1,22% p.a.



Europäische Tochter der Russland-Bank will an das Geld deutscher Sparer

Dienstag den 5.08.2014

Die Sanktionen gegen Russland werden immer schärfer. Bei der jüngsten Erweiterung der Maßnahmen wegen der Ukraine-Krise haben die Europäische Union und die USA auch Sanktionen gegen russische Banken beschlossen. Die fünf betroffenen Banken:

  • Sberbank
  • VEB
  • VTB
  • Gazprombank und
  • Rosselkhozbank

haben zum Teil  europäische Töchter, die auch in Deutschland agieren, darunter die VTB Direktbank.

Die größte russische Bank, die Sberbank, hat ebenfalls eine Direktbanktochter, die wie die VTB Direktbank von Österreich aus tätig ist, und inzwischen in Deutschland ein hoch verzinstes Tagesgeldkonto anbietet.

Österreichs Einlagensicherung zuständig

Wer Anlagen bei der VTB Direktbank, der DenizBank (die mittlerweile ebenfalls zur Sberbank gehört) und nun auch bei der Sberbank tätigen will, der stellt beim Thema Einlagensicherung fest: Diese läuft nicht über Russland, sondern für die genannten europäischen Töchter russischer Banken ist die österreichische Einlagensicherung zuständig.

Für Sparer hat dies den Vorteil, dass sie so die EU-weite gesetzliche Absicherung von 100.000 Euro je Kunde genießen, falls eine der Direktbanken Pleite gehen sollte. Wie dies im Falle des Abzugs von Geldern durch die russische Mutterbank aussehen würde? Dies ist die große Frage, vermutlich würde auch dann die Einlagensicherung Österreichs greifen und greifen müssen, da sie es letztlich ist, die für den finanziellen Schaden der Sparer aufkommen müsste.

Russlands Banken weiten Geschäfte nach Europa aus

Die von den Sanktionen betroffenen Banken können nicht mehr tätig sein in Europa und den USA. Anders sieht es mit den europäischen Töchtern aus, von denen die Sberbank Direct eine ist. Dass Russlands Banken sich nun aufmachen, und ihre Geschäfte nach Europa und vor allem im Sparerland Deutschland ausweiten, könnte Kalkül sein. Oder aber einfach nur der Wunsch, den viele anderen Banken haben: Einen Teil vom Kuchen zu erhalten, den es hierzulande bei den Sparern zu holen gibt.

Sberbank wird zum Spitzenanbieter beim Tagesgeld

Logo Sberbank Direct

© Sberbank

Auf Anhieb hat die Sberbank mit ihrem Tagesgeldangebot den Sprung zum Spitzenanbieter geschafft. Für das Sberbank Tagesgeld gibt es 1,20 Prozent p.a. an Zinsen, plus einen Neukundenbonus von 0,10 Prozent p.a. Unter dem Strich macht dies attraktive 1,30 Prozent p.a. an Zinsen, die bis zum 31. Dezember 2014 garantiert sind.

Einen Mindestanlagebetrag gibt es beim Tagesgeld der Sberbank ebenso wenig wie einen maximalen Anlagebetrag. Doch es ist empfehlenswert, nicht mehr Geld bei der österreichischen Direktbank-Tochter der russischen Bank anzulegen, wie über die gesetzliche Einlagensicherung in Österreich abgesichert ist. Diese liegt, wie bereits oben angeführt, bei maximal 100.000 Euro je Kunde.

Sollten Sparer bei der Sberbank Direct anlegen?

Russlands große Banken unterliegen den Sanktionen der Europäischen Union und der USA. Diese gelten aber nicht für die europäischen Tochterbanken. So ist es kein Wunder, dass die russischen Banken auf dem Wege dieser Töchter das Geld verdienen wollen, dass den Mutterinstituten in Europa und den Vereinigten Staaten derzeit versagt ist.

Legitim ist es, daran ist es nichts zu rütteln. Ob die Sparer sich darauf einlassen wollen, ist die andere Seite der Medaille. Ob das Tagesgeld der Sberbank Direct aufgrund seiner guten Konditionen zu empfehlen ist oder nicht, sollte dabei jedem Sparer selbst überlassen werden. Wir führen das Sberbank Tagesgeld deshalb in unserem Tagesgeldvergleich, weil wir glauben, dass die Entscheidungsfreiheit beim Anleger liegen sollte und nicht bei dem, welcher das Ranking verwischt, nur weil ihm bestimmte Angebote nicht passen.

Mit den aktuellen 1,30 Prozent p.a. stellt das Tagesgeld der Sberbank Direct derzeit eines der besten Angebote im Bereich der Tagesgeldkonten dar. Deshalb ist es wichtig, darüber zu berichten. Einen Reim darauf machen muss sich jeder Sparer vor einer Anlage auf einem dieser Konten, ganz egal, ob die anbietende Bank nun Sberbank heißt oder nicht. Man könnte die Sache nun natürlich noch weiter denken, und über den Sinn oder Unsinn solcher Sanktionen berichten. Dies aber würde zu politisch werden, und wäre damit irgendwann am eigentlichen Thema vorbei, einem attraktiven Tagesgeldkonto bei einer in Europa zugelassenen Bank, deren Spareinlagen durch die EU-weit vorgegebene gesetzliche Einlagensicherung geschützt sind.

Tagesgeldrechner:



 
Tagesgeld_160x600