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Günstigerprüfung

Tagesgeldzinsen berechnen

Wer Kapitalerträge – gleich welcher Art – oberhalb eventueller Freibeträge, des Sparerpauschbetrages bzw. des Rahmens gestellter Freistellungsaufträge erzielt, muss darauf seit dem 1. Januar 2009 Abgeltungssteuer in Höhe von 25 Prozent zuzüglich Solidaritätszuschlag und eventueller Kirchensteuer entrichten. Bis Ende 2008 wurde auf Kapitalerträge nach Abzug diverser Freibeträge und ähnlicher Faktoren noch der persönliche Steuersatz angewendet (Zinsen) bzw. die Hälfte der Erträge mit dem persönlichen Steuersatz besteuert (Kursgewinne).

Um sicherzustellen, dass die neue Abgeltungssteuer zu keiner Schlechterstellung von Anlegern führt, würde die so genannte Günstigerprüfung eingeführt (§ 32 d Abs. 6 Satz 1 EStG). Sie kann immer dann beantragt werden, wenn der persönliche Steuersatz niedriger ist als der Abgeltungssteuersatz.

Im Steuerrecht gibt es die Günstigerprüfung auch für andere Fälle wie etwa dem Kindergeld oder dem Sonderabgabenauszug bei der Riester-Rente.

Hinweis: einen Grenzsteuersatz von 25 Prozent können Steuerpflichtige bereits mit einem zu versteuernden Einkommen von rund 15.000 Euro erreichen. Unterliegen sie einem Splittingtarif, sind die 25 Prozent bereits bei rund 30.000 Euro zu versteuerndem Einkommen möglich.

Günstigerprüfung beantragen

Wer eine Günstigerprüfung durchführen lassen will, muss alle Kapitalerträge in der Anlege KAP der Jahressteuererklärung angeben (bei gemeinsam veranlagten Ehegatten müssen beide Partner die Anlage KAP ausfüllen). Die Günstigerprüfung wird beantragt, in Ziffer 1 in Zeile 4 der Anlage KAP beantragt.

Ergibt die Prüfung, dass der Abgeltungssteuersatz ungünstiger als die Besteuerung gemäß Grund- oder Splittingtarif mit dem persönlichen Einkommensteuersatz st, wird die bereits von der Bank einbehaltene Abgeltungssteuer auf eine noch zu entrichtende Einkommensteuerschuld als Vorauszahlung angerechnet bzw. im anderen Fall zurückerstattet.

Anlage KAP

Weitere Gründe für das Ausfüllen der Anlage KAP sind unter anderem:

  • Nichtausschöpfung des Sparer-Pauschbetrages
  • Nichtanrechnung ausländischer Quellensteuern
  • Verrechnung von Verlusten aus anderen Einkommensarten mit positiven Kapitalerträgen
  • Verlust- und Gewinnverrechnung zwischen mehreren Banken
  • Nichtberücksichtigung der Anschaffungskosten von Wertpapieren bei einem Depotübertrag

Angebote mit hohen Tagesgeldzinsen finden

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Frage & Antworten

hnshnk fragte am 6.05.2013 um 5:46:46

Ich hatte 2012 negative Einkünfte aus selbständiger und auch aus nichtselbständiger Tätigkeit (Einkommen = 0,außer Alg 1), wohl aber Kapitalerträge. Muss das FA trotzdem eine Günstigerprüfung vornehmen?

  1. Redaktion antwortete am 6.05.2013 um 7:46:40

    Es muss nicht, aber es kann auf Ihren Antrag hin eine Günstigerprüfung vornehmen. Tragen Sie einfach Ihre Einkommen sowie die erzielten Kapitalerträge ein und tragen Sie in Zeile 4 bei "Ich beantrage die Günstigerprüfung für sämtliche Kapitalerträge" eine "1" ein.

Ernst fragte am 27.04.2013 um 16:59:36

Hallo ich mache im jahr 40.000,00 euro durch termin geschäfte gewinn meine frau verdient brotto 42.000,00 euro im jahr wir haben keine sonstige einkünfte . Wir wollten wissen ob für uns eine günstige prüfung von vorteil ist mfg ernst

  1. Redaktion antwortete am 29.04.2013 um 9:04:02

    Eine Günstigerprüfung dürfte aufgrund der Höhe des Gesamteinkommens (40.000 + 42.000 Euro) in Ihrem Fall keinen Sinn machen.

