1,00% p.a.



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Leitzins

Der Leitzins – Was ist das? Und was hat dieser Zinssatz mit mir zu tun?

Die Zeiten, als die Bundesbank noch als Notenbank zuständig war und die Höhe des Leitzinses festlegte, sind längst vorbei. Inzwischen gibt die EZB, die Europäische Zentralbank, den Leitzins vor. Doch, was ist das nun eigentlich, der Leitzins? Und welche Rolle spielt er in meinem alltäglichen Leben?

Was ist der Leitzins?

Der Leitzins, den die Europäische Zentralbank für die Länder der Euro-Zone festgelegt, gibt an, zu welchem Zinssatz sich Banken bei ihr Geld leihen können. Der Leitzins legt also fest, wie teuer ein Kredit bei der Europäischen Zentralbank für die Kreditinstitute, die dies in Anspruch nehmen möchten, ist.

Der Leitzins kann deshalb auch als eine direkte Vorgabe der EZB, indirekt aber auch als eine Art gewollte Maßgabe für die Zinsen, die für Kredite verlangt und für sichere Geldanlagen wie Tagesgeld und Festgeld gezahlt werden sollen, gesehen werden. Deshalb spielt der Leitzins nicht nur auf dem Bankenparkett selbst eine Rolle, sondern auch im alltäglichen Leben eines jeden einzelnen Bürgers der entsprechenden Währungszone (bei uns die Euro-Zone).

Der Leitzins ist also eines der möglichen Steuerungsinstrumente auf dem Geldmarkt, mit denen die jeweilige Notenbank, im Falle Deutschlands die Europäische Zentralbank, gezielt in das Marktgeschehen eingreifen und damit indirekt Zinsen für Kredite und Zinsen für Geldanlagen steuern kann.

Nicht immer hilft dieses Steuern durch die Notenbanken jedoch, wie die große Finanzkrise der Jahre 2008 und 2009 zeigte, in denen der Leitzins für die Euro-Zone schließlich auf ein historisches Tief von 1,00 Prozent gesenkt wurde, die Zinsen für Tagesgeldanlagen und Festgeld auch sanken, die Kreditzinsen jedoch nahezu auf dem gleichen Niveau wie vor den massiven Leitzinssenkungen blieben.

Welche Rolle spielt der Leitzins im alltäglichen Leben?

Die Rolle des Leitzinses im Alltag wird immer wieder unterschätzt. So wird mangels Unkenntnis kaum zugehört, wenn der Rat der Europäischen Zentralbank den aktuell geltenden Leitzinssatz bekannt gibt und es interessiert dann natürlich auch nicht, welche Auswirkungen eine Erhöhung dieses so wichtigen Steuerungsinstrumentes für den Geldmarkt auch in unserem Land hat.

Leitzinssenkungen gehen oft unbeachtet vorüber, machen sich dann aber schnell spürbar, wenn die Zinsen für Geldanlage in der Folge der Zinssenkungen plötzlich reihenweise fallen

Ebenso macht sich eine Erhöhung des Leitzinses bemerkbar, wenn daraufhin die Zinsen für Tagesgeldkonten und für Festgeldanlagen ansteigen.

Auf der anderen Seite wirkt sich der Leitzins, den die EZB als für uns zuständige Notenbank vorgibt, auch auf die Zinsen für Kredite aus. So sinken die Zinsen für Kredite meist in der Folge einer Leitzinssenkung, steigen aber an im Zuge einer Erhöhung des Leitzinses, da die Kredite, welche die Geldinstitute bei der Europäischen Zentralbank aufnehmen, dadurch dann auch teurer werden.

Der Leitzins ist also, wie nun ersichtlich wurde, ganz und gar nicht fern von unserem Leben und unserem Alltag. Ganz im Gegenteil. Er wirkt als Element der Steuerung auf den Geldmarkt sehr stark ein. Zwar wirkt dies nicht immer zu 100 Prozent, dennoch ist der Leitzinssatz eines der wichtigsten Steuerungselemente überhaupt, welche in den Händen der einzelnen Notenbanken, im Falle Deutschland in den Händen der Europäischen Zentralbank, liegen.

Was bedeuten Senkungen und Erhöhungen des Leitzinses?

Was bedeutet ein niedriger Leitzins für Tagesgeld und Festgeld?

