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Inflation in der Euro-Zone im Mai 2014

Montag den 16.06.2014

Die Inflationsrate in der Euro-Zone ist im Mai dieses Jahres weiter gesunken. Das ist eine der Nachrichten, die so kurz nach der Leitzinssenkung durch die EZB und die Einführung des negativen Einlagenzins für die Banken noch mal so richtig wehtun dürften. Hat die Europäische Zentralbank damit die richtige Entscheidung getroffen? Oder werden auch der niedrigere Leitzins von nunmehr nur noch 0,15 Prozent plus der Strafzins von minus 0,10 Prozent wieder nur wie ein Tropfen auf den Stein sein und im Kampf gegen die Deflation schneller als gedacht verpuffen?

Deutlicher Rückgang der Inflationsrate in Euro-Zone

Wie Eurostat heute bekanntgab, ist im Mai dieses Jahres die jährliche Inflationsrate sowohl in der Euro-Zone wie auch in der der EU28 gesunken. Damit hat der Kampf gegen die Deflation auch weiter keine wirkliche Wirkung gezeigt und die Preise gehen damit nicht in die Richtung, welche sich die Europäische Zentralbank für sie wünscht.

Noch im April 2014 hatte die Jahresteuerungsrate in der Euro-Zone auf 0,7 Prozent gelegen, im Mai ist sie nun auf nur noch 0,5 Prozent gesunken. Noch im Mai 2013 hatte die jährliche Inflationsrate im Euroraum auf 1,4 Prozent gelegen. Damit hat bislang keine der Maßnahmen der EZB eine Wirkung gezeigt, die Inflationsrate hat sich damit binnen eines Jahres halbiert, anstatt sich der gewünschten Marke von 2,0 Prozent anzunähern. Bei der monatlichen Inflationsrate gab es im Mai 2014 in den Staaten der Euro-Zone indes einen Rückgang von 0,1 Prozent.

Rückgang der Jahresteuerungsrate auch in den EU28-Staaten

Neben dem Euroraum ist die jährliche Inflationsrate auch in den EU28-Staaten gesunken. Während diese im April dieses Jahres noch auf 0,8 Prozent gelegen hatte, lag sie im Mai 2014 auf nur noch 0,6 Prozent.

Im Vorjahresmonat hatte die Inflationsrate in der EU28 noch auf 1,6 Prozent gelegen. Gegenüber April 2014 ging die monatliche Teuerungsrate im Mai dieses Jahres um 0,1 Prozent zurück.

Griechenland steckt mitten in der Deflation

Wer bislang noch die Hoffnung hatte, das hoch verschuldete Griechenland würde seinen Weg aus der Krise endlich finden, der wird sich nun langsam doch eingestehen müssen, dass das Land am Mittelmeer in eine Deflation gerutscht ist.

Zum harmonisierten Verbraucherpreisindex für die Euro-Zone

Wie Eurostat heute bekanntgab, lag die jährliche Inflationsrate in Griechenland im Mai 2014 bei minus 2,1 Prozent. Damit hat Griechenland die höchste negative Jahresteuerungsrate sowohl in der Euro-Zone wie auch unter den EU28-Staaten.

Hohe negative Inflationsrate auch in Bulgarien

Doch Griechenland ist nicht das einzige Land, das im Mai dieses Jahres mit einer hohen negativen Inflationsrate zu kämpfen hatte. Auch Bulgarien hat es erwischt, mit minus 1,8 Prozent.

Da nehmen sich Portugal mit einer negativen jährlichen Teuerungsrate von minus 0,3 Prozent und Zypern mit minus 0,1 Prozent nahezu positiv aus im Vergleich.

Jahresteuerungsrate in Österreich im Mai 2014 vergleichsweise hoch

Doch nicht in allen Staaten des Euroraums und der EU28 ging die jährliche Inflationsrate einen solch bitteren Weg. In Österreich indes lag die Jahresteuerungsrate im Mai dieses Jahres auf 1,5 Prozent.

Ebenfalls positiv aus Sicht der Preisstabilität waren im Mai 2014 die Inflationsraten von Luxemburg mit 1,4 Prozent und Rumänien mit 1,3 Prozent zu bewerten.

Dennoch zeigt dieser hohe Unterschied zwischen den höchsten Inflationsraten auf der einen Seite und den negativen jährlichen Teuerungsraten natürlich auch, wie groß die Unterschiede der Preisentwicklung wie damit auch der Preisstabilität in den verschiedenen Staaten der Euro-Zone wie auch der EU28 sind.

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In 16 Mitgliedstaaten ging dabei die Jahresteuerungsrate zurück, wie Eurostat heute mitteilte. In vier Staaten blieb die Inflationsrate unverändert und nur in sieben Staaten kam es im Mai dieses Jahres zu einem Anstieg der jährlichen Inflationsrate.

Kampf gegen Deflation in der Euro-Zone aussichtslos?

Die Europäische Zentralbank hat sich den Kampf gegen eine kommende Deflation in der Euro-Zone auf die Fahnen geschrieben. Und will eine solche verhindern, koste es, was es wolle. Doch wie der neuerliche Rückgang der jährlichen Inflationsrate zeigt, könnte dieser Kampf bereits jetzt aussichtslos geworden sein.

Natürlich kann kaum vorhergesagt werden, in welche Richtung die Euro-Zone insgesamt driften wird. Für einzelne Staaten wie zum Beispiel Griechenland scheint der Kampf jedoch bereits verloren zu sein.

Letztlich wird dies jedoch wohl nur eines bedeuten: dass je nach Land unterschiedliche Maßnahmen ergriffen werden müssen – und kein Rundumschlag wie der, welchen die EZB unter ihrem amtierenden Präsidenten Mario Draghi jetzt vorgenommen hat.

Ungleichgewicht in der Währungsunion wird immer deutlicher

Der HVPI für die Euro-Zone für Mai 2014 zeigt vor allem eines auf: dass das Ungleichgewicht, das zwischen den Staaten der Währungsunion besteht, immer größer wird. Daran ändert auch der niedrige Leitzins nicht wie auch der erstmals eingeführte Strafzins plus die Flut des billigen Geldes, welche die Europäische Zentralbank ausschütten will.

Letztlich wird wohl nur eines die Krisenstaaten in der Euro-Zone retten können: gezielte geldpolitische Einzelmaßnahmen, die nicht zugleich auch die anderen Staaten der Währungsunion belasten. Doch hier ist viel Fingerspitzengefühl gefragt. Genau dies jedoch haben Draghi und Co. bislang zu wünschen übrig gelassen und damit die Euro-Zone statt in die Rettung in den (vermutlich aussichtslosen) Kampf gegen eine Deflation geführt.

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Irgendwie ist nun mal, und dies kann nicht mehr unter den Tisch gekehrt werden, der Karren im Dreck in der Euro-Zone und daran werden auch diverse Durchhalteparolen nichts mehr ändern können. Letztlich ist die Eurokrise noch lange nicht ausgestanden und sollte es zu einem Flächenbrand im Nahen Osten kommen sowie zu einer Verschlimmerung der Lage in der Ukraine, könnte der Karre noch viel mehr in den Dreck fahren. Denn auch für Deutschland sieht es trotz guter Konjunkturaussichten nur so lange rosig aus, wie die Binnenwirtschaft noch zieht. Wird dies früher oder später nicht mehr Fall sein, werden auch wir da sein, wo andere Staaten jetzt schon sind: mitten in einer Krise ungeahnter Ausmaße und ungewissen Ausgangs.


 
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