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DSGV Studie 2014: Mehrheit will keine europäische Einlagensicherung

Freitag den 10.10.2014

Bereits seit einer ganzen Weile ist eine gemeinsame Europäische Einlagensicherung im Gespräch. Bislang ist die Einlagensicherung die Sache der einzelnen EU-Staaten, nur der Richtwert der Gesetzlichen Einlagensicherung ist dabei seitens der EU vorgegeben. In Deutschland gibt es großen Widerstand gegen eine europaweite Einlagensicherung, da diese möglicherweise die Sparer hierzulande benachteiligen könnte. Durch eine repräsentative Umfrage des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes (DSGV), die aktuell veröffentlicht wurde, wird klar: Die Deutschen lehnen eine Europäische Einlagensicherung in der Mehrheit ab. Das „Vermögensbarometer 2014“ spricht in dieser Hinsicht eine deutliche Sprache.

Mehr als 60 Prozent der Bundesbürger gegen Europäische Einlagensicherung

Wie die Umfrage ergab, lehnt die Mehrheit der Deutschen eine solche Einlagensicherung auf europäischer Ebene an. Der DSGV dazu: „63 Prozent der Befragten sagen, dass sie sich mit den deutschen Sicherungssystemen der unterschiedlichen Bankengruppen für ihre Einlagen „sicherer“ fühlen.“

Dies sagt viel darüber aus, wie die Bundesbürger der Sicherheit der Spareinlagen in Europa gegenüberstehen. Obwohl es die Regelung mit der Gesetzlichen Einlagensicherung gibt, die in jedem Mitgliedsland der EU gilt. Diese europaweite Regelung finden mit 24 Prozent nur knapp ein Viertel der Deutschen „gleich gut“ mit den deutschen Sicherungssystemen.

Lediglich eine Minderheit von sechs Prozent spricht sich für ein europäisches Schutzsystem in Sachen Einlagensicherung aus. Dieser geringe Anteil zeigt, dass der Wunsch der EU, ein gemeinsames Sicherungssystem aufzubauen, nicht generell dem Willen der Bundesbürger entspricht.

Europaweit gleich hohe Gesetzliche Einlagensicherung

Derzeit gilt in der gesamten EU die gleiche Einlagensicherung für alle Staaten, zumindest die gesetzliche Variante. Demnach sind Spareinlagen und Sichteinlagen bei allen Banken, die in einem Land mit EU-Recht tätig sind und die in dem jeweiligen Staat auch der Bankenaufsicht unterstellt sind, mit der gleichen Summe abgesichert: 100.000 Euro je Kunde.

Es ist wichtig, darauf zu achten, dass die Bank wirklich unter EU-Recht läuft. Mitunter halten Banken, die nicht in einem Land der Europäischen Union ihren Sitz haben, in verschiedenen Ländern Zweigstellen. So war es vor einigen Jahren beispielsweise bei der isländischen Kaupthing der Fall. Unter dem Namen Kaupthing-Edge war die Bank auch in Deutschland tätig und sammelte fleißig Spargelder ein, bis die BaFin ein Moratorium über die deutsche Niederlassung verhängte. Da die Kaupthing-Edge nur eine Zweigstelle war galt für die Einlagen auf der Kaupthing-Edge nur die Einlagensicherung Islands und nicht die deutsche Variante.

Breite Einlagensicherung in Deutschland

In Deutschland gibt es neben der Gesetzlichen Einlagensicherung, welche die gleiche Höhe hat wie die rechtlichen Vorgaben der EU, verschiedene Sicherungssysteme. Sowohl die Sparkassen und Landesbanken, die Volks- und Raiffeisenbanken sowie die Privatbanken haben jeweils eigene Einlagensicherungen.

Dem Sparkassen-Haftungsverbund sind alle deutschen Sparkassen sowie Landesbanken und die zur Frankfurter Sparkasse gehörende Direktbank 1822direkt angegliedert. Die Spar- und Sichteinlagen, die bei diesen Geldinstituten getätigt werden, sind zu 100 Prozent abgesichert.

Der Sicherungseinrichtung des BVR sind alle deutschen Volks- und Raiffeisenbanken angeschlossen sowie die Spar- und Darlehenskassen, die Sparda-Banken, die PSD Banken, die genossenschaftlichen Zentralbanken und Hypothekenbanken, die kirchlichen Kreditgenossenschaften, die Bausparkasse Schwäbisch-Hall und sonstige Spezialinstitute, die dem BVR angehören. Wie bei den Sparkassen, so sind auch die Einlagen der zum BVR gehörenden Institute zu 100 Prozent abgesichert.

Beim Bundesverband deutscher Banken hingegen gibt es einen solchen Fonds für alle angeschlossenen Banken nicht. Der Einlagensicherungsfonds des BdB ist freiwillig, die privaten Banken können somit selbst entscheiden, ob sie Mitglied bei diesem Einlagensicherungsfonds werden wollen.

Rechtlich garantiert ist jedoch keines der drei genannten Systeme. Sollte es im Zuge einer neuen Finanzkrise zu einem Bankencrash kommen, kann niemand garantieren, dass diese Einlagensicherungssysteme auch wirklich noch greifen können.

Viel Vertrauen in die deutschen Sparkassen

Wie die vom Wirtschafts- und Finanzmarktforschungsinstitut Icon im Auftrag des DSGV durchgeführte Umfrage ergab, haben viele Bundesbürger vor allem Vertrauen in die Sparkassen. „Sehr viel“ oder „viel“ Vertrauen bringen 55 Prozent der Befragten den Sparkassen entgegen. Dabei wird von 81 der Prozent der Befragten als wichtiges Kriterium bei der Wahl einer Bank angegeben, dass „eines der Grundprinzipien der Sparkassen, nicht nur auf die Gewinnmaximierung, sondern auch auf das Wohlergehen der Menschen und Unternehmen im jeweiligen Geschäftsgebiet zu achten“ ist, wie der DSGV schreibt.

Für 76 Prozent der Bundesbürger ist es wichtig, dass das eigene Geldinstitut die Wirtschaft in der Region stärkt. Für 68 Prozent ist es wichtig, dass sich die Hausbank in öffentlich-rechtlicher Trägerschaft befindet.

Für die repräsentative Umfrage im Rahmen der Studie „Die Deutschen und ihr Geld. Vermögensbarometer 2014″ wurden vom Wirtschafts- und Finanzmarktforschungsinstitut Icon im Auftrag des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes insgesamt 2.000 Verbraucher im Alter ab 14 Jahren befragt. Die Befragungen wurden im gesamten Bundesgebiet durchgeführt. Veröffentlicht wird die Studie am diesjährigen Weltspartag, der am 23. Oktober 2014 stattfindet.

Umfrage zum Thema

Statistik: Glauben Sie, dass die Spareinlagen in Deutschland trotz der Euro-Krise sicher sind? | Statista
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