1,01% p.a.



MFI-Zinsstatistik für die Euro-Zone Mai 2014

Montag den 7.07.2014

Die Entwicklung der durchschnittlichen Kreditzinsen in der Euro-Zone ist im Mai dieses Jahres sehr unterschiedlich verlaufen. Anders sieht dies bei den Zinsen für Einlagen aus, hier gab es laut der MFI-Zinsstatistik für die Euro-Zone für Mai 2014 einen klaren Trend: Weiter nach unten!

Unternehmen kämpfen mit sinkenden Einlagenzinsen

Bei den Einlagen mit einer vereinbarten Laufzeit von einem Jahr mussten die Unternehmen in der Euro-Zone im Mai mit weiter sinkenden Zinsen leben. Nur noch 0,61 Prozent p.a. erhielten die Betriebe durchschnittlich fürangelegte Gelder mit der genannten Laufzeit im Neugeschäft. Dies bedeutete gegenüber April einen Rückgang um 0,09 Prozent p.a.

Dies zeigt wie sich der niedrige Leitzins (im Mai 2014 noch auf 0,25 Prozent) auf die Entwicklung der Einlagenzinsen für Unternehmen ausgewirkt hat. Nach der Leitzinssenkung, die im Juni dieses Jahres auf 0,15 Prozent erfolgte, dürften die Zinsen weiter sinken.

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Sinkende Zinsen = Unternehmen ziehen Einlagen ab

Der Rückgang der Einlagenzinsen für Unternehmen machte sich deutlich im Neugeschäft bemerkbar. Im April dieses Jahres hatte das Neugeschäftsvolumen in diesem Bereich der Einlagen auf 112,69 Milliarden Euro gelegen. Im Mai führten die niedrigeren Zinsen zu einem Rückgang des Neugeschäfts unter 100 Milliarden Euro auf 99,75 Milliarden Euro.

Dennoch liegt das Neugeschäft bei Unternehmenseinlagen mit einer vereinbarten Laufzeit von einem Jahr über dem Neugeschäftsvolumen im Mai 2013. Damals hatten Unternehmen in diesem Bereich der Einlagen nur 96,65 Milliarden Euro neu angelegt.

Private Spareinlagen teilweise mit hohen Zinsverlusten

Bei den Einlagen mit einer vereinbarten Laufzeit von bis zu einem Jahr kam es im Mai 2014 zu einem hohen Rückgang der Sparzinsen. Die Banken in der Euro-Zone boten im Neugeschäft durchschnittlich 1,42 Prozent p.a. für diese Laufzeit an, und damit 0,15 Prozent p.a. weniger als noch im April dieses Jahres.

Entwicklung der Einlagen in deutschen Haushalten seit 2003

Bei den Einlagen mit vereinbarter Kündigungsfrist von bis zu drei Monaten, zu denen auch Sparbücher gehören, gab es einen moderaten Rückgang. Hier gingen die Zinsen um 0,01 Prozent p.a. zurück auf 1,05 Prozent p.a. Hierbei gilt zu berücksichtigen, dass die Zahlen die durchschnittlichen Zinsen für die Euro-Zone widerspiegeln und die Sparzinsen in anderen Ländern der Währungsunion mitunter deutlich höher sind als hierzulande. Was unter dem Strich vergleichsweise hohe Sparzinsen für diesen Anlagebereich ergibt, während die Zinsen für Sparbücher in Deutschland längst im Keller angekommen sind.

Unterschiedliche Entwicklung im Neugeschäft

Im Neugeschäft gab es bei der Entwicklung des Volumens eine unterschiedliche Entwicklung. Bei den Einlagen mit einer vereinbarten Laufzeit von bis zu einem Jahr gab es einen deutlichen Rückgang. Im April 2014 hatte das Neugeschäftsvolumen für diese Spareinlagen auf 69,98 Milliarden Euro gelegen.Im Mai sank es 66,27 Milliarden Euro. Damit liegt das Neugeschäftsvolumen in diesem Bereich der Privateinlagen wieder unter dem Volumen vom Vorjahresmonat Mai 2013.Damals hatten die neu angelegten Gelder von Privatpersonen eine  Gesamtsumme von 67,80 Milliarden Euro ergeben.

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Einen Anstieg des Neugeschäftsvolumens gab es bei Einlagen mit vereinbarter Kündigungsfrist von bis zu drei Monaten. Trotz leicht gesunkener Zinsen stieg das Volumen im Neugeschäft von 2.067,82 Milliarden Euro im April dieses Jahres auf 2.070,56 Milliarden Euro im Mai an. Im Vorjahresmonat hatte das Neugeschäftsvolumen in diesem Bereich der privaten Einlagen auf 2.060,35 Milliarden Euro gelegen. Hierbei ist eines zu erkennen: Der Trend bei den Verbrauchern in der Euro-Zone geht in Richtung kürzerer Kündigungsfristen und damit schnellerer Verfügbarkeit der angelegten Spareinlagen.

Fazit:

Die Entwicklung der Zinsen für Einlagen, egal ob von Unternehmen oder von Privatpersonen, geht weiter nach unten. Dafür verantwortlich ist der niedrige Leitzins, der im Mai dieses Jahres noch auf 0,25 Prozent gelegen hatte. Im Juni sank der Hauptrefinanzierungssatz für die Banken auf 0,15 Prozent. Zudem führte die Europäische Zentralbank den Strafzinsen für Bankeinlagen ein. Dies wirft bereits jetzt seine dunklen Schatten voraus für die MFI-Zinsstatistik für die Euro-Zone für Juni 2014. Die Einlagenzinsen dürften im vergangenen Monat weiter gesunken sein, für den laufenden Monat ist nichts Anderes zu erwarten.

Ob die sinkenden Einlagenzinsen für mehr Investitionen bei den Unternehmen und mehr Konsum von den Verbrauchern führen werden? Dies ist eher fraglich, obwohl der in den vergangenen Jahren immer weiter gesenkte Leitzins in diese Richtung führen sollte. Sinkende Zahlen im Neugeschäft bei den Spareinlagen führen aber nicht automatisch zu mehr Geldausgaben. Es bedeutet lediglich, dass die Unternehmen wie die Verbraucher ihr Geld nicht mehr auf diese Weise zur Bank bzw. zu den Banken in der Euro-Zone tragen.

Infografik: Wie sich EZB-Einlagezins und Inflation entwickelten | Statista
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