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Fed beschließt Zinswende – Geld kostet wieder Geld

Donnerstag den 17.12.2015

Der Offenmarktausschuss der US-Notenbank gibt das Ende ihrer Minizins-Politik bekannt. Die Federal Reserve (Fed) hat das erste Mal seit neun Jahren die »Federal Funds Rate« erhöht.

Die Fed lässt den vielen Worten nun Taten folgen. Seit Ende 2008 bewegte sich der Schlüsselsatz nahe Null. Nun folgt die sanfte Zinswende, der US-Leitzins wird um 25 Basispunkte von 0,25 auf 0,5 Prozent angehoben. Die Entscheidung fiel einstimmig.

Wenn nicht jetzt, wann dann?

Aufgrund der positiven Arbeitsmarktdaten und der stabilen Konjunktur scheint der Zeitpunkt gut gewählt. Laut Fed-Präsidentin Janet Yellen spiegelt die Zinsanhebung eben diese Fortschritte wider.

Weitere Zinserhöhungen sollen graduell erfolgen, abhängig von Konjunkturdaten und der wirtschaftlichen Entwicklung. Bis Ende 2016 stellt die Fed einen Anstieg des Zinspfads auf 1,375 Prozent in Aussicht. Volkswirte und Analysten begrüßen die Entscheidung der Federal Reserve.

Globale Auswirkungen

Die USA erzielt als größte Volkswirtschaft eine globale Leitwirkung. Viele internationale Geschäfte werden in US-Dollar abgewickelt. Durch den Zinsschnitt der Fed wird der Dollar gegenüber anderen Währungen aufgewertet.

Für Unternehmen, die sich beispielsweise durch Kredite in US-Dollar finanzieren, Einnahmen aber in eigener Währungen generieren, dürften die Aufwendungen durch den starken Dollar künftig steigen. Die Zinswende könnte vor allem Konzerne in Schwellenländern wie Brasilien oder Türkei merklich treffen.

Allerdings wurde die Entscheidung an den Märkten schon lange kommuniziert und erwartet. Damit dürfte schon einiges vorweggenommen sein.

Was macht Europa?

Vor 2017 wird wahrscheinlich nicht viel passieren. Die EZB hat gerade erst ihr Anleihenkaufprogramm bis mindestens März 2017 verlängert – mit Ausschicht auf Nachschuss.

Solange das Programm läuft und der Markt bedient wird, hält die Europäische Zentralbank die Füße still und den Leitzins konstant am Boden.

Ausblick

Die Fed wird eine gesunde Balance finden müssen. Reagiert sie zu zögerlich, verpufft die Wirkung und der erhoffte Effekt bleibt aus. Handelt die Federal Reserve zu aggressiv, könnte sie das Wirtschaftswachstum im eigenen Land gefährden und abwürgen.

Ein zu starker US-Dollar würde die amerikanische Exportwirtschaft schwer belasten. Geschäftsbeziehungen mit den USA wären für Europa und andere Staaten deutlich teurer und weniger attraktiv.


 
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