1,01% p.a.



Zinsrochade beim Tagesgeld

Mittwoch den 16.04.2014

Es geht bergab mit den Tagesgeldzinsen, es geht bergauf mit den Tagesgeldzinsen. Was denn nun eigentlich? In wenigen Tagen wird es zu einer regelrechten Zinsrochade beim Tagesgeld kommen. Ein Anbieter schraubt seine Zinsen nach unten, ein anderer erhöht sie – und genau, mittendrin sind wir nun in der Welt der verrückten Banken.

Cortal Consors senkt Tagesgeldzinsen

Auf den 23. April dieses Jahres hat Cortal Consors eine Senkung der Zinsen für das Tagesgeldkonto angekündigt. Um 10 Basispunkte soll es dann nach unten gehen mit den Tagesgeldzinsen. Während es bislang noch 1,30 Prozent p.a. gibt beim Cortal Consors Tagesgeld, wird es dann nur noch 1,20 Prozent p.a. geben.

Die Direktbank zieht damit die Reißleine und folgt damit der Richtung der sinkenden Zinsen, obwohl der Leitzins nun seit Monaten nicht mehr gesenkt wurde. Warum die Zinssenkung nun doch so plötzlich erfolgt? Wir vermuten, es werden einfach zu viele Tagesgeldkonten bei der Bank abgeschlossen, und Cortal Consors mag das in Zukunft nicht mehr in dieser vermutlich hohen Anzahl.

Zwar ist die Zinssenkung um „nur“ 0,10 Prozent p.a. noch moderat, aber auf der anderen Seite wird Cortal Consors damit den Anschluss an die obere Spitze im Tagesgeldranking verlieren. Und dies bedeutet ja zugleich: weniger Interessenten an Tagesgeldkonten und damit auch weniger Neukunden – also möglicherweise genau das, was die BNP Paribas-Tochter mit ihrer Zinssenkung bezweckt.

Renault Bank direkt erhöht Tagesgeldzinsen

Einen ganz anderen Weg als Cortal Consors geht die Renault Bank direkt. Statt einer weiteren Zinssenkung erhöht diese Direktbank die Zinsen für ihr Tagesgeld überraschend, und steigt damit wieder deutlich im Tagesgeldranking.

Der passende Zinsrechner zum Vergleich?

Und dabei wird das Tagesgeldkonto, das derzeit mit nur 1,10 Prozent p.a. verzinst wird, nicht etwa ebenfalls um 10 Basispunkte angepasst. Nein, die Renault Bank direkt erhöht die Zinsen für ihr Tagesgeld um gleich 20 Basispunkte – und damit genau auf den Zinssatz, den Cortal Consors dezeit noch inne hatte.

Die Zinserhöhung bei der Renault Bank direkt erfolgt ebenfalls zum 23. April 2014, die beiden Direktbanken wechseln damit die Plätze, die Direktbank des Autoherstellers Renault steigt auf im Tagesgeldranking, Cortal Consors verliert einige Plätze, nahezu eine klassische Zinsrochade.

Renault Bank direkt Tagesgeld eröffnen

Doch der Unterschied zwischen den Tagesgeldkonten beider Banken wird bleiben: das Tagesgeld von Cortal Consors wird mit einem Neukundenzinssatz angeboten, der auf einige Monate garantiert ist. Das Renault Bank direkt Tagesgeld wird mit einem variablen Zinssatz angeboten, der sich jederzeit ändern kann. Aber in noch einem wichtigen Punkt unterscheiden sich beide Angebote: bei Cortal Consors ist zum genannten Zinssatz nur eine Anlage von bis zu 50.000 Euro möglich, bei der Renault Bank direkt gleich bis zu einer Anlagesumme von einer Million Euro.

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Doch noch gelten bei Cortal Consors Zinsen von 1,30 Prozent p.a. für das Tagesgeldkonto, und das auf 12 Monate garantiert. Der aktuelle Zinssatz gilt bis einschließlich zum 22. April dieses Jahres. Auf den 23. April erfolgt dann die Zinssenkung.

Sparer, die von den noch höheren, auf ein Jahr garantierten Zinsen profitieren wollen, sollten sich nun sputen, damit sie bei der Direktbank ein Tagesgeldkonto noch zu den aktuell noch gültigen Konditionen zu eröffnen. Doch die Uhr tickt, denn die Zeit geht in diesem Falle möglicherweise schneller um als gedacht – und zwischendurch ist Ostern.

Zur Eröffnung des Cortal Consor Tagesgeld 

Was übrigens zugleich bedeuten könnte: wer keine Lust auf Ostereier verstecken hat, der kann anderen auch eine Freude mit einem gut verzinsten Tagesgeldkonto machen. Wenn er denn an andere etwas verschenken möchte, vielleicht aber einfach auch nur sich selbst.

Und noch eines sollte dabei vielleicht nicht vergessen werden: natürlich ist es auch möglich, seine Ersparnisse auf mehrere Tagesgeldkonten aufzuteilen. Beispielsweise einen Teil auf dem (noch gut) verzinsten Cortal Consors Tagesgeldkonto, und einen Teil auf dem bald wieder gut verzinsten Tagesgeldkonto der Renault Bank direkt. Denn letztlich ist ja dies genau der Vorteil von Tagesgeldern: sie sind flexibel und damit immer wieder auch schnell abrufbar!

Wohin wird die Reise bei anderen Banken gehen?

Die unterschiedliche Vorgehensweise beider Direktbanken in Sachen Zinsentwicklung beim Tagesgeld wirft natürlich zugleich auch die Frage auf, was die anderen Banken machen werden. Werden weitere Banken mit Zinserhöhungen für ihre Tagesgeldkonten folgen, und damit dem Beispiel der Renault Bank direkt folgen? Werden andere Banken die Zinsen für ihre Tagesgelder senken, und damit den Weg von Cortal Consors gehen?

Wir wissen es nicht. Doch die Zinsanpassungen in unterschiedliche Richtungen zeigen eines auf: dass es derzeit kaum möglich ist, Prognosen hinsichtlich der weiteren Entwicklung der Tagesgeldzinsen zu treffen. Das frühere Modell: der Leitzins sinkt, deshalb sinken auch die Zinsen für Tagesgeldkonten gleichermaßen, scheint mittlerweile ausgedient zu haben.

Sonst wären die Tagesgeldzinsen längst im Keller bei einem Leitzins von nur noch 0,25 Prozent. Und vor allem würde sich keine Bank aufmachen, im Gegensatz zum niedrigen Leitzinssatz die Zinsen sogar noch zu erhöhen.

Sparern bleibt nur das regelmäßige Vergleichen

Die unterschiedliche Entwicklung der Zinsen für Tagesgelder wie auch immer wieder für Festgelder zeigt, wie wichtig es für Sparer ist, sich einen regelmäßigen Überblick über die aktuelle Zinslage zu verschaffen.

Nicht den Überblick bei den Tagesgeldzinsen verlieren – Nutzen Sie den Tagesgeldvergleich

Nur so ist es auch möglich, immer up to date zu sein, was die Zinsen bei den verschiedenen Banken angeht, und ob es beispielsweise Zinserhöhungen gab, oder neue Angebote von Banken, die man bisher noch gar nicht auf dem Schirm hatte. Nur Vergleichen ermöglicht es letztlich, auch die möglichst besten Zinsen für seine Ersparnisse zu bekommen. Wer sich nicht die Zeit zum Vergleichen nimmt, sondern sein Geld einfach aus Gewohnheit bei seiner Hausbank oder -Sparkasse lässt, der zahlt für seine Bequemlichkeit fast immer drauf. Mit derzeit oft derart niedrigen Zinsen, die so schlecht sind, dass sie nicht mal mehr den Ausgleich einer (aktuell sogar niedrigen) Inflationsrate schaffen.


 
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