Wird der Leitzins durch die Europäische Zentralbank gesenkt, kommen meist schlechte Zeiten auf die Sparer in Deutschland zu. Da der Leitzins als Steuerungselement der Geldmärkte gilt, greift eine Senkung auch auf die Zinsen von Geldanlagen ein.

Das heißt schlicht und einfach:

  • Sinkt der Leitzins, so sinken auch die Zinsen für Geldanlagen mit variablen Zinsen wie es Tagesgeld der Fall ist.
  • Zusätzlich dazu sinken auch die Zinsen für kurzfristige Festgeldanlagen, da sich Banken dann günstiger mit Zentralbankgeld versorgen können und Anlegern keine so hohen Zinsen auf deren Spareinlagen mehr zahlen müssen.
  • Bei langfristigen Festgeldanlagen wirkt sich eine Senkung des Leitzinses meist weitaus weniger gering aus, da es auf lange Sicht gesehen sowieso Schwankungen beim Leitzins geben wird, die dann auch in den garantierten Zins „eingeplant“ werden.

Dies heißt jedoch nicht, dass es sich in Zeiten eines niedrigen Leitzinses nicht lohnen würde, sein Geld auf einem Tagesgeldkonto oder als kurzfristiges Festgeld anzulegen. Da diese beiden Sparformen sehr sichere Möglichkeiten für die Geldanlage sind, lohnen sie sich immer, auch in Zeiten, in denen die Zinsen kein hohes nominales Niveau haben.

Gerade Tagesgeld ist immer sehr sinnvoll, da hier Geld für Sonderausgaben und als stille Reserve zurückgelegt werden kann, welches dabei noch Zinseinträge einbringt. Dazu ist es gleichzeitig noch täglich verfügbar, was es dem Sparer erlaubt, auf Zinsänderungen umgehend zu reagieren.

Gerade wer baldige Ausgaben plant, die aber noch nicht ganz aktuell anstehen, ist gut damit beraten, die Rücklagen dafür auf einem Tagesgeldkonto anzulegen. Dies gilt übrigens auch, wenn für den nächsten Urlaub gespart wird. Ein kleiner Tipp noch an dieser Stelle: Auch beim Tagesgeld und Festgeld hilft ein Vergleich, die besten Angebote zu finden:

Tagesgeldrechner:


Festgeldrechner:


Was bedeutet ein niedriger Leitzins für Kredite?

Wie beim Tagesgeld, wirkt sich eine Leitzinssenkung auch auf die Zinshöhe bei Krediten aus. Während sich dies beim Tagesgeld jedoch durch eine die Sparer nicht freuende Senkung der Guthabenzinsen auswirkt, sieht es im Bereich der Kredite anders aus. Hier sinken im Normalfall nach einer Leitzinssenkung auch die Kreditzinsen, jedoch weitaus langsamer als beim Tagesgeld. Während dort die Banken recht schnell reagieren, tun sie sich bei Darlehen naturgemäß etwas schwer, sind die Kreditzinsen doch eine Einnahmequelle.

Verbraucherfreundliche Banken jedoch ziehen dann auch mit und senken die Zinsen nicht nur für das Tagesgeld und für kurzfristige Festgeldanlagen, sondern auch für Kredite. Wie schon beim Tagesgeldkonto, so gilt auch bei Krediten: Kein Vertragsabschluss, bevor nicht ein Vergleich, das heißt in diesem Falle eine Kreditvergleich, durchgeführt wurde!

Historie des EZB-Leitzinssatzes seit Bestehen der Europäischen Zentralbank

Er hat sich sehr verändert, der Leitzins, den die EZB seit ihrem Bestehen als Notenbank der Euro-Zone ausgegeben hat. In der untenstehenden Tabelle sind die jeweiligen Veränderungen ersichtlich. Festgelegt wird der Leitzins jeweils vom Rat der Europäischen Zentralbank, unter dem Vorsitz des Präsidenten der EZB.

