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Euro-Zone zurück aus der Rezession – Steigen jetzt wieder die Zinsen?

Mittwoch den 14.08.2013

Die Rückkehr aus der Rezession kommt für die Euro-Zone früher als erwartet. Die straffe Sparpolitik scheint nun doch ihre Wirkung zu zeigen, das Tal durchschritten und vielleicht ist nun tatsächlich Morgenluft für die Währungsunion zu wittern. Für Sparer stellt sich nun die eine wichtige Frage: werden die Sparzinsen jetzt wieder steigen? Im Kampf gegen die Rezession in der Euro-Zone wurde der Leitzins nach dem Amtsantritt von EZB-Chef Mario Draghi mehrfach gesenkt. Die Zinsen für Tagesgeldkonten fielen seitdem immens, und es ist derzeit nicht mehr möglich, einen Ausgleich der steigenden Verbraucherpreise zu erreichen, wenn die eigenen Ersparnisse nur als Tagesgeld angelegt werden.

Inzwischen liegt der Leitzins für die Währungsunion, der von der Europäischen Zentralbank festgelegt wird, bei nur noch 0,50 Prozent. Immer wieder war in den vergangenen Monaten vermutet worden, dass der Leitzins vielleicht sogar auf nur noch 0,25 Prozent sinken würde – was eine weitere, deutliche Talfahrt bei den Tagesgeldzinsen bedeuten dürfte. Ob es so weit kommen wird, ist nun eher fraglich. Eine weitere Leitzinssenkung für die Euro-Zone stand nur für den Fall zur Diskussion, wenn die Wirtschaftszahlen in der Währungsunion weiter schlecht bleiben, oder sich gar noch weiter verschlechtern. Doch nun hat die Konjunktur in der Euro-Zone eine Wende gemacht und sich wieder aus der Rezession gerettet.

Für den Leitzins dürfte dies wohl bedeuten, dass er vorerst weiter stabil bleiben, und vielleicht sogar doch früher als gedacht wieder steigen könnte. Noch sind dies vage Zukunftsahnungen, aber die überraschende Nachricht könnte auch die geldpolitischen Maßnahmen der EZB deutlich beeinflussen und diese möglicherweise zu einer Kehrtwende veranlassen.

Auch wenn es zu früh wäre, sich nun auf bald steigende Zinsen für Tagesgeldkonten wie auch für Festgeld und Sparbriefe zu freuen, ab heute dürfte wieder Land in Sicht sein für die Sparer in der gesamten Währungsunion. Wie sich die Banken verhalten werden, bleibt indes abzuwarten. Bereits jetzt sind für die kommenden Tage zwei Zinssenkungen für Tagesgelder bekanntgegeben worden: ab morgen gibt es niedrigere Zinsen beim S Broker KontoPlus Tagesgeld, und ab 21. August dieses Jahres senkt die Bank of Scotland die Zinsen für ihr Tagesgeldkonto um 0,20 Prozent p.a. Ob nun jedoch weitere Zinssenkungen folgen werden, oder die Banken sich fürs erste auf eine abwartende Haltung einstellen bei der Entwicklung ihrer Sparzinsen, wird sich nun zeigen müssen.

Autorin: Christel Weiher