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Inflationsrate in der Euro-Zone im Juni 2014 auf 0,5 Prozent

Freitag den 18.07.2014

Die Verbraucherpreise in der Euro-Zone sind weiter weit entfernt von der Preisstabilität von 2,0 Prozent, welche die EZB seit Jahren einfordert. Die Inflationsrate in der Euro-Zone lag auch im Juni dieses Jahres auf 0,5 Prozent wie die Berechnungen der Europäischen Statistikbehörde Eurostat ergaben. Die jährliche Teuerungsrate für den Euro-Raum zeigte damit keine Veränderung gegenüber Mai 2014, wo die Inflationsrate ebenfalls auf 0,5 Prozent gelegen hatte.

Inflationsrate im Jahresvergleich deutlich gefallen

Im Mai 2013 hatte der HVPI, der Harmonisierte Verbraucherpreisindex, für die Euro-Zone noch auf 1,6 Prozent gelegen und damit deutlich näher an der geforderten Preisstabilität. Gegenüber Mai 2014 ist die Inflationsrate im Juni um 0,1 Prozent angestiegen wie Eurostat weiter mitteilte.

Der Kampf gegen die Deflation im Euro-Raum ist damit weiterhin nicht gelungen. Die geldpolitischen Maßnahmen der Europäischen Zentralbank sind auch im Juni verpufft und damit genau in dem Monat, in dem sowohl der Leitzins weiter gesenkt wie ein Strafzins auf Bankeinlagen bei der EZB eingeführt wurde.

Inflationsrate in der EU leicht gestiegen

Während die Verbraucherpreise in der Euro-Zone stagnierten, gab es bei der Inflationsrate in der EU einen leichten Anstieg. Im Mai 2014 hatte die jährliche Teuerungsrate für die Mitgliedsstaaten der Europäischen Union auf durchschnittlich 0,6 Prozent gelegen. Im Juni stieg der HVPI auf 0,7 Prozent. Auf dem gleichen Niveau bewegte sich die monatliche Teuerungsrate, die für die EU-Staaten ebenfalls auf 0,1 Prozent lag.
Statistik: Europäische Union: Inflationsrate von Juni 2013 bis Juni 2014 (gegenüber dem Vorjahresmonat) | Statista
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Hohe Unterschiede zwischen den einzelnen Staaten

Die jährlichen Teuerungsraten im Vergleich zeigen auf wie hoch die Unterschiede zwischen den einzelnen Staaten sind. Im Juni 2014 lag die höchste negative Jahresteuerungsrate bei minus 1,8 Prozent.Die höchste Inflationsrate bei 1,9 Prozent.

Zusammengerechnet sind dies 3,7 Prozent, welche die Inflationsrate in Bulgarien mit dem höchsten negativen Wert von der Jahresteuerung in Großbritannien mit 1,9 Prozent trennt. Damit geht weiter ein Riss durch die Europäische Union, der aufzeigt wie schwer es ist, alle Staaten unter einen Hut zu bringen.

Die höchsten Inflationsraten im Juni 2014

Im Juni dieses Jahres konnten nur fünf Staaten eine jährliche Teuerungsrate von mindestens 1,0 Prozent vorweisen:

  • Darunter Deutschland mit 1,0 Prozent.
  • Die Inflationsrate in Slowenien lag ebenfalls auf diesem Wert.
  • Einen HVPI von 1,1 Prozent hatte im Juni Finnland, Luxemburg 1,2 Prozent.
  • Deutlich höher lag die Inflationsrate in Österreich mit 1,7 Prozent.
  • Die Preisstabilität fast erreicht hat Großbritannien mit 1,9 Prozent, und damit zugleich der höchsten Jahresteuerung in der gesamten Europäischen Union im Juni dieses Jahres.

Die niedrigsten Inflationsraten im Juni 2014

Fernab der geforderten Preisstabilität befanden sich im Juni dieses Jahres die meisten Staaten der Euro-Zone und der EU.

  • Die höchste negative jährliche Teuerungsrate wurde in Bulgarien gemessen mit minus 1,8 Prozent.
  • Leicht besser sah es in Griechenland aus mit minus 1,5 Prozent.

Ebenfalls negative jährliche Inflationsraten, aber auf einem niedrigeren Niveau hatten im Juni

  • Portugal mit minus 0,2 Prozent sowie
  • Ungarn und die Slowakei mit je minus 0,1 Prozent.

Dies zeigt, dass selbst zwischen den Staaten mit negativen Jahresteuerungsraten hohe Unterschiede herrschen.

Rückgang der Inflationsrate in zehn Staaten

Im Juni dieses Jahres sanken im Vergleich zum Mai die Jahresteuerungsraten in zehn Mitgliedstaaten. Unverändert blieb den Berechnungen nach der HVPI in vier Staaten. Einen Anstieg der jährlichen Inflationsrate gab es in 14 Mitgliedstaaten.

Die Schere zwischen den einzelnen Staaten schließt sich damit in der Euro-Zone wie in der Europäischen Union  weiterhin nicht. Welche Maßnahmen noch ergriffen werden könnten, um die Inflationsrate wieder anzutreiben, statt sie in einem Teil der Staaten weiter abrutschen zu lassen?

Dies ist die Frage, welche sich vor allem die Europäische Zentralbank wird stellen müssen bei ihrer nächsten Ratssitzung am 7. August.

Infografik: Wie sich EZB-Einlagezins und Inflation entwickelten | Statista

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