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Verbraucherpreise in der Euro-Zone auf Fünf-Jahres-Tief

Freitag den 17.10.2014

Die jährliche Teuerungsrate für die Euro-Zone lag im September 2014 nur noch auf 0,3 Prozent, wie die europäische Statistikbehörde Eurostat bekanntgab. Damit sind die Verbraucherpreise für die Währungsunion auf einem 5-Jahres-Tief angekommen. Zuletzt hatte die Inflationsrate für die Euro-Zone im Oktober 2009 niedriger gelegen. Im September 2013 lag die Jahresteuerung noch auf 1,1 Prozent.

Dies zeigt, dass die geldpolitischen Maßnahmen der Europäischen Zentralbank (EZB) derzeit noch nicht greifen.

Statistik: Euro-Zone: Inflationsrate von September 2013 bis September 2014 (gegenüber dem Vorjahresmonat) | Statista
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Rückgang der Jahresteuerung in der EU

Nicht viel besser als in der Euro-Zone sieht es in der Europäischen Union (EU) aus. Mit 0,4 Prozent lag die Inflationsrate im September dieses Jahres nur knapp über der Jahresteuerung des Euroraums. Im August hatte die Inflationsrate für die EU noch auf 0,5 Prozent gelegen.

Mit der Jahresteuerungsrate von 0,4 Prozent wurde die niedrigste Inflationsrate seit September 2009 in der EU erreicht. Im September des vergangenen Jahres hatte die Jahresteuerung in der gesamten Europäischen Union noch auf 1,3 Prozent gelegen. Die monatliche Teuerungsrate betrug im September dieses Jahres im Vergleich mit August 0,3 Prozent.

Negative Inflationsraten in acht Staaten

In gleich achten Staaten wurden im September 2014 negative Jahresteuerungsraten gemessen. Am stärksten traf es Bulgarien mit minus 1,4 Prozent und Griechenland mit minus 1,1 Prozent. Ebenfalls mit negativen jährlichen Inflationsraten warteten Ungarn mit minus 0,5 Prozent, Spanien mit minus 0,3 Prozent, Polen mit minus 0,2 Prozent sowie Italien, Slowenien und die Slowakei mit minus 0,1 Prozent auf.

Damit hat sich an der Zahl der Staaten, die eine negative Jahresteuerungsrate vorweisen, gegenüber dem Vormonat August nicht verändert. Dafür gingen die jährlichen negativen Inflationsraten in Bulgarien und in Griechenland deutlich nach oben. Im August 2014 hatte die Jahresteuerungsrate in Bulgarien noch auf minus 1,0 Prozent gelegen. In Griechenland sogar nur auf minus 0,2 Prozent. Vor allem im hoch verschuldeten Griechenland setzt sich damit eine bedenkliche Entwicklung der Preise fort.

Die höchsten Jahresteuerungsraten im September 2014

Anders als in den Staaten, die mit einer Deflation zu kämpfen haben bzw. dort hineinzurutschen drohen, sieht es in den Staaten mit dem höchsten positiven jährlichen Inflationsraten aus. In Rumänien lag die Jahresteuerungsrate im September auf 1,8 Prozent, in Finnland auf 1,5 Prozent und in Österreich auf 1,4 Prozent.

In nur neun Staaten stieg laut Eurostat die Inflationsrate im September dieses Jahres gegenüber dem Vorjahresmonat an. In zwei Staaten blieb die Jahresteuerung auf dem Niveau des September 2013. In gleich 17 Mitgliedstaaten hingegen gab es einen Rückgang der Inflationsrate gegenüber dem Vorjahr. Die EZB wird damit vor die Frage gestellt, was sie nun noch tun kann, um die Euro-Zone zu stabilisieren. In einigen Tagen soll mit dem Ankauf von sogenannten Ramschpapieren begonnen werden.

Keine Chance für die Preisstabilität?

Die Jahresteuerungsraten in der Euro-Zone und der Europäischen Union sind weiter gesunken. Dies zeigt, wie schwer es für die Notenbanken der Länder derzeit ist, der Entwicklung entgegenzusteuern.


 
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