Helmut fragte am 15.02.2013 um 17:04:05

Hallo, bin zum 31.12.2012 aus dem Arbeitsleben ausgeschieden und beziehe jetzt in 2013 nur Kapitaleinkünfte in Höhe von 24.000 Euro. Ich bin ledig, keine Kinder. Ich beziehe keine anderen Einkünfte, keine Vermietung, kein ALG, kein Hartz4/Sozialhilfe, keinerlei Renten oder Unterhalt etc., auch kein Minijob. Wenn ich in die Eink.-Steuertabelle schaue, würde ich dafür 3815 Euro Steuer bezahlen, das wären 15,9 %. Nun werden mir aber 25 % Abgeltungssteuer abgezogen von der Bank ! Bekomme ich hier also die Differenz von knapp 10% vom FA dann wieder zurück oder wird das irgendwie anders gerechnet ? Vielen Dank für die Beantwortung mfG

  1. Redaktion antwortete am 15.02.2013 um 17:49:27

    So ist es. Sie geben Ihre Kapitalerträge in Ihrer Steuererklärung an und beantragen eine Günstigerprüfung. Die Differenz zwischen Abgeltungssteuersatz und Ihrem persönlichen Einkommensteuersatz bekommen Sie dann zurückerstattet.

Marie fragte am 18.12.2012 um 9:01:31

Hallo, ich habe eine Frage bzgl. Abgeltungssteuer und Günstigerprüfung: Mein pers. Steuersatz ist 13,5 %. Zinsertrag 2011 2534,-- Euro abzgl. Freibetrag 801,-- Euro = 1733 Euro zu versteuern. 25 % aus 1733 = 433,-- Euro Abgeltungssteuer, so viel habe ich ans FA bezahlt. Mein zu verteuerndes Einkommen 2011 beträgt: 21.274 Euro. Lt Steuerbescheid bekomme ich eine Rückerstattung von 4,-- Euro? Kann das stimmen, Günstigerprüfung wurde wohl schon durchgeführt. Am Telefon beim FA bekomme ich keine richtige Antwort. Bitte um Ihre Antwort, vielen lieben Dnak im voraus

  1. Redaktion antwortete am 18.12.2012 um 10:45:46

    Das kann durchaus stimmen. Wichtig ist in einem solchen Fall der Grenzsteuersatz. Das ist der Steuersatz, mit dem der nächste Euro Ihres Einkommens besteuert wird. Bei einem zu versteuernden Einkommen von 21.274 Euro beträgt dieser rund 27,5 Prozent und liegt damit oberhalb des Abgeltungssteuersatzes.

Rolf fragte am 1.04.2012 um 17:51:55

Ich habe mehrere Steuerbescheinigungen. Kann ich davon nur einen Teil einreichen oder gilt alles oder nichts?Irgendwo ist m. E. nämlich der Nachteil, daß ich in den Solibereich auf Alles gelange und damit der Vorteil des persönlichen Steuersatzes ab diesem Punkt nicht mehr gegen istDanke!

  1. Redaktion antwortete am 2.04.2012 um 8:02:22

    Sie meinen sicher mehrere Jahressteuerbescheinigungen. Natürlich müssen Sie ALLE Bescheinigungen einreichen. Der Solidaritätszuschlag spielt doch erstmal eine untergeordnete Rolle, da Sie den so oder so zahlen müssen - entweder als Aufschlag auf die Abgeltungssteuer oder als Aufschlag auf Ihren persönlichen Steuersatz.

Peter KWOKA fragte am 30.01.2012 um 15:35:13

Hallo, bzgl. der Erstattung der Abgeltungssteuer benötige ich eine Auskunft. Folgender Sachverhalt liegt vor : - Zusammenveranlagung, Splitting, beide Ehepartner sind Rentner - Günstigerprüfung bei Kapitalerträgen wird beantragt - Kapitalerträge werden seitens des Kreditinstitutes für „Eheleute“ bescheinigt, d.h. wir sind gemeinsam und zu gleichen Teilen an Kapitalanlagen beteiligt. Frage : Können wir bei der Steuererklärung d.h. Anlage KAP gemeinsam verbindlich erklären in welchem beliebigen Verhältnis die Kapitalerträge auf die Ehepartner aufgeteilt werden sollen ? Für die Berechnung einer Erstattung der pauschal abgeführten Abgeltungssteuer ist das Verhältnis der Aufteilung der K-Erträge doch irrelevant, da Zusammenveranlagung erfolgt und nach Splittingtabelle berechnet wird. Meine Frage ist für mich deshalb wichtig, da meine persönlichen K-Erträge für die Berechnung meines Krankenkassenbeitrages bei der GKV mit herangezogen werden. Danke und Gruss aus Langerwehe Peter Kwoka

  1. Redaktion antwortete am 30.01.2012 um 15:43:55

    Wenn Sie zusammen veranlagt werden, wird nach unserem Dafürhalten jedem Partner die Hälfte der Kapitalerträge zugerechnet bzw. es werden die Sparerpauschbeträge summiert. Eine beliebige Verteilung derselben auf die Partner ist unseres Wissens nach nicht zulässig.

