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Werden Tagesgeldkonten zum Risiko für die Banken?

Dienstag den 11.03.2014

Die Sparzinsen sind niedrig, egal ob für Sparbücher, Festgeldkonten oder Sparbriefe. Kein Wunder, dass in genau dieser Zeit immer mehr Verbraucher umsteigen in Sachen Sparen und statt auf mittelfristige Spareinlagen auf das kurzfristige Sparen auf einem Tagesgeldkonto setzen. Doch was für die Sparer praktisch ist, zumal der eine oder andere Tagesgeldanbieter recht gute Zinsen für sein Tagesgeldkonto bietet, wird im Umkehrschluss immer risikoreicher für die Banken.

Nach Zinssenkungen Gefahr von hohen Kapitalabflüssen

Sind die Zinsen gut bei einer Bank, findet sie schnell viele neue Sparer, die dort ihr Tagesgeld anlegen möchten, dies haben die vergangenen Jahre immer wieder gezeigt. Doch was den Banken bei attraktiven Tagesgeldzinsen dient, kann ihnen im Falle von Zinssenkungen in diesem Bereich hohe Kapitalabflüsse bescheren. Damit könnte jedoch das ganze finanzielle Konstrukt einer Bank ins Wanken gerade, und die für Banken so wichtige Refinanzierung für große Teile plötzlich ausfallen.

–>  Zahlreiche Tagesgeldkonten im Vergleich

Der große Vorteil bei einem Tagesgeldkonto ist Sparer die Tatsache, dass Tagesgeld immer eine kurzfristige Anlageart mit schneller Verfügbarkeit ist. Das bedeutet, das Geld das auf einem Tagesgeldkonto angelegt wird, kann täglich wieder abgerufen werden. Für die Sparer hat dies den Vorteil, dass sie Geld auf die hohe Kante legen können, über das sie schnell wieder verfügen können, ohne erst Laufzeiten und / oder Kündigungsfristen abzuwarten.

Vorteil für Sparer = Nachteil der Banken?

Was für die Sparer natürlich bedeutet, sie sind beim Tagesgeld auf der sicheren Seite, da sie nicht abwarten müssen, bis die Bank das Geld wieder freigeben möchte, sondern ihnen die Freigabe ihres auf dem Tagesgeldkonto angesparten Geldes natürlich zusteht. Und genau hier wird es für die Banken mitunter unangenehm.

–>  Unser Tagesgeld Rechner zeigt Ihre Zinsen

Sind die Zinsen gut und bleiben die Sparer ihrer Bank treu, belassen sie ihr Tagesgeld natürlich auch genau auf dem Konto, auf dem sie es bislang angelegt hatten. Doch merken die Sparer, dass sich die Zinspolitik ihrer Banken drastisch ändert, oder aber andere Banken deutlich höhere Zinsen anbieten für ihr Tagesgeldkonto, ist der eine oder andere schnell weg und wechselt dann oft gleich mit dem gesamten Geldbetrag, den er angelegt hatte.

Für die Banken kann dies mitunter sehr bitter werden, verlieren sie doch mitunter viel Geld zu ihrer Refinanzierung, wenn ein Sparer einen hohen Betrag auf einmal abzieht, oder viele Sparer kleinere Beträge, aber allesamt auf einen Schlag. Dann kommt die Rechnung der Bank nicht mehr so auf, wie es bisher tat und plötzlich wird das Tagesgeld vom Kundenbringer zum Risikofaktor.

Beim Tagesgeld auf Solidität der Banken achten!

Für Sparer ist es deshalb wichtig, beim Tagesgeld wie natürlich auch bei den anderen sicheren Anlagearten (zum Beispiel Festgeld und Sparbriefe) auf die Solidität der Bank zu achten, bei der das Geld angelegt werden soll. Gerade hier mussten zahlreiche Anleger in Deutschland in den vergangenen Jahren herbe Dämpfer hinnehmen. Erst wurde die isländische Kaupthing-Edge, die hierzulande mit hohen Tagesgeldzinsen geworben hatte, dicht gemacht. Dann wurde die noa bank, die zwar deutscher Herkunft aber deren Geschäftsmodell zwar recht gut klang, zugleich aber aber auch undurchsichtig war, von der BaFin geschlossen. In beiden Fällen waren zehntausende Sparer von der Schließung der Bank betroffen, teilweise ging es dabei um Anlagesummen in Millionenhöhe.

Es ist deshalb unerlässlich, sich eine Bank gut und gründlich anzusehen, bevor man sein Geld dort anlegt. Gerade beim Tagesgeld wie auch beim Festgeld wird das Angebot immer größer – aber auch immer unüberschaubarer für Laien. Eine Vielzahl von Banken war vor ihrer Angebotsstellung in Deutschland nahezu unbekannt bis ganz unbekannt. Sparer, die ein Tagesgeldkonto eröffnen und ihr Geld darauf anlegen möchten, sollten deshalb nicht nur auf die Höhe der angebotenen Zinsen achten, sondern auch darauf, wie stabil die jeweilige Bank in Wirklichkeit ist.

Und ganz wichtig: Sparer sollte nie mehr Geld auf einem Tagesgeldkonto, wie natürlich auch auf einem Festgeldkonto anlegen, wie über die Gesetzliche Einlagensicherung abgedeckt ist. EU-weit gilt hier der Betrag von  100.000 Euro je Kunde.


 
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