Die Entwicklung des Leitzinses der EZB von 1999 bis heute
01.01.1999 3,00 Prozent +/- Null
08.04.1999 2,50 Prozent – 0,50 Prozentpunkte
04.11.1999 3,00 Prozent + 0,50 Prozentpunkte
03.02.2000 3,25 Prozent + 0,25 Prozentpunkte
16.03.2000 3,50 Prozent + 0,25 Prozentpunkte
27.04.2000 3,75 Prozent + 0,25 Prozentpunkte
08.06.2000 4,25 Prozent + 0,50 Prozentpunkte
31.08.2000 4,50 Prozent + 0,25 Prozentpunkte
05.10.2000 4,75 Prozent + 0,25 Prozentpunkte
10.05.2001 4,50 Prozent – 0,25 Prozentpunkte
17.09.2001 3,75 Prozent – 0,50 Prozentpunkte
08.11.2001 3,25 Prozent – 0,50 Prozentpunkte
05.12.2002 2,75 Prozent – 0,50 Prozentpunkte
06.03.2003 2,50 Prozent – 0,25 Prozentpunkte
05.06.2003 2,00 Prozent – 0,50 Prozentpunkte
06.12.2005 2,25 Prozent + 0,25 Prozentpunkte
02.03.2006 2,50 Prozent + 0,25 Prozentpunkte
08.06.2006 2,75 Prozent + 0,25 Prozentpunkte
03.08.2006 3,00 Prozent + 0,25 Prozentpunkte
05.10.2006 3,25 Prozent + 0,25 Prozentpunkte
07.12.2006 3,50 Prozent + 0,25 Prozentpunkte
08.03.2007 3,75 Prozent + 0,25 Prozentpunkte
06.06.2007 4,00 Prozent + 0,25 Prozentpunkte
03.07.2008 4,25 Prozent + 0,25 Prozentpunkte
08.10.2008 3,75 Prozent – 0,50 Prozentpunkte
06.11.2008 3,25 Prozent – 0,50 Prozentpunkte
04.12.2008 2,50 Prozent – 0,75 Prozentpunkte
15.01.2009 2,00 Prozent – 0,50 Prozentpunkte
05.03.2009 1,50 Prozent – 0,50 Prozentpunkte
02.04.2009 1,25 Prozent – 0,25 Prozentpunkte
07.05.2009 1,00 Prozent – 0,25 Prozentpunkte
07.04.2011 1,25 Prozent + 0,25 Prozentpunkte
07.07.2011 1,50 Prozent + 0,25 Prozentpunkte
03.11.2011 1,25 Prozent – 0,25 Prozentpunkte
08.12.2011 1,00 Prozent – 0,25 Prozentpunkte
05.07.2012 0,75 Prozent – 0,25 Prozentpunkte
02.05.2013 0,50 Prozent – 0,25 Prozentpunkte
07.11.2013 0,25 Prozent – 0,25 Prozentpunkte
05.06.2014 0,15 Prozent – 0,10 Prozentpunkte
04.09.2014 0,05 Prozent – 0,10 Prozentpunkte

Leitzinsen im Überblick

Die Entwicklung der Leitzinsen der wichtigsten Notenbanken und Wirtschaftsräume dieser Welt haben wir nachfolgend grafisch für Sie aufbereitet:

Quellen:

  • Deutsche Bundesbank
  • Federal Reserve System
  • Bank of Japan
  • Schweizerische Nationalbank
  • Bank of England

Wirtschaftspolitische Bedeutung des Leitzinses

Welche wirtschaftspolitischen Bedeutungen die Höhe des Leitzinses hat und wie sich eine Änderung des Zinsniveaus auswirkt, zeigt unsere Infografik:

wirtschaftspolitische Bedeutung des Leitzinses

Angebote mit hohen Tagesgeldzinsen finden

Welche Banken besonders hohe Zinsen aufs Tagesgeld bieten, zeigt unser Vergleich über den nachfolgenden Rechner bei dem Sie sowohl Einlage als auch Anlagedauer frei wählen können und im Ergebnis die besten Angebote sortiert nach der Höhe der Zinsen angezeigt bekommen:

Tagesgeldrechner:


Frage & Antworten

Stefen Weber fragte am 10.06.2014 um 13:06:11

Hallo, nach welcher Zenk senken die Banken i.d.R. ihre Kreditzinsen in der Folge einer Leitzinssenkung? Mfg

  1. Redaktion antwortete am 11.07.2014 um 9:12:00

    Diese Frage können ist generell schwer zu beantworten. Die ersten Banken reagierten bereits nach einer Woche. Ein Teil erst in den letzten Wochen. Im Schnitt also 2-4 Wochen. Natürlich gibt es etliche Banken, die bisher gar nicht reagiert haben.

