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Tagesgeldmarkt wächst: Holländische Banken ergattern Marktanteile

Dienstag den 4.12.2012

Aktuelle Zinsen für Tages- und Festgeldkonten im Internet zu vergleichen, gehört für den Privatleger mittlerweile zur Routine vor Anlageentscheidungen. Gerade in dem aktuellen Niedrigzinsumfeld wird Transparenz umso wichtiger. Schließlich unterscheiden sich viele Angebote oft nur um Zehntel-Prozentpunkte oder Zusatzleistungen, die so auf einen Blick übersichtlich differenziert werden können. Beim Blick auf die Listen mit Tagesgeldanbietern fällt auch auf, dass niederländische Banken ihre Präsenz am deutschen Geldmarkt stark ausgeweitet haben. Von den 80 Milliarden Euro, die der Markt für Tages- und Festgeld jährlich wächst, vereinen niederländische Institute wie die Rabobank oder ABN Amro einen immer größeren Anteil auf sich. Dies wirft die Frage auf: Warum haben gerade holländische Banken ihre Aktivität auf dem Bankenmarkt in Deutschland so stark erhöht?

Die Frage ist relativ einfach zu beantworten. Auf den ersten Blick scheint allein die Größe des Bankenmarkts in Deutschland im Vergleich zu dem in den Niederlanden ein gewichtiger Faktor zu sein. 17 Millionen Niederländer haben offensichtlich für die vielen Banken nicht annähernd ein so großes Sparvolumen, wie es auf dem deutschen Markt trotz erheblicher Konkurrenz noch immer verfügbar zu sein scheint. Das Wachstum des deutschen Bankenmarktes scheint kaum zu brechen, denn nur so lässt sich der stetige Zuwachs an neuen Anbietern erklären. Insbesondere für Online-Banken scheint der Markt attraktiv zu sein, da hier mit sehr geringem Aufwand allein zu Refinanzierungszwecken erhebliche Summen an Finanzmittel akquirierbar sind. Und das aktuell auch noch zu sehr günstigen Konditionen. Wer wie die ING-DiBa beispielsweise Sparern im Online-Angebot einen Zins von 2,00 Prozent gutschreibt und auf der anderen Seite Immobilienkredite für 4,00 Prozent ausreicht, hat eine beträchtliche Zinsmarge.

Diese Margen sind selbst in einem Niedrigzinsumfeld zu erwirtschaften, da gerade die Online-Banken verschwindend geringe Kosten aufweisen. RaboDirect hat beispielsweise gerade einmal ein Team von 40 Mitarbeitern in Frankfurt. Die Bank MoneYou operiert komplett aus den Niederlanden und hat nur wenige Vertreter in Frankfurt. Durch externe Mitarbeiter – etwa in Callcentern – können zudem weitere Kosten gespart werden.


 
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