1,07% p.a.



Ehemaliger Spitzenreiter beim Tagesgeld verliert den Anschluss

Mittwoch den 26.02.2014

Ja, das waren noch Zeiten, in denen die Bank of Scotland ganz oben stand in Sachen Tagesgeldranking. Heute sehen die Zeiten ganz anders aus für die britische Bank, und werden für die dortigen Kunden vorerst auch nicht mehr besser werden, wie die bald kommende Zinssenkung beim Tagesgeld der Bank nun zeigt.

Kommende Zinssenkung für alle Kunden

Zum 5. März dieses Jahres senkt die Bank of Scotland die Zinsen für ihr Tagesgeldkonto. Derzeit gibt es noch 1,20 Prozent p.a. für das Tagesgeld, ab kommendem Mittwoch dann nur noch 1,10 Prozent p.a., wie die Direktbank mittlerweile auf ihrer Webseite bekannt gab. Damit rutscht der sowieso schon niedrige Zinssatz für das Bank of Scotland Tagesgeld um weitere 10 Basispunkte ab, und die Bank verliert sich damit immer mehr in den Tiefen des Tagesgeldrechners mit ihrem Tagesgeldkonto.

Problemfall gleicher Zinssatz für alle

Das Problem, das sich bei der Bank of Scotland darstellt, betrifft jedoch nicht nur allein die britische Direktbank, die hier vor Jahren  durch ihre hohen Zinsen für das Tagesgeldkonto bekannt wurde, sondern auch andere Banken, die den gleichen Zinssatz für alle anbieten. Während andere Banken zum Teil einen Unterschied zwischen Neukunden und Bestandskunden machen, beispielsweise die ING-DiBa, Cortal Consors, die VW Bank und die Audi Bank, die VTB Direktbank und die Südtiroler Sparkasse, bieten die Renault Bank direkt, MoneYou wie auch die Bank of Scotland den gleichen Zinssatz für alle an.

Damit ist natürlich eine deutlich schlechtere Planbarkeit gegeben für die Banken, da sie die gleichen Zinsen für alle Kunden bezahlen müssen und nicht nur für einen bestimmten Kundenkreis und zugleich nur über eine absehbare Zeit. Denn während die einen eine Zinsgarantie anbieten, die eine bestimmte Laufzeit hat, bieten Banken wie die Bank of Scotland einen Zinssatz für alle an und nehmen sich damit selbst jegliche Planbarkeit seitens der Zinsen, die sie ausschütten müssen an ihre Kunden.

Zinsgarantie mit überschaubarem Anlagebetrag

Die Ideallösung für die Banken wäre natürlich angesichts der gegenwärtigen Zinssituation in Deutschland, von den gleichen Zinsen für alle auf Neukundenangebote mit Zinsgarantie und mit einem überschaubarem Anlagebetrag umzustellen.

Aber: geht das überhaupt? Die Banken, die bisher den gleichen Zinssatz für alle gefahren haben, müssten dann letztlich von heute auf morgen umstellen, und drohen dadurch natürlich auch einen Teil ihrer Bestandskunden zu vergraulen und deren Einlagen zu verlieren. Aber eine andere Lösungsmöglichkeit erscheint es derzeit kaum zu geben für die betroffenen Banken.

Oder aber es kommt der Rundumschlag und die Zinsen sinken gleich für alle, wodurch natürlich die jeweilige Bank wie jetzt die Bank of Scotland zugleich auch deutlich unattraktiver wird für Neukunden. Und aber nicht minder weniger attraktiv für ihre bisherigen Bestandskunden und somit gleich in beiden Kundenkreisen den Anschluss zu verlieren droht.

Auch die ING-DiBa passt ihre Tagesgeldzinsen an

Doch nicht nur die Bank of Scotland passt in diesen Tagen ihre Zinsen an. Auch die ING-DiBa schraubt an ihren Tagesgeldzinsen und senkt diese bereits auf Samstag dieser Woche, den 1. März 2014. Und während die Zinssenkung beim Bank of Scotland noch moderat bleibt mit den 10 Basispunkten weniger, geht die ING-DiBa gleich den harten Weg und senkt die Zinsen für ihr Neukundenangebot um gleich 25 Basispunkte.

Derzeit liegt das Extra-Konto der Direktbank, wie das Tagesgeldkonto bei der ING-DiBa heißt, noch auf 1,50 Prozent p.a. für Anlagebeträge bis zu 100.000 Euro, mit einer Zinsgarantie von vier Monaten nach Kontoeröffnung. Ab 1. März dieses Jahres gibt es dann nur noch 1,25 Prozent p.a. für Neukunden, mit gleicher Zinsgarantie und gleichem Maximalbetrag für die Anlage. Ebenfalls gesenkt wird der Prämienzins für Kunden der ING-DiBa, welche ihre Bank an Freunde, Bekannte etc. weiterempfehlen. Damit gibt sich auch die ING-DiBa geschlagen, was die Verzinsung für das Tagesgeldkonto angeht und zückt den Rotstift.

Gehen die Banken von einer kommenden Leitzinssenkung aus?

Die derzeitigen Zinssenkungen könnten dabei jedoch möglicherweise nicht nur für sich allein stehend, sondern auch im Kontext betrachtet werden. Kommende Woche Donnerstag steht wieder eine Ratssitzung der EZB an und nicht erst seit gestern befürchten Experten, dass der Rat der Europäischen Zentralbank nun endgültig den Leitzins beschneidet und diesen möglicherweise gar bis auf 0,00 Prozent senkt.

Noch sind dies natürlich nur Vermutungen, aber die Zinssenkungen zweier so wichtiger und vor allem auch seit Jahren etablierter Banken im Bereich der Spareinlagen könnten durchaus darauf hinweisen, dass die Banken von einer kommenden Leitzinssenkung ausgehen. Somit könnte es in naher Zukunft durchaus weitere Zinssenkungen auch bei anderen Geldinstituten geben, die Tagesgeldkonten anbieten. Doch ob diese dann auch so hoch ausfallen werden wie bei der ING-DiBa ist fraglich, zumindest ist es nicht zu hoffen.


 
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