Aczemia fragte am 23.08.2013 um 12:48:14

Hey ! Hätten Sie eventuell auch Unterschiede über den Leitzins zwischen z.B. der EU und der USA ?

  1. Redaktion antwortete am 24.08.2013 um 12:22:29

    Wenn Sie damit die unterschiedlichen Zinssätze in der EU und in den USA meinen, dann haben wir in unserer Statistik auf dieser Seite für jedes beliebige Datum seit dem 01.01.2000 die Leitzinsen für die EU, USA, Schweiz, Japan und England im direkten Vergleich.

Arbr fragte am 21.08.2013 um 15:07:13

Hallo. Gibt es irgendwo Informationen wie der Leitzins entstand bzw. eingeführt wurde?

  1. Redaktion antwortete am 21.08.2013 um 20:25:23

    Da der Leitzins ein Steuerungsinstrument der Notenbanken ist, gibt es ihn im jeweiligen Land so lange, wie es dort eine Zentralbank oder Notenbank gibt. Er entstand aus der Tatsache, dass Zentralbanken den Geschäftsbanken dafür gegen Verpfändung notenbankfähiger Sicherheiten Geld bereitstellen und dafür einen Zins erheben - eben den Leitzins.

Tom Fox fragte am 12.05.2013 um 21:31:57

Sehr geehrte Redaktion, tolle und verständliche Ausführungen zur Thematik. Vielen Dank dafür!! Mir ist aber folgende Frage in den Sinn gekommen: All das Geld der EZB, welches so günstig an Banken verliehen wird, kommt das wirklich in der Industrie an oder bleibt das ausschließlich/mehrheitlich im Bankensektor und wird dort verliehen/investiert (Aktien etc.). Gibt es eine öffentliche Statistik hierzu? Und wenn das Geld nicht in der Industrie ankäme würde doch auch die Inflation nicht steigen, oder? Herzlichen Dank!! MfG, T. Fox

  1. Redaktion antwortete am 13.05.2013 um 12:24:20

    Eine sehr gute Frage. Das Geld kommt derzeit leider nicht wirklich bei Verbrauchern oder der Industrie an, sondern wird zu einem Großteil von den Banken postwendend wieder bei der EZB angelegt - das ist die so genannte Einlagefazilität. Den Umfang dieser Wiederanlagen können Sie z.B. den Statistiken der Deutschen Bundesbank auf Einlagefazilität - Deutsche Bundesbank - Bestände oder Einlagefazilität - Eurosystem - Bestände entnehmen.

Kiku fragte am 2.05.2013 um 14:45:09

Liebe Redaktion, ich frage mich wie es sein kann, dass die Zinsen, die Sparer aktuell für ihre Einlagen erhalten zwar historisch niedrig sind, aber dennoch höher liegen als der Leitzins. Warum sollten Banken Sparern denn zwischen 0,75% und 1,5% auf ihre Einlagen zahlen, wenn sie sich günstiger (0,5%) über die EZB refinanzieren können?

  1. Redaktion antwortete am 6.05.2013 um 14:16:08

    Der Leitzinssatz sowie Ausleihungen bei der EZB sind ja nur eine Finanzierungsquelle für eine Bank. Keine Bank refinanziert sich ausschließlich darüber. So stellen einer Studie der Deutsche Bank DB Research von 27. Februar 2012 Sparer "...mit einem Anteil von rund 60 Prozent die wichtigste Refinanzierungsquelle der europäischen Banken dar. Gleichzeitig sind Einlagen des Privatsektors tendenziell weniger schwankungsanfällig als andere Finanzierungsinstrumente...". Weiter heißt es darin: "...Aufgrund neuer Liquiditätsanforderungen (Basel III/CRD IV) müssen sich Banken auf einen intensiveren Wettbewerb um Einlagen einstellen....". Sie sehen also, es gibt mehrere Anreize für Banken, Sparzinsen auch deutlich oberhalb des Leitzinssatzes zu bieten.

marlis Laipple fragte am 5.02.2013 um 14:31:06

Was macht denn den Unterschied zwischen Leitzins und Tagesgeldzins aus? Also wie ist dieser zu interpretieren? Vielen Dank.

  1. Redaktion antwortete am 5.02.2013 um 14:47:45

    Der Leitzins wird von der jeweiligen Zentralbank vorgegeben und gibt an, zu welchem Zinssatz sich Banken bei ihr Geld leihen können. Tagesgeldzinsen hingegen sind Zinsen, die Banken Kunden aufs Tagesgeld gewähren.

