1,00% p.a.



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Vorfälligkeitsentschädigung

Tagesgeldzinsen berechnen

Im Kreditwesen bezeichnet die Vorfälligkeitsentschädigung eine gesetzlich gedeckelte Gebühr, die von der Bank erhoben wird, sollte ein Darlehen vorzeitig abgelöst werden. Analog dazu gibt es auch im Bereich der Geldanlage verschiedene Formen der Vorfälligkeitsentschädigung. In Rechnung gestellt wird sie, falls ein Anleger vor Ende der vertraglich vereinbarten Laufzeit auf sein Kapital zurückgreifen möchte. Eine einheitliche Regelung, wie hoch diese Gebühr ist – insbesondere bei der Festgeldanlage –, sucht man allerdings vergebens.

Vorschusszinsen

Die klassische Variante der Vorfälligkeitsentschädigung ist der sogenannte Vorschusszins. Er greift hauptsächlich bei Sparbüchern und Sparcards. Üblicherweise dürfen bei diesen Produkten maximal 2.000 Euro pro Monat abgehoben werden. Es sei denn, das Sparbuch wird unter Einhaltung der jeweiligen Kündigungsfrist aufgelöst. Wird ein höherer Betrag abgehoben, müssen Vorschusszinsen gezahlt werden. Sie betragen ¼, also 25 Prozent des aktuellen Habenzinssatzes. Schreibt die Bank 2,00 Prozent gut, stehen 0,50 Prozent Vorschusszinsen zu Buche. Eine klar definierte Rechenformel gibt es allerdings auch hier nicht.

Hintergrund der Vorfälligkeitsentschädigung

Bei der Festgeldanlage gestaltet sich die Vorfälligkeitsentschädigung ein wenig anders. Hier hat jede Bank ihr eigenes Rezept. Dass überhaupt eine Gebühr erhoben wird oder niedrigere Zinsen gezahlt werden, hängt mit der Kalkulation der Banken zusammen. Die Unternehmen arbeiten mit den Einlagen der Kunden, etwa in Form von Krediten, und verdienen auf diese Weise Geld. Daher zahlen Banken auch einen höheren Zins, wenn Kapital langfristig angelegt wird und dementsprechend länger zur Verfügung steht. Kündigt ein Sparer vorzeitig, hat er rein theoretisch also auch nur Anspruch auf die Zinsen, die für die kürzere Laufzeit gewährt worden wären.

Strafgebühr und Rückfallzins

Im günstigsten Fall arbeitet die Bank mit einem Rückfallzins. Dann weiß der Kunde von Anfang an, mit welchem Zinssatz er rechnen darf, wenn er vor Vertragsende an sein Kapital möchte. Die ursprünglich erwartete Rendite lässt sich dann zwar nicht mehr realisieren, dafür bleibt unter dem Strich zumindest ein kleinerer Gewinn. Normalerweise müssen Sparer allerdings damit rechnen, dass sie Verluste machen. Denn viele Banken streichen bzw. kürzen nicht nur den Zinssatz, was durchaus verständlich ist. Sie erheben darüber hinaus eine Strafgebühr. Über deren Höhe und generell die Konsequenzen einer frühzeitigen Beendigung des Vertragsverhältnisses sollte man sich vorab informieren, und zudem sehr genau überlegen, über welchen Zeitraum das Kapital angelegt werden kann.

Tages- und Festgeldkonten mit hohen Zinsen finden

Dank hoher Zinsen bieten führende Tages- und Festgeldkonten auch nach Abzug der Abgeltungssteuer attraktive Renditen. Welche Banken dabei derzeit besonders hohe Zinsen bieten, zeigen unsere nachfolgenden Rechner:

Tagesgeldrechner:


Festgeldrechner:


Frage & Antworten

Schreiner fragte am 28.03.2013 um 15:33:15

Hallo, es geht umdie Ablösung unseres Kredites unserer ETW. Der Kredit endet 2015 und es stehen noch 88000,- auf dem Deckel. Die Bank wollte anfang 2012 ca. 3500€ Vorfälligkeitszinsen haben. Bei der heutigen Anfrage kamen aber plötzlich 7990€ herraus. Wie kann das sein? Es wurde doch zwischenzeitlich getilgt?

