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comdirect Spar- und Anlageindex: Bundesbürger sparen wieder weniger

Montag den 24.08.2015

Heute hat die comdirect ihren aktuellen Spar- und Anlageindex für Deutschland veröffentlicht. Für Juli 2015 zeigt sich, dass der Indexstand wieder gesunken ist und die Bundesbürger ihr Geld lieber für Konsum ausgeben. Das Sparen ist erneut ins Hintertreffen geraten. Die Konsumlaune ist wieder gestiegen. Zudem hat die comdirect die Top Ten der Geldanlage für den vergangenen Monat veröffentlicht.

Bundesbürger mit Kauflaune statt mit Sparlust unterwegs

Im Juni dieses Jahres lag der comdirect Spar- und Anlageindex noch auf 96,5 Zählern. Im Juli sank er auf nur noch 96,2 Punkte. Die Urlaubszeit ist damit im vergangenen Monat in Sachen Konsum in vollem Gange gewesen. Dennoch gab es Bundesbürger, die auch im Juli Geld zurückgelegt haben. Diese setzten, so die comdirect, vor allem auf Anlagen mit einer festen Verzinsung.

Gestiegene Nachfrage nach Wertpapieranlagen

Die Sparneigung ist im Juli gesunken. Dafür stieg die Nachfrage nach Anlagen in Wertpapiere an. Während im Januar dieses Jahres nur 26 Prozent der Anleger in Wertpapiere investierten, waren dies im Juli bereits 31 Prozent. Dies dürfte die Folge von einer zeitweise sehr guten Performance der Aktienmärkte sein. Nach wie vor  gehen viele Bundesbürger jedoch recht verhalten mit dem Thema Wertpapieranlagen um. Stattdessen legen sie ihr Geld lieber auf schlecht verzinsten Sparbüchern an, wie bereits seit Jahrzehnten so gewohnt.

Bei der Anlage auf Sparbüchern, Tagesgeldkonten und anderen sicheren Anlageprodukten kam es nach 78 Prozent im Juni im Juli ebenfalls zu einem Anstieg. Von 78 Prozent stieg der Anteil der Sparer in diesen Anlagebereichen auf 82 Prozent.

comdirect Spar- und Anlageindex Hintergrund

Der  Spar- und Anlageindex der comdirect erscheint jeden Monat. Der Index zeigt auf, ob private Verbraucher in Deutschland von der Tendenz her eher konsumieren oder eher sparen. Für den Index werden von dem Marktforschungsinstitut Toluna 1.600 Bundesbürger befragt. Die Befragung erfolgt repräsentativ, und ergibt einen Spiegel auf die Ausgaben und Anlagen der Bundesbürger. Daraus kann die Sparneigung der Befragten herausgelesen, und damit repräsentativ für die Gesamtbevölkerung der Spar- und Anlageindex erstellt werden.

Studie zum Sparverhalten der Deutschen 2015

© comdirect

Sichere Anlageprodukte bringen nur niedrige Zinsen

Am comdirect Spar- und Anlageindex und den durch die Befragung ermittelten Top Ten der Geldanlage zeigt sich, dass viele Bundesbürger vor allem auf sichere Anlagearten setzen. Dies mag zwar auf der einen Seite löblich sein, auf der anderen Seite wird die mögliche Rendite dadurch deutlich beschnitten.

Vor allem das Sparbuch ist es, das längst nur noch Mini-Zinsen bringt und damit nicht für die Geldanlage taugt. Beim Tagesgeld gibt es in Sachen Zinsen hohe Unterschiede. Hierfür bieten Tagesgeldrechner eine gute Möglichkeit, einen Zinsvergleich durchzuführen.

Sparen auf dem Girokonto? Ein meist zinsloses Vergnügen!

Die Bequemlichkeit und/oder die Unsicherheit der Bundesbürger in Sachen Sparen zeigt sich beim Girokonto. Laut des Index der comdirect legen 57 Prozent der Privatpersonen in Deutschland ihr Geld auf einem Girokonto an. Damit haben sie zwar Geld auf der hohen Kante, dies aber in den meisten Fällen zugleich zu einem hohen Preis: einer Nullverzinsung.

Nur selten werden die Guthaben auf Girokonten deutscher Banken verzinst. Somit wird Geld gespart, ohne dafür als Gegenleistung Zinsen zu erhalten. Die reale Verzinsung liegt damit automatisch im negativen Bereich.

comdirect Spar- und Anlageindex Top Ten Geldanlage im Juli 2015

Die folgende Informationsgrafik enthält die Informationen zu den Top Ten Geldanlagen der Deutschen im Juli 2015. Die Daten sind der comdirect Studie entnommen und wurden hier noch einmal grafisch aufgewertet. Das beliebteste Anlageprodukt der Deustchen mit 58 % ist immer noch das Sparbuch, gefolgt von 57 % für das Girokonto. Auch das Tagesgeld wird mit 39 % von knapp der Hälfte der Deutschen bespart. Bausparverträge (34 %), Altersvorsorge (32 %), Lebensversicherungen als auch das Bargeld als reine Geldanlage befinden sich im Mittelfeld. Fonds (21 %), Festgeld (20 %) und Aktien (15 %) dagegen, befinden sich auf den letzten Plätzen. Vor allem bei Fonds und Aktien zeigt sich erneut das Sicherheitsbedürfnis der Deutschen.

Säulendiagramm zu Top Ten Geldanlagen der Studie comdirect

© Franke Media

Mehr Mut zum Risiko!

Viele Bundesbürger legen Geld zurück. Doch nach wie vor kommt es dabei zu Anlagefehlern. Vor lauter Unsicherheit aber auch vor lauter Bequemlichkeit, werden nicht verschiedene Anlagearten unter die Lupe genommen, sondern das Geld wird wie gehabt

  • auf das Sparbuch gelegt oder
  • gleich auf dem Girokonto belassen.

Viel wichtiger wäre es, sich nach verschiedenen Anlagearten umzusehen, diese für sich zu prüfen und dann die sich bietenden Chancen zu nutzen. Der Mut zum Risiko hat in der Geldanlage seit jeher dazugehört. Nur wer Wagnisse eingeht, auch Verluste hinnimmt, und aus diesen lernt, kann am Ende aus seinem Geld ein kleines oder gar größeres Vermögen aufbauen.

Fazit

Sparen ist, bei aller Liebe zum Konsum, eine wichtige Sache. Wer Geld anlegen will, um für schlechtere Zeiten oder für das Alter etwas auf der hohen Kante haben möchte. Sollte seine Geldanlage jedoch gut planen und sein Geld nicht schlecht verzinst auf einem Sparbuch belassen.

Auch auf dem Girokonto haben Sparbeträge nichts zu suchen, da hierfür nur selten Zinsen gezahlt werden. Viel wichtiger ist eine breite Streuung der Ersparnisse mit unterschiedlich hohem Risiko sowie unterschiedlichen Renditechancen.

Mehr über Geldanlage und verschiedene Anlagemöglichkeiten finden Sie hier: (und entsprechend verlinken)


 
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