Luisa fragte am 23.11.2012 um 13:50:47

Stellen Sie die idealtypische Wirkungskette einer Leitzinssenkung dar

  1. Redaktion antwortete am 23.11.2012 um 14:49:01

    Tut uns leid. Man kann freundlich um eine Auskunft ersuchen oder den Kommandoton benutzen. Bei Ihrer Fragestellung werden wir von einer Beantwortung absehen, dazumal der Frage zu entnehmen ist, dass Sie die eigenständige Ausarbeitung einer solchen Kausalkette scheuen.

Romulus fragte am 9.06.2012 um 15:19:25

Welche Möglichkeiten hat die EZB denn, auf Finanzmarktkrisen zu reagieren? Mit welchen ihr zur Verfügung stehenden Mitteln kann sie eine solche Krise bewältigen oder abwälzen?

  1. Redaktion antwortete am 9.06.2012 um 15:23:26

    Sie kann die Leitzinsen senken und dadurch die Kreditnachfrage ankurbeln. Sie kann schlechtere Sicherheiten für Ausleihungen der Geschäftsbanken akzeptieren oder zum Beispiel einfach die Geldmenge erhöhen, indem Sie neues Geld in Umlauf bringt. Das ist nur ein Teil der Möglichkeiten, die einer Zentralbank wie der EZB zur Reaktion auf Finanzmarktkrisen zur Verfügung stehen.

Jannus fragte am 9.06.2012 um 14:54:50

welche ökonomischen Rahmenbedingungen veranlassen die EZB die Leitzinsen zu senken?

  1. Redaktion antwortete am 9.06.2012 um 15:14:41

    Es gibt eine Reihe von Gründen. Zum einen ein nicht wie gewünscht funktionierender Markt für Interbankenkredite oder eine drohende Rezession. Durch einen niedrigeren Leitzins können sich Geschäftsbanken billiger Geld bei der Zentralbank leihen, die Kreditnachfrage wird also stimuliert und damit die Investitionstätigkeit von Unternehmen sowie die Konsumfreude von Konsumenten.

Stefan fragte am 3.06.2012 um 19:01:54

Wie kommt es, dass eine Bank für Immobilien-Kredite weniger verlangt als sie an Guthabenzinsen zahlt? Zum Beispiel kann man bei der DiBa für 2,65% Geld leihen (Anschlussfinanzierung, 5 Jahre Zinsbindung) und gleizeitig bekommt man bei einem Sparbrief für 5 Jahre 3,00%.

  1. Redaktion antwortete am 4.06.2012 um 6:15:07

    Das rührt unter anderem daher, dass die Einlagen für Sparbriefe (5 Jahre) aufgrund der so genannten Fristenkongruenz für Darlehen mit bis zu 5 Jahren Laufzeit genutzt werden. Da sich die Banken derzeit bei der EZB für 1 % Zinsen faktisch unbegrenzt mit Kapital versorgen können, müssen sie nicht zwangsläufig höhere Kreditzinsen bei Immobilienkrediten verlangen als sie an Einlagenzinsen zahlen. Wenn Sie die Zinssätze für einen Ratenkredit bei der ING-DiBa mit denen des Sparbriefes vergleichen, werden Sie schnell feststellen, dass es durchaus eine positive Zinsdifferenz zu Gunsten der Bank gibt.

Brigitte fragte am 21.05.2012 um 22:17:07

Wie kann die Bank of Scotland mit 2,4 % Tagesgeldzinsen auf dem deutschen Markt Geld verdienen? Oder ist der britische Markt anders gelagert?

  1. Redaktion antwortete am 22.05.2012 um 6:19:21

    Sie verdient Geld, indem Sie das über Spareinlagen eingeworbene Geld zu höheren Zinsen verleiht. Das macht auch jede andere Bank so und die 2,40 % p.a. sind aktuell ja nicht einmal die Spitze unseres Vergleichs. Selbst die 1822direkt - als Onlinetochter der Frankfurter Sparkasse - bietet 2,25 % und Autobanken wie VW oder Audi Bank 2,30 % p.a.