  1. Redaktion antwortete am 28.03.2013 um 16:00:28

    Ohne jetzt Details zu kennen, wäre eine Schlußfolgerung: von Anfang 2012 bis heute sind die Zinsen gesunken. Lösen Sie nun Ihren Kredit vorzeitig ab, kann die Bank das Geld nicht mehr zum Anfang 2012 kalkulierten Zinssatz neu verleihen - der Verlust der Bank wird also größer und damit die Vorfälligkeitsentschädigung höher.

sabine schulz fragte am 7.02.2013 um 9:42:42

Hallo, ich habe ein sparbuch (17 T€) geerbt. Ist die Sparkasse berechtigt,bei sofortiger Auflösung Vorfälligkeit geltend zu machen, da der ursprüngliche Vertragspartner ja verstorben ist? Jeder andere Vertrag endet doch auch mit dem ableben. Und wenn, in welcher Höhe und ab welchem Zeitpunkt? Aus meiner Sicht doch dann nur vom todestag?

  1. Redaktion antwortete am 7.02.2013 um 15:02:31

    Ja, die Sparkasse ist berechtigt, bei sofortiger Auflösung eine Vorfälligkeitsentschädigung geltend zu machen. Unser Vorschlag: das gesamte Sparbuch kann mit dreimonatiger Frist gekündigt werden und Sie würden das Geld dann ohne Vorfälligkeitsentschädigung erhalten. Bis zu diesem Zeitpunkt können Sie über maximal 2.000 Euro je Monat auch sofort verfügen. Die Höhe der Vorfälligkeitszinsen richtet sich nach dem Zinssatz des Sparbuches. Als gemeinhin üblich kann dabei ein Satz von 1/4 des Habenzinssatzes angesehen werden.

Erich Krüger fragte am 26.01.2013 um 14:21:14

Die Postbank schrieb mir für mein Quartal-Sparbuch für 2012 Zinsen gut, und zwar mit einem Zinssatz von 0,05 % (zuzüglich Bonus ebenfalls 0,05 %). Als ich das Sparbuch jetzt im Januar 2013 ohne Einhaltung der dreimonatigen Kündigungsfrist auflöste, berechnete die Postbank Vorschusszinsen in Höhe von 1% (also das Zwanzigfache des Basiszinses!!). M.E.ist hier ein derartiges Missverhältnis von Leistung und Gegenleistung gegeben, dass der Vertrag wegen Sittenwidrigkeit (§ 138 BGB) nichtig ist. Die Postbank beruft sich auf ihr Preis-und Leistungsverzeichnis und lehnt es ab, mir die einbehaltenen Vorschusszinsen (hier 48,90 €)zu erstatten. Ist bei Berechnung der Vorschusszinsen Sittenwidrigkeit i.S. des §138 BGB gegeben, wenn der Zinssatz das Zwanzigfache des Basiszinses beträgt?

  1. Redaktion antwortete am 28.01.2013 um 10:18:02

    Die Frage, ob das ganze sittenwidrig ist, kann Ihnen nur ein Rechtsanwalt verbindlich beantworten. Fakt ist aber, dass Sie einen Vertrag mit der Postbank eingegangen sind, welcher deren AGBs einschließt. Die Bank stellt bei vorzeitiger Auflösung einer Sparanlage mit Kündigungsfrist den Betrag in Rechnung, der ihr als Schaden dadurch entsteht, dass sie mit Ihrem angelegten Geld nicht wie geplant arbeiten kann. Ein Vorschusszins von einem Prozent pro Jahr klingt hier erstmal akzeptabel, wenngleich er - und da haben Sie völlig recht - in keinem Verhältnis zu dem Ihnen gewährten Zinssatz von 0,05 Prozent pro Jahr steht. Allerdings handelt es sich im Grunde genommen um einen Vertrag zwischen Ihnen und der Bank, welcher die AGBs beinhaltet, in denen die Regelung über die Höhe des Vorschusszinses eindeutig geregelt ist.

susi Bellotte fragte am 18.01.2013 um 14:03:17

Wieviel Vorfaelligkeitszinsen waeren gerecht? Anlage 21700 Euro Ablauf 2016 Zinssatz ist 4,6% und Anlage 487000 Euro Ablauf 2019 Zinssatz ist ca 4,6 bin mit nicht gnz sicher Die Bank will von mir ca 8,700 Euro Vorfaelligkeitszinsen haben.

  1. Redaktion antwortete am 21.01.2013 um 10:12:33

    Es gibt bei Vorfälligkeitszinsen für Festgeld keine allgemeingültige oder rechtlich verindliche Formel. Hier rechnet jede Bank anders. Gemeinhin üblich kann aber ein Satz von 1/4 des Habenzinssatzes gelten. In Ihrem Fall wären das also rund 1,15 % p.a. für 21.700 drei Jahre lang und 487.000 Euro sechs Jahre lang. Das würde in Ihrem Fall rund 38.500 Euro ergeben. Die 8.700 Euro Vorfälligkeitszinsen sind daher unserer Meinung nach angemessen.

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