 8.03.2017 um 11:30:11

Gibt es eine Bagatellgrenze bei der Zinsversteuerung? Konkret: müssen in Zeiten von Minizinsen Kleinerträge von unter 5,00€ in der Steuererklärung erfasst werden?

  1. Redaktion antwortete am 30.03.2017 um 12:42:19

    Wie im Artikel beschrieben, wird die Abgeltungssteuer automatisch von der Bank abgeführt, sofern kein Freistellungsauftrag oder eine NV-Bescheinigung vorliegt. Dies geschieht auch bei niedrigen Zinserträgen.

Jose fragte am 7.08.2014 um 13:36:38

Sehr geehrte Damen und Herren, zurzeit habe ich kein Einkommen, möchte mein Geld aber als Privatkredit vergeben. Muss ich in diesem Fall Abgeltungssteuer zahlen? Mit bestem Gruß Jose Antonio

  1. Redaktion antwortete am 8.09.2014 um 12:29:58

    Zu erst einmal raten wir Ihnen, für derartige Fälle einen Steuerberater aufzusuchen, denn hierbei handelt es sich um eine steuerrechtliche Beratung im Einzelfall. Generell kann man sagen: In steuerlicher Hinsicht fallen Zinsen aus Privatdarlehen unter die Einkünfte aus Kapitalvermögen. Wer seine Steuererklärung ausfüllt, findet dazu die entsprechenden Zeilen. Hier sind die Zinseinnahmen aus dem privat gewährten Kredit aufzuführen. Auf diese Zinserträge entfällt die Abgeltungssteuer in Höhe von 25% plus Solidaritätszuschlag und ggf. Kirchensteuer. Der Steuerzahler kann seinen Steuerpauschbetrag geltend machen, wenn die Zinserträge 801 Euro im Jahr nicht übersteigen. Bis zu diesem Betrag sind die Einkünfte aus Kapitalvermögen steuerfrei.

Marion Tiefenthaler fragte am 26.11.2013 um 13:23:04

Hallo, muss ich bei der EST-Erklärung meine Zinseinkünfte angeben, die über dem Freistellungsantrag liegen oder reicht es, dass die Bank ja bereits die überschrittene Summe versteuert und an das Finanzamt abführt?

  1. Redaktion antwortete am 1.12.2013 um 13:32:51

    Wenn Sie keine Günstigerprüfung beantragen wollen und Ihren Sparerpauschbetrag durch richtige Aufteilung der Freistellungsaufträge komplett ausgenutzt haben, müssen Sie die Zinserträge nicht angeben, da diese ja bereits abgeltend besteuert wurden.

Sonja Lindemeyer fragte am 24.05.2013 um 9:49:32

Ich möchte im Klein Walsertal ein Sparbuch mit einem Betrag in Höhe von 20000 Euro eröffnen und dieses Geld über mehrere Jahre anlegen. Zinsen sind in Höhe von 3,5 - 4,5 % zu erwarten. Wie muss ich das bei meinem Finanzamt angeben und versteuern?

  1. Redaktion antwortete am 24.05.2013 um 15:55:11

    Ganz einfach: bleiben die Zinserträge im Rahmen Ihres Sparerpauschbetrages und haben Sie der Bank einen entsprechenden Freistellungsauftrag erteilt, müssen Sie gar nichts angeben, denn die Zinserträge sind dann steuerfrei. Haben Sie keinen Freistellungsauftrag erteilt oder übersteigen die Zinserträge Ihren Sparerpauschbetrag wird alles bzw. ein Teil der erzielten Zinsen versteuert. Die Steuer wird direkt von der kontoführenden Bank an das zuständige Finanzamt abgeführt. Auch in diesem Fall sind keine besonderen Angaben Ihrerseits zur Versteuerung nötig.

Michaela St. fragte am 16.03.2013 um 5:05:22

Hallo, ich habe in 2012 einen Konsumkredit aufgenommen. Kann ich hierfür die Zinsen die ich zahlen musst bei der Steuererklärung mit angeben. Auch musste ich für den Jahreskontoauszug eine Gebühr bezahlen, kann ich die auch bei der Steuererklärung mit angeben? Für eine Antwort bedanke ich mich.

  1. Redaktion antwortete am 18.03.2013 um 8:58:15

    Nein, Sie können weder die Zinszahlungen noch die etwaigen Kosten für einen Kahreskontoauszug in Ihrer Steuererklärung absetzen. Ein Konsumkredit ist ganz allein Ihre private Angelegenheit und kann steuerlich nicht geltend gemacht werden. Wäre auch ein zu schönes Steuersparmodell...

Winfried Sommer fragte am 18.03.2012 um 12:39:39

Ich habe den Hauptwohnsitz in Belgien, arbeite aber in Deutschland. Ich möchte nun Geld von meinem deutschen Konto als Tageskonto anlegen. In Deutschland geht dies aufgrund meines Hauptwohnsitzes nicht, (oder gäbe es doch eine Möglichkeit???)Kann ich das Geld auch nach Belgien überweisen auf ein Tagesgeldkonto und was hätte das für Konsequenzen z.B. Steuerlich?

  1. Redaktion antwortete am 18.03.2012 um 12:48:54

    Die meisten Angebote stehen nur natürlichen Personen mit Hauptwohnsitz in Deutschland zur Verfügung. In Ihrem Fall wäre ein Tagesgeldkonto in Belgien sinnvoll. Das Geld können Sie jederzeit von Konto zu Konto überweisen und steuerliche Konsequenzen hätte das ganze keine, denn Sie müssen ohnehin alle Zinserträge in Ihrer Steuererklärung abgeben bzw. werden selbige in Deutschland im Rahmen der Abgeltungssteuer direkt an der Quelle ans zuständige Finanzamt abgeführt.

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