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Bankfilialen verlieren an Bedeutung – Kunden nutzen das Internet

Montag den 18.06.2012

Die Bankfiliale verliert an Bedeutsamkeit: Immer mehr Menschen gehen zur Erledigung ihrer Bankgeschäfte nicht mehr in die Filiale um in Ansprache mit dem Kundenberater oder dem Kundenservice ihre Bankgeschäfte zu erledigen. Auch die Zeiten, in denen man die Überweisungsträger noch handschriftlich ausfüllte und bei den Banken in den „Überweisungsschlitz“ geworfen hat, scheinen vorbei. Bis zum Jahre 2020 soll die Anzahl an Bankfilialen um gut 15 Prozent zurückgehen, da immer mehr Menschen die Online-Filialen benutzen und den Zahlungsverkehr elektronisch abwickeln. Nur noch 20 Prozent der Bankkunden nutzt regelmäßig den persönlichen Kontakt mit der Bank.

Diese Entwicklung ist letztlich fatal für viele Banken, die in der Vergangenheit vom Filialgeschäft gelebt haben. Insbesondere den Sparkassen, aber vor allem auch den Volks- und Raiffeisenbanken, war es wichtig, ein möglichst dichtes Filialnetz zu pflegen, um nah am Kunden zu sein. Noch stärker seien jedoch die TARGOBANK und die Hypo-Vereinsbank von dieser Entwicklung betroffen. Dies wird sich, wenn die Nachfrage nach dem persönlichen Kontakt zurückgeht, in Zukunft wohlmöglich in derartigem Umfang so nicht mehr aufrecht erhalten können. Das Unterhalten von großen Filialnetzwerken ist ein erheblicher Kostenfaktor: Vor allem der Personalbedarf verursacht erheblichen Aufwand, aber auch die Aufrechterhaltung der Infrastruktur, insbesondere der IT, ist aufwändig und teuer. Die Beratungsgesellschaft Investors Marketing, die eine Studie veröffentlichte, auf die die genannten Zahlen zurückgehen, prognostiziert deshalb Sparmaßnahmen im Filialgeschäft. Der Trend geht in Richtung weniger Filialen oder aber wesentlich kleinerer Filialen. Schon heute setzen etwa Sparkassen und Volksbanken auf die SB-Filiale – ein kleiner Raum, ausgestattet mit Bankautomat, Kontoauszugsdrucker und Computersystemen für den Zahlungsverkehr. Damit ist mithin schon einmal der Personalbedarf reduziert.

Der prognostizierten Entwicklung scheint zuwiderzulaufen, dass viele Bankkunden beim Abschluss von Finanzprodukten (etwa Bausparverträgen oder Investmentfonds) sich jedoch noch nicht auf das Internet verlassen wollen. Derartige Geschäfte werden weiterhin gerne nach persönlicher Beratung in einer Filiale getätigt. Oder aber die Information und Beratung erfolgt in der Filiale, der Abschluss dann über das Internet. Ganz ohne den persönlichen Draht zu dem Bankberater scheint es von heute auf morgen dann doch noch nicht zu gehen.


 
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