Heinz Windorf fragte am 11.12.2011 um 17:43:21

Redaktion antwortete am 11.12.2011 um 13:18:14 zu Ihrer Antwort. Im letzten Jahr 2010 gab es bei der Einkommensteurerklärung die Anlage "Kapitalerträge" hier wurden alle Kapitalerträge eingetragen. Weiter wurden hier die von den Banken abgeführten Steuern lt. den Steuerbescheinigungen eingetragen. Durch ankreuzen in dem Formular konnte man wünschen ob das Finanzamt eine "Günstigerprfung" durchführen sollte. Hatte man danach ein Guthaben wurde der Betrag sofort mit dem Steuerbescheid ausgezahlt. So was es in meinem Fall. Jetzt vermisse ich für 2011 den die Anlage Kapitalanlage. Vielen Dank für Ihre Antwort. Heinz W.

  1. Redaktion antwortete am 11.12.2011 um 21:14:06

    Die Anlage KAP gibt es natürlich auch für 2011. Es gibt diesbezüglich und auch hinsichtlich der Günstigerprüfung keine Änderungen zu 2010.

Heinz Windorf fragte am 11.12.2011 um 10:44:27

Ich bin Rentner mit einer geringen Rente habe aber Kapitalerträge (Zinsen) über den Freibetrag vom 800 Euro in 2011. Ist in diesen Jahr die \"Günstigerprüfung\" über die Einkommensteuer noch möglich ? Vielen Dank für Ihre Antwort. Mit freundlichen Grüßen H.W.

  1. Redaktion antwortete am 11.12.2011 um 13:18:14

    Als Rentner mit geringer Rente sollten Sie erst einmal prüfen, ob Ihre Rente + Kapitalerträge überhaupt die Grenze des steuerlichen Grundfreibetrages überschreiten. Wenn nicht, würde sich eine Nichtveranlagungsbescheinigung lohnen, die Sie bei Ihrer Bank einreichen. Eine Günstigerprüfung kann jedes Jahr beantragt werden. Für Kapitalerträge aus diesem Jahr dann also bei der Einkommensteuererklärung 2012.

E.K. fragte am 23.08.2011 um 21:12:31

Bei einer Rentnerin (Rente von 12000 EUR/Jahr) bestehen zusätzliche Zinseinnahmen für ein Darlehen an eine GbR von Familienmitgliedern (Tochter und Schwiegertochter). Höhe : 17000 EUR /Jahr. In der Einkommenssteuererklärung wurden unter der Rubrik "Kapitalerträge, die der tariflichen Einommensteuer unterliegen" die 17000 EUR angegeben. In dem Elsterformular wurden die Daten online und zsätzlich per Post dem Finanzamt mitgeteilt. Das Kästchen für Günstigerprüfung wurde nicht angekreuzt, da von Banken etc. keine Abgeltungssteuer einbehalten wurde und von einer Besteuerung nach dem individuellen Steuersatz ausgegangen wurde. Von dem Elsterprogramm wurde entsprechend eine Einkommenssteuer von ca. 2900 EUR berechnet, ohne Hinweise für Fehler. Vom Finanzamt hingegen wurde eine Einkommenssteuer von ca. 4200 EUR berechnet. Grund: Es wurde eine Abgeltungssteuer von 25 % auf die Darlehenszinsen erhoben, obwohl der individuelle Steuersatz insgesamt deutlich unter 25% lag. Das zu versteuernde Einkommen (ohne Kapitalerträge) betrug nur 3000 EUR. Begründung des FA: Das Kästchen mit der Günstigerprüfung sei nicht angekreuzt worden. Frage: Hat sich das FA korrekt verhalten? Welche Möglichkeit besteht, um gegen diesen nach unserer Ansicht nicht richtigen Steuerbescheid vorzugehen. Leider ist die Frist für die Einlegung eines Einspruchs (1 Monat) aus persönlichen Gründen (Hohes Alter der Rentnerin, Erkrankung, Urlaub des Mitwirkenden bei der EKST-Erklärung) verstrichen.

  1. Redaktion antwortete am 24.08.2011 um 6:03:56

    Da die Widerspruchsfrist verstrichen ist, dürfte kaum etwas gegen den Steuerbescheid zu machen sein. Der Fehler liegt ja nicht beim Finanzamt, sondern bei demjenigen, welcher die Steuererklärung erstellt hat (falsche Einordnung der Kapitalerträge und falsche Abschätzung der steuerlichen Auswirkungen derselben). Hier hilft unseres Erachtens nach nur, bei der nächsten Steuererklärung die Günstigerprüfung anzukreuzen oder die Steuererklärung gleich von einem Steuerberater erstellen zu lassen.

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