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Entschädigungseinrichtung der Wertpapierhandelsunternehmen

Das Einlagensicherungs- und Anlegerentschädigungsgesetz (EAEG) gilt nicht nur für Termin-, Spar- und Sichteinlagen, sondern bezieht sich auf alle Kundengelder und schützt somit auch Wertpapiervermögen. Zuständig hierfür ist unter anderem – Wertpapiere werden auch von den übrigen Sicherungssystemen berücksichtigt – die Entschädigungseinrichtung der Wertpapierhandelsunternehmen, kurz EdW. „Unsere gesetzliche Aufgabe ist es, besonders Kleinanlegern einen Mindestschutz vor einem möglichen Verlust ihrer Ansprüche aus Wertpapiergeschäften zu gewährleisten“, heißt es dazu offiziell von der EdW. Sie orientiert sich bei ihrer Schutzfunktion ausschließlich am EAEA.

Die Entschädigungseinrichtung für Wertpapierhandelsunternehmen wird dementsprechend nur dann aktiv, wenn die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) einen Entschädigungsfall feststellt. Die EdW informiert die Anleger, sobald der Entschädigungsfall im Bundesanzeiger veröffentlicht wurde, verschickt Schadensmeldungen, nimmt die Forderungen entgegen und wickelt sie ab.

Voraussetzung dafür, dass Anleger Anspruch auf Entschädigung haben, ist eine in Euro oder einer Währung eines EU-Mitgliedstaates geführte Anlage bei einem der EdW angehörenden Unternehmen. Allerdings gibt es eine Reihe von Ausnahmebestimmungen, die in Paragraph 3 Absatz 2 des EAEG festgeschrieben wurden. Beispiel: Keinen Anspruch haben „Gläubiger, die bei dem Institut Sachverhalte herbeigeführt oder genutzt haben, insbesondere wenn sie auf Grund einzeln ausgehandelter Vereinbarungen hohe Zinsen oder finanzielle Vorteile erhalten haben, welche die finanziellen Schwierigkeiten verursacht oder wesentlich zur Verschlechterung der finanziellen Lage des Instituts beigetragen haben.“ (EAEG §3 Absatz 2.8)

Finanziert wird die Entschädigungseinrichtung – als nicht rechtsfähiges Sondervermögen des Bundes – durch Jahresbeiträge und eine einmalige Zahlung der Mitgliedsunternehmen. Dabei handelt es sich mit Stand Juni 2009 um rund 800 Wertpapierhandelsunternehmen. Die einmalige Zahlung beträgt mindestens 300 Euro. Der Beitrag pro Jahr orientiert sich am „Umfang der Erlaubnis zum Erbringen von Finanzdienstleistungen“ und liegt bei mindestens 1.050 Euro. Dass die Jahresbeiträge rechtens und verfassungsmäßig sind, hat das Bundesverfassungsgericht nach der Klage einer Wertpapierhandelsbank am 24. November 2009 entschieden (Aktenzeichen 2 BvR 1387/04).

Sicherungsgrenze

Für den Fall, dass eines der im EdW organisierten Unternehmen zahlungsunfähig wird, ist die Entschädigung auf 90 Prozent der Gesamtforderung und 20.000 Euro begrenzt. Dabei spielt es keine Rolle, ob mehrere Konten oder Depots bei dem betreffenden Unternehmen geführt wurden.

Mitgliedsunternehmen

Wer Mitglied in der Entschädigungseinrichtung der Wertpapierhandelsunternehmen werden muss, obliegt der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht. Sie teilt der EdW mit, ob ein Unternehmen zugelassen wurde. Die EdW kümmert sich dann um die Formalien und verschickt die nötigen Unterlagen. Die Pflicht, Verbindlichkeiten aus Wertpapiergeschäften abzusichern, besteht seit 1998.

Kontakt

Entschädigungseinrichtung der Wertpapierhandelsunternehmen

10865 Berlin

Tel.: 030/203 699 5626
Telefax: 030/203 699 5630

mail@e-d-w.de
http://www.e-d-w.de

Frage & Antworten

Hans-Jürgen Opitz fragte am 10.02.2016 um 11:08:01

Sehr geehrte Damen und Herren, bitte teilen Sie mir zeitnah mit, ob das nachfolgende Unternehmen Profitabel Kapitalanlagen GmbH Vermögensverwaltung Bundesallee 56 10715 Berlin der Entschädigungseinrichtung der Wertpapierhandelsunternehmen angehört. Weiterhin hätte ich gern gewusst, bis zu welcher Höhe (in Euro) im Insolvenzfall des Kapitalverwalters Kapitalanlagen des Anlegers entschädigt werden ? Es grüßt Sie freundlich Hans-Jürgen Opitz

  1. Redaktion antwortete am 11.02.2016 um 7:07:38

    Die Profitabel Kapitalanlagen GmbH ist Mitglied der Entschädigungseinrichtung für Wertpapierhandelsunternehmen (EdW). Der Entschädigungsanspruch ist der Höhe nach begrenzt auf 90 Prozent, jedoch maximal 20.000 Euro.

A. Z. fragte am 11.11.2013 um 18:53:54

Sehr geehrte Damen und Herren, Ich habe im Dezember 2010 ein Kündbare Orderschuldverschreibung bei der Future Bussiness KG aA abgeschlossen. Diese ist Partner der INFINUS AG Finanz- dienstleistnginstitut.Durch Miarbeiter dieser Einrichtung erfolgte auch der Vertragsabschluss. Nun ermittelt die Staatsanwaltschaft gegen das Unternehmen. Meine Frage ist : in diesen Fall,nachwiesenen unlauteren Geschäftsgebaren meinerseits ein Anspruch auf Leistung aus dem EdW - Fonds bzw. welche Kriteren sind in dem Fall relevant?

  1. Redaktion antwortete am 12.11.2013 um 14:54:31

    Eine Orderschuldverschreibung ist ein Wertpapier, keine Bankeinlage. Von daher greift hier KEINERLEI Einlagensicherung!

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