1,01% p.a.



Verbraucherpreise halten sich die Waage mit den Sparzinsen

Freitag den 28.02.2014

Die Inflationsrate für Februar 2014 wird, den vorläufigen Berechnungen des Statistischen Bundesamtes nach, bei 1,2 Prozent liegen. Damit liegt der Verbraucherpreisindex erneut niedriger. Im Januar dieses Jahres hatte die Preissteigerungsrate noch bei 1,3 Prozent gelegen. Damit entspannt sich die Lage auch für die deutschen Sparer ein wenig, die Verbraucherpreise halten sich die Waage mit den Sparzinsen – es sei denn, man legt seine Ersparnisse zu Minizinsen an.

Sparer gefangen zwischen Nominalzinsen und Realzinsen

Für Sparer ist es nicht erst seit gestern schwer, tatsächlich noch eine Rendite aus ihren Spareinlagen zu erhalten. Während die Nominalzinsen vor einiger Zeit noch höher waren, lag auch die Inflationsrate höher, einen realen Zinsertrag zu erzielen ist damit schon eine ganze Weile ein schweres Unterfangen.

Der Sparer steht damit aufgrund der immer niedrigeren Nominalverzinsung, aber zugleich kaum niedrigeren Inflationsrate vor der Frage, wohin er eigentlich soll mit dem Geld, das er als (sichere) Spareinlagen anlegen möchte. Mehr als die 1,20 Prozent p.a. sollte es dann doch schon sein, um neben dem Ausgleich der Inflation auch noch einen zumindest kleinen Zinsertrag zu erhalten. Doch immer weniger Banken bieten diese Möglichkeit überhaupt an.

Und so tragen viele Sparer ihr Geld zur Bank, damit sie wenigstens etwas auf der hohen Kante haben, und bekommen mitunter so niedrige nominale Zinsen dafür, dass nach Abzug der eigentlich niedrigen Inflationsrate doch immer noch ein Minus in Sachen Realverzinsung übrig bleibt. Vor allem die Filialbanken tun sich derzeit immer schwerer, ihren Kunden überhaupt noch halbwegs akzeptable Zinsen für deren Spareinlagen wie Tagesgeld und Festgeld zu geben und wundern sich danach, wieso diese dann zu anderen Banken abwandern mit ihrem Geld.

Schere zwischen Filialbanken und Direktbanken groß bei den Sparzinsen

Wo die einen ihren Kunden nur noch Minizinsen anbieten, sehen die anderen immerhin noch die Chance, bei schlechtem Marktumfeld doch noch halbwegs passable Zinsen für ihre Spareinlagen anzubieten. Zinsen weit unter 1,00 Prozent p.a., wie sie gerade bei Filialbanken derzeit meist vorkommen, sollten Sparer weder beim Festgeld noch beim Tagesgeld hinnehmen. Hier sollte es dann keine Rolle spielen, ob es sich dabei um die langjährige Hausbank handelt. Denn niemand wird es einem danken, wenn man sein Geld Jahr für Jahr „unter Wert verkauft“, auch die eigene Hausbank nicht.

Besser sieht es mit den Zinsen für Spareinlagen, auch in 2014, bei einigen Direktbanken aus. Zwar gibt es auch Direktbanken, bei denen sich das Tagesgeld- oder ein Festgeldkonto ebenfalls nicht mehr lohnt, aber wer sich die Zeit nimmt für die Angebote, die mit einigermaßen akzeptablen Zinsen dann eben doch aus der Masse herausstechen, der findet auch in diesem Jahr immer noch die eine oder andere Bank, die Zinsen auf der Höhe der Inflationsrate oder aber gar leicht darüber anbietet.

Sparzinsen werden vorerst nicht steigen

Die Zinsen für Spareinlagen wie Festgeldkonten und Tagesgelder werden auf absehbare Zeit erst einmal nicht steigen. Stattdessen müssen Sparer derzeit einige Zinssenkungen bei den Topanbietern in diesem Bereich hinnehmen.

  • Ab morgen gibt es beispielsweise bei der ING-DiBa nur noch 1,25 Prozent p.a. statt wie bisher 1,50 Prozent p.a. für das Tagesgeldkonto,
  • Cortal Consors senkt die Zinsen für das Tagesgeld, von bislang 1,40 Prozent p.a. auf nur noch 1,30 Prozent p.a.
  • und auch der einstige Spitzenanbieter für Tagesgeldkonten, die Bank of Scotland schraubt an den Zinsen herum.

Für Sparer wird die Auswahl von Tagesgeldkonten mit guten Zinsen immer weniger werden. Durch die gesunkene Inflationsrate wird es jedoch zumindest in naher Zukunft möglich sein, immerhin die Preissteigerungsrate auszugleichen, auch wenn dann unter dem Strich nicht mehr als plus/minus Null drin sein wird für die Sparer. Steigen werden die Sparzinsen zumindest vorerst nicht, die Zinswende wird wohl erst im kommenden Jahr vonstatten gehen können. Es sei denn, die Europäische Zentralbank erhöht noch in diesem Jahr sehr überraschend den Leitzins, dies ist jedoch eher wenig wahrscheinlich.


 
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