1,22% p.a.



Dank Zypern: Zinsen für zehnjährige Bundesanleihe sinken wieder

Donnerstag den 21.03.2013

Deutschland feiert wieder, die Bundesanleihen boomen, die Zinsen für zehnjährige Anlagen sinken wieder. Die Staatskasse freut sich dabei, bekommt der Bund doch viele Milliarden für niedrige Zinsen in die Taschen gespült. Die Flucht der Anleger in deutsche Staatsanleihen geht weiter, und jeder hofft, am Ende sein Geld auch wieder zu erhalten.

Die Zinsen für langjährige Festgelder sind nicht mehr das Gelbe vom Ei. Bei zehnjähriger Laufzeit gibt es nur noch eine Bank, deren Zinsen über 3,00 Prozent p.a. liegen, wenn man bereit ist, sein Geld bei der estnischen BIGBANK anzulegen. Diese bietet aktuell 3,20 Prozent p.a. für ihr Festgeldkonto mit der Laufzeit von zehn Jahren. Dann geht es auch schon unter die 3,00 Prozent p.a. bei der Credit Europe Bank, die derzeit für diese Verzinsung 2,90 Prozent p.a. bietet. Den gleichen Zinssatz bietet die DenizBank, die inzwischen zur russischen Sberbank gehört. Darauf folgt dann die IKB direkt mit einer Verzinsung von 2,80 Prozent p.a. für die Festgeldlaufzeit von 120 Monaten. Und auch die comdirect, die Internettochter der Commerzbank, bietet mit 2,75 Prozent p.a. noch einen Zinssatz deutlich über der 2,00 Prozent-Marke, darunter sieht es dann mau aus.

Während Bundesanleihen jedoch nicht abgesichert sind über die Einlagensicherung, sieht dies im Falle von Festgeld anders aus. Das deutlich höhere Risiko der Staatsanleihen wird jedoch gegenwärtig nicht mehr auf die Zinsen aufgeschlagen, wie dies im Normalfall wäre. Die Anleger sind auf der Suche nach vermeintlicher Sicherheit und nehmen dafür die niedrigeren Zinsen bei dieser vom deutschen Staat ausgegebenen festverzinslichen Anlageart in Kauf.

Gestern hat die letzte Versteigerung einer zehnjährigen Bundesanleihe viel Geld in die Kassen des deutschen Staates gespült. Auch wenn die durchschnittliche Rendite nur 1,36 Prozent p.a. betrug, konnte dennoch 3,4 Milliarden Euro mit der Ausgabe der Staatsanleihen eingenommen werden. Im vergangenen Monat noch hatte der Durchschnittszins mit 1,66 Prozent p.a. deutlich über der gestern erzielten Verzinsung gelegen. Dennoch greifen die Anleger auch bei niedrigen Zinsen zu, solange nur Deutschland auf den Anleihen steht. Sie gelten nach wie vor als besonders sicher, das Land hat ein Toprating bei den Ratingagenturen und steht inzwischen von allen Ländern der Euro-Zone mit Abstand am besten da.

Doch diese vermeintliche Sicherheit könnte früher oder später trügerisch sein. Die jüngere Geschichte lehrt uns, dass es auch Schuldenschnitte geben kann, mitten in Europa und nicht nur bei einem Schwellenland in der Ferne Deutschlands. Doch die Anleger, die ihr Geld in Bundesanleihen investieren, sehen nur den gegenwärtigen Stand eines Staates, der in einer Situation der hohen Verschuldung in Zukunft auch nicht anders handeln könnte als die Länder am Mittelmeer.


 
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