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Wenn die Sparer für die Pleitebanken bezahlen müssen

Montag den 12.08.2013

Zypern liegt bereits einige Monate hinter uns, abgelöst wurde die große Berichterstattung von der kleinen Insel im Mittelmeer rund um die Zwangsabgabe auf Geldanlagen durch andere, inzwischen vermeintlich wichtigere Themen. Doch ist es wirklich so einfach, nach Zypern wieder zur Normalität überzugehen oder sollte gerade das kleine Land mit den gut eine Million Einwohnern nicht für uns alle nach wie vor eine wichtige Signalwirkung haben?

Es wird immer viel und gerne geredet in Zeiten des Wahlkampfs – in einer solchen Phase befinden wir uns derzeit auch. In wenigen Wochen wird ein neuer Bundestag gewählt werden, und das Thema Zypern hat dabei nichts verloren. Hat doch die Kanzlerin mehrfach beschworen, dass die Spareinlagen in Deutschland garantiert sind und hat doch SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück mehr mit seinem eigenen Image als mit klaren Aussagen zur Euro-Politik zu kämpfen.

Dabei haben die Sparer in Deutschland immer mehr Probleme mit der so genannten kalten Enteignung. Nicht, dass sie nur für die Schulden anderer Euro-Staaten aufkommen müssten – und für 2014 droht hier schon wieder neues Ungemach in Sachen Griechenland -, sie müssen gleichzeitig mit sinkenden Sparzinsen, aber einer gleichzeitig wieder steigenden Inflationsrate kämpfen. Jahr für Jahr versickern so Milliarden an Euro, weil die Realverzinsung immer weiter ins Negative rutscht und die Sparer keine tatsächlichen Zinsen mehr für ihr Geld erhalten.

Doch das Thema wird, so muss man es leider sagen, derzeit nur zu gerne unter den Tisch gekehrt – dabei hat die Europäische Zentralbank, als zuständige Notenbank für die Euro-Zone, bereits angekündigt, noch eine ganze Zeitlang bei den niedrigen Zinsen bleiben zu wollen. Natürlich kommt dann und wann der eine oder andere Politiker-Kommentar, aber es ist Wahlkampf, und da stehen andere Dinge auf dem Plan. Wie zum Beispiel die zukünftige Steuerpolitik, die mal mehr, mal weniger offen kommuniziert wird von den Parteien.

Dabei ist nun mal seit Zypern eines der Fall: die Sparer müssen um ihr Geld bangen, sollte die Bank Pleite gehen oder geschlossen werden, bei der sie ihre Ersparnisse angelegt haben. Zwar gilt inzwischen wieder die in Zypern fast ausgehebelte gesetzliche Einlagensicherung von 100.000 Euro je Kunde – aber ist diese im Ernstfall wirklich garantiert? Dies ist die Frage, die sich Sparer dringend stellen, und dazu darüber nachdenken sollten, wie sie ihre Ersparnisse am sinnvollsten zwischen mehreren Banken im Inland wie im Ausland aufteilen.


 
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