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Vermögensbarometer 2014 des DSGV: Großteil der Bundesbürger finanziell gut gestellt

Freitag den 24.10.2014

Der Optimismus der Bundesbürger in Sachen Finanzen ist auf einem hohen Niveau, wie das „Vermögensbarometer 2014“ vom Deutschen Sparkassen- und Giroverband zeigt, das gestern anlässlich des diesjährigen Weltspartags in Berlin vorgestellt wurde.

Mehr als 50 Prozent der für die Studie des DSGV Befragten gaben an, ihre finanziellen Lebensumstände als gut oder sogar als sehr gut zu empfinden. Damit ist laut des Verbandspräsidenten Georg Fahrenschon „der höchste Wert der vergangenen zehn Jahre“ erreicht.

Von 40 Prozent auf 58 Prozent

Im Jahr 2005 hatten nur 40 Prozent der im Rahmen des Vermögensbarometer Befragten ihre finanzielle Lage gut oder sogar sehr gut eingeschätzt. Im Jahr 2014 empfinden 58 Prozent der für die Studie des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes ihre finanzielle Situation als gut oder sogar sehr gut.

Die Stimmung der Bundesbürger in Sachen Finanzen ist damit gut. Vor allem die gestiegenen Einkommen, wie die seit Jahren verbesserte Lage des hiesigen Arbeitsmarktes, dürften für diesen deutlichen Anstieg bei der Zufriedenheit der Deutschen hinsichtlich ihrer finanziellen Lage gesorgt haben.

Negativstimmung hat sich halbiert

Neben dem Anstieg der guten Stimmung zeigt sich noch ein anderes Bild: Die negative Stimmung hat sich im Zeitraum von 2005 auf 2014 halbiert. Von damals 18 Prozent sank die Zahl der Befragten, die ihre finanzielle Situation negativ bewerten, in diesem Jahr auf nur noch neun Prozent.

Zudem geht jeder Fünfte davon aus, dass sich die eigene finanzielle Lage in den nächsten zwei Jahren sogar weiter verbessern werde. DSGV-Präsident Georg Fahrenschon zu diesen optimistisch stimmenden Zahlen: „Diese positive Entwicklung ist sicher in großem Maße der insgesamt guten Beschäftigungssituation und den zuletzt höheren Lohnabschlüssen zu verdanken. Die Bundesbürger schauen trotz aller globalen Krisenherde mit viel Zuversicht in die Zukunft.“

Einziger Haken: Die geschlechterspezifische Unterschiede in Sachen Finanzen

Das hervorragende Ergebnis der neuen DSGV-Studie wird jedoch leicht getrübt hinsichtlich der Unterschiede zwischen den Geschlechtern. Hier zeigt sich immer noch ein finanzielles Ungleichgewicht, das vor allem die Arbeitgeber nachdenklich stimmen sollte.

So bewerteten im Rahmen des Vermögensbarometer 2014 ein Anteil von 62 Prozent der befragten Männer ihre finanzielle Situation als gut oder als besser. Während nur 55 Prozent der Frauen dies so sieht, was immerhin einen Unterschied von sieben Prozent ausmacht. Der DSGV-Präsident in Berlin dazu: „Auch diese Zahlen zeigen, dass es nach wie vor zwischen den Geschlechtern Unterschiede bei den Einkommens- und Vermögensverhältnissen gibt.“

Unterschiede zwischen den Altersgruppen

Neben den geschlechterspezifischen Unterschiede gibt es bei den verschiedenen Generationen ebenfalls unterschiedliche Empfindungen der Bundesbürger bei der Einschätzung ihrer finanziellen Lage. So fühlen sich mit 52 Prozent nur gut die Hälfte der Befragten der Altersgruppe der 50- bis 60-Jährigen ohne Sorgen hinsichtlich ihrer Finanzen.

Vermögensbaromter 2014

© DSGV

Bei der Altersgruppe der 30- bis 40 Jährigen liegt der Anteil deutlich höher, mit 65 Prozent fühlen sich fast zwei Drittel der für das Vermögensbarometer 2014 Befragten sorgenfrei in Sachen Finanzen. Georg Fahrenschon dazu: „Um wirklich auf der sicheren Seite zu sein, sollte man mit der Vorsorge für das Alter möglichst frühzeitig beginnen.“

Berufstätige Bevölkerung betreibt aktive Vorsorge

Wie das Vermögensbarometer in diesem Jahr zeigt, ist der Anteil bei den Berufstätigen im Alter zwischen 30 und 60 Jahre, der aktiv Vorsorge in Sachen Finanzen betreibt, hoch. Laut des Studienergebnisses liegt der Anteil der Befragten dieser Altersgruppe, die berufstätig sind und aktiv finanzielle Vorsorge betreiben, zwischen 75 und 81 Prozent, so der DSGV.

Damit ist das Interesse an der privaten Vorsorge ein wichtiger Punkt bei den Erwerbstätigen in Deutschland. Dies zeigt, dass den Bundesbürgern der Konsum zwar wichtig ist, wie immer wieder entsprechende Indikatoren zeigen. Aber dass das Sparen und die finanzielle Vorsorge trotzdem nicht zu kurz kommen.

Vermögensbarometer 2014

© DSGV

Erstellt wurde das Vermögensbarometer 2014 vom Wirtschafts- und Finanzmarkinstitut icon im Auftrag des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes. Für die repräsentative Umfrage wurden 2.000 Bundesbürger aus allen Altersgruppen ab 14 Jahren zu ihrem Finanzstatus befragt, die Befragungen dazu wurden im gesamten Bundesgebiet durchgeführt. Bereits seit 2001 gibt es das jährliche Vermögensbarometer des DSGV.

Richtig sparen am Weltspartag 2014

Angesichts des diesjährigen Weltspartags, bei dem die Sparer im Hintergrund einen Leitzins von 0,05 Prozent und einen Strafzins von minus 0,20 Prozent für die Bankeinlagen bei der Europäischen Zentralbank erleben, stellt sich natürlich die Frage, wie kann man in diesem Jahr bei immer weiter sinkenden Zinsen richtig sparen.

Eine Antwort darauf ist nicht einfach, denn jeder Sparer muss sich zuvor die Frage stellen: Wie weit bin ich bereit, ein Risiko bei meiner Geldanlage in Kauf zu nehmen? Soll überhaupt kein Risiko eingegangen werden bleiben nur Tagesgeld-, Festgeldkonten und Sparbriefe übrig. Sparbücher sind in den allermeisten Fällen längst auf einem so niedrigen Zinsniveau angekommen, dass diese kaum mehr zum Sparen geeignet sind. Zumindest nicht, wenn man etwas von seinen Zinsen haben und nicht nur für die Bank oder die Sparkasse sparen möchte, bei welcher das Sparbuch geführt wird.

Trotz niedriger Sparzinsen Rendite erwirtschaften

Dies bedeutet: Wer mehr als die üblichen Sparzinsen erhalten möchte, muss seinen Blick weiten und sein Geld einem gewissen Risiko aussetzen. Dabei geht es nicht darum, dass alles Geld verloren gehen muss, wie bei hochriskanten Anlagen, sondern als Sparer zu sagen: „OK, mir reichen die Zinsen nicht aus, die es derzeit gibt, einen Teil meines Geldes lege ich deshalb in anderen Anlagearten an. Wie zum Beispiel Aktien und Fonds, wie zum Beispiel in Immobilien oder in andere Anlagemöglichkeiten, die eine Rendite ermöglichen ohne dass dabei am Ende alles auf Verlust gehen kann.“

Die Auswahl an Anlagearten ist groß. Wer sich dies nicht alleine zutraut, ist oftmals bei einem Finanzberater, der auf Honorarbasis berät, an der richtigen Stelle. Doch hierbei sollte bedacht werden, dass auf viele weiße Schafe auch so einige schwarze kommen können. Wer sich als Anleger hingegen zutraut, sich selbst zu informieren und dann die Geldanlage gezielt zu betreiben, der findet verschiedene Anlagemöglichkeiten von nur leicht riskant bis hoch riskant. Wo dann wie viel Geld angelegt wird, sei dann jedem selbst überlassen.

Aber es sollte kein Geld in Risikoanlagen gesteckt werden, welches früher oder später wieder benötigt wird. Dies könnte sonst in den finanziellen Ruin treiben, weshalb solche Beträge auf sichere Konten wie Tagesgelder und Festgeldkonten gehören. Zudem ist eines wichtig: Das Zurückzahlen von Schulden ist wichtiger als das Sparen. So schön das Erhalten von Zinsen auf die eigenen Ersparnisse sein mag, die Zinsen für die Schulden sind höher und amortisieren den Zinsertrag für die Spareinlagen in Windeseile.

Ausblick auf 2015: Wird die Stimmung wieder umschlagen?

Die Ergebnisse des Vermögensbarometer 2014 des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes sind als sehr positiv zu bewerten. Doch wird die Stimmung in Sachen Finanzen in Deutschland weiterhin so gut bleiben oder in 2015 umschlagen? Dies ist die wichtige Frage, die sich erst in den kommenden Monaten selbst beantworten wird können.

Die Krisenherde in der Welt, der Kampf gegen Ebola und die wirtschaftlich nicht mehr ganz so rosige Lage in Deutschland werden möglicherweise für ein Umschwenken der positiven Stimmung sorgen. Vielleicht werden sich dann wieder mehr Menschen Sorgen um ihre finanzielle Situation machen, als es derzeit der Fall ist. Vielleicht aber wird sich der positive Trend aus 2014 auch im kommenden Jahr fortsetzen können, was zu hoffen bleibt.


 
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