Andrea Melner fragte am 13.04.2012 um 17:09:08

Wenn Banken(z.B. Bank of Scotland) wesentlich höhere Zinsen für das Einlagengeschäft zahlen als das Geld von der EZB verzinst werden muss, lässt daraus etwas zur witschaftlichen Situation der Bank ableiten? (Größeres Risiko für Anleger?)

  1. Redaktion antwortete am 14.04.2012 um 13:34:48

    Schlussfolgerungen zur wirtschaftlichen Situation der Bank lassen sich aus der Höhe der Zinsen des Einlagengeschäftes nicht ableiten. Es ist auch nicht der Leitzins als Referenz für Einlagengeschäfte anzusehen, sondern der so genannte Interbankenzins (Euribor oder Eonia). Dazu kommen etliche andere Faktoren, etwas die gesamte Kapitalstruktur und das Geschäftsmodell der Bank.

Stefanie Schulze fragte am 23.01.2012 um 17:13:24

Was für Gründe gibt es, wenn die EZB sich entschließt den Leitzins für Wertpapiere zu erhöhen? LG Steffi

  1. Redaktion antwortete am 23.01.2012 um 19:08:33

    Es gibt keinen "Leitzins für Wertpapiere". Unter einem Wertpapier versteht man eine Urkunde, die bestimmte Rechte an einem Unternehmen verbrieft. Weder für Anleihen als festverzinsliche noch für z.B. Aktien als von vielen Faktoren abhängige Wertpapiere gibt es einen zentralen Leitzins. Der Leitzins wirkt sich hingegen - wie bereits weiter oben beschrieben - auf die Zinsen von Zinspapieren sowie Krediten aus.

J.Redmann fragte am 21.11.2011 um 13:18:15

Muss eine Bank den Zinssatz für Baukredite senken, wenn sich der Leitzins senkt. J.Redmann

  1. Redaktion antwortete am 21.11.2011 um 18:10:48

    Muss sie nicht. Für Banken wesentlich relevanter sind derzeit Interbanken-Zinssätze wie der Euribor in seinen verschiedenen Laufzeiten oder etwa Zinserwartungen über die Laufzeit des Baukredites. Trotzdem kann man erwartungsgemäß davon ausgehen, dass bei einem Ansenken des Leitzinssatzes auch die Baufinanzierungszinsen sinken.

R.Hansen fragte am 6.08.2011 um 19:06:50

Die EZB hat die Leitzinsen zweimal um 0,25 % erhöht. Wiso erhöhen die Sparkassen die Zinsen für das Tagesgeld nicht?

  1. Redaktion antwortete am 7.08.2011 um 17:07:20

    Weil sie nicht dazu verpflichtet sind. Der Leitzinssatz ist eine Orientierung bei der Zinsfindung aber es besteht keine Pflicht, die Tagesgeldzinsen nach einer Leitzinserhöhung ebenfalls zu erhöhen. Das liegt vielleicht auch daran, dass die Sparkassen dank ihrer unbegrenzten und institutsübergreifenden Einlagensicherung höchstes Vertrauen genießen und deshalb nicht so hohe Zinsen bieten müssen, um frische Tagesgeldeinlagen anzuwerben.

Peter JAKOB fragte am 29.05.2011 um 19:59:09

Bei meiner Bank bekomme ich für Tagesgeld 1% Zins, mit der Begründung, dass die Bank auch Geld von der EZB für 1,25% (Leitzins) leihen kann. Nun gibt es diverse Banken, die bis 2,5% Zins für Tagesgeld bezahlen (beispielsweise die Bank of Scotland). Warum ist das so? Können diese Banken nicht auch Geld von der EZB zu 1,25% Zins leihen? Peter Jakob

  1. Redaktion antwortete am 30.05.2011 um 8:19:29

    Sicher könnten sich diese Banken auch Geld von der EZB leihen. Die Frage ist nur, ob sie das wollen. Mit der Aufnahme neuer Kredite gewinnen die Banken jedoch keine neuen Kunden. Irgendwann entsteht dann mal die Situation, dass die Bank extrem viele Kreditkunden aber kein Einlagengeschäft (Tagesgeld, Festgeld, Girokonten etc.) hat. Aus diesem Grund steuern Banken den Neukundenstrom gerne über massentaugliche Produkte wie eben Tagesgeld oder Festgeld, um einem gesteigerten Kreditvolumen ein gesteigertes Einlagevolumen entgegenzustellen.

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