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Tritt Zypern aus der Euro-Zone aus? Ratingagentur Moody´s sieht hohes Risiko

Donnerstag den 28.03.2013

Heute ist der Tag X in Zypern. Die Banken öffnen wieder, jedoch mit hohen Beschränkungen für den Kapitalverkehr und für die Höhe der Abhebung. Maximal 300 Euro soll jeder Kontoinhaber abheben dürfen, das ist so noch weniger, als zu Anfang der Bankenschließungen vor ein paar Tagen. Fließen sollen hingegen wieder die Gehaltszahlungen über das Online-Banking System, damit die Zyprioten ihre Gehälter wieder erhalten. Ob es heute zu einem Bankenrun kommen wird, werden wir in ein paar Stunden wieder. Groß ist hingegen das Risiko eines Austritts Zyperns aus der Euro-Zone, die sieht zumindest die Ratingagentur Moody´s so.

Deshalb wurde auch das Währungsranking des Landes gesenkt. Das Country Ceiling wurde von der Höchstnote AAA, die alle Länder der Euro-Zone haben, auf nur noch Caa2 gesenkt, eine der schlechtesten Noten, welche die US-Ratingagentur vergeben kann. Anders als das Länderrating, das sich nicht verändert hat, ist das Country Ceiling ein Maßstab dafür, ob ein Unternehmen, das im Land selbst ansässig ist, die Verbindlichkeiten, die auf Fremdwährungen lauten, bedienen kann – oder eben nicht, wie Moody´s im Falle Zyperns vermutet. Der Grund dafür liegt auch auf der Hand: die Beschränkungen des Kapitalverkehrs beeinträchtigend die zypriotische Wirtschaft stark und machen es damit den Unternehmen, ihren Verpflichtungen im Ausland nachzukommen.

Die Frage der nächsten Zeit wird sein, ob Zypern weiter in der Euro-Zone verbleiben wird oder ob gerade der Weg, der mit den beiden großen Banken des Landes gegangen wird, die Zyprioten nicht immer mehr zu einem Austritt aus der Währungsunion drängen wird. Eine neue Währung würde jedoch laut Moody´s auch bedeuten, dass die Wertpapiere des Landes an Wert verlieren. Die Folgen dessen können bislang noch nicht mal im Ansatz prognostiziert werden, da sich erst nach einem solchen Schnitt zeigen dürfte, welche Banken und Institutionen in den anderen Euro-Ländern Staatsanleihen der kleinen Insel im Mittelmeer halten.

Zypern wird, anders als noch vor ein paar Wochen gedacht, zum Zünglein an der Waage in der Eurokrise. Die Zwangsabgabe, die dann doch anders eingeführt wurde und die dennