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GfK-Konsumklimastudie: Sparneigung sinkt auf historischen Tiefststand

Dienstag den 30.04.2013

Die Zinsen sind niedrig, die Aussichten für die kommenden Monate eher schlecht. Der Leitzins könnte weiter fallen, und die Banken ziehen bereits seit Monaten die Sparzinsen weiter nach unten, obwohl der Leitzins seit Juli 2013 auf dem gleichen Stand verharrt. Und dann kam Zypern und damit die Enteignung der Sparer, die ihr Geld auf zypriotischen Banken angelegt hatten, und dies ließ auch die deutschen Sparer nicht kalt. Während die Verbraucherstimmung ungebrochen gut ist, und die Einkommenserwartung wie auch die Anschaffungsneigung in diesem Monat sogar leicht zugenommen hat, zeigt die GfK-Konsumklimastudie für Deutschland für April 2013, dass sich die Verbraucher immer mehr vom Sparen abwenden, die Sparneigung sinkt, und das nunmehr auf einen historischen Tiefststand.

"Die Zwangsabgabe in Zypern hat somit auch die bundesdeutschen Sparer in ihrem Vertrauen in die Sicherheit ihrer Einlagen erschüttert.", schreibt das Marktforschungsinstitut GfK dazu in der die Veröffentlichung der Zahlen zur GfK-Konsumklimastudie für Deutschland für April 2013 begleitenden Presseerklärung. Dies erklärt laut GfK auch den gegenwärtigen Trend nach oben bei Konsumklima, der durch die geringe Lust der deutschen Verbraucher, ihr Geld zur Bank zu bringen, befeuert wird.

Doch wenn das Konsumklima auch gut ist, der Aufwärtstrend bei der Konjunkturerwartung ist gestoppt, wenn auch nur ein geringer Rückgang hinzunehmen ist im laufenden Monat. Aber es ist erstmals in diesem Jahr, dass der Indikator zurückgeht. Mit aktuell – 0,5 Punkten liegt die Konjunkturerwartung laut der aktuellen GfK-Konsumklimastudie wieder im negativen Bereich und damit auch zugleich unter seinem langjährigen Durchschnitt. Auch hier sieht die GfK den Grund im Zusammenhang mit der Euro-Zone: die Rezession in der Währungsunion verdirbt auch der deutschen Konjunktur langsam die Laune und bremst damit "offenbar auch den Konjunkturoptimismus der Deutschen" aus, wie das Nürnberger Marktforschungsinstitut heute schreibt.

Die kommenden Monate werden nun zeigen müssen, ob die Konjunktur wieder deutlich belebt wird, und vor allem, wie sich die Sparzinsen hierzulande weiter entwickelt. Sollte der Leitzins am Donnerstag dieser Woche noch weiter sinken, dürfte dies die Sparneigung noch weiter nach unten treiben, und den Konsum weiter oben halten. Ein weiterer Trend findet sich jedoch in der GfK-Konsumklimastudie nicht wieder, dafür an anderer Stelle: immer mehr Sparer legen ihr Geld nicht mehr auf den Banken an, sondern sparen ihr Geld lieber zuhause. Auch hier haben die Abgabe auf Spareinlagen in Zypern und der damit verbundene Schock der Bürger bis nach Deutschland gewirkt. Da wird dann hierzulande lieber auf die sowieso schon mitunter kargen Zinsen für Spareinlagen verzichtet und stattdessen die Aufbewahrung zuhause gewählt, damit die Bank die Ersparnisse nicht einfach einfrieren kann. Oder aber in Edelmetalle wie Gold als Geldanlage investiert, wie es seit Jahren verstärkt der Fall ist. Ob dies der sicherere Weg ist, sei jedoch dahingestellt, auch Bargeld im Haus ist trotz einer entsprechenden Versicherung nur begrenzt abgesichert und nicht jeder hat die Möglichkeit und auch den Wunsch, sich einen Tresor in die Wohnung zu stellen oder in die Wand seines Hauses schrauben zu lassen.

Für Sparer wird es damit immer schwerer, den richtigen Weg zu finden, und die Zwangsabgabe auf Ersparnisse, die erst keine Blaupause für die gesamte Euro-Zone sein sollte, könnte doch auch hierzulande kommen, wenn große Banken vor der Pleite stehen und der Staat sie nicht mehr alleine retten möchte oder kann. Deshalb werden viele Anleger umdenken müssen, in welche Richtung sie mit ihren Ersparnissen gehen wollen, alles in den Konsum zu stecken, wird nicht für jeden die passende Lösung sein, gerade wenn für das Rentenalter vorgesorgt werden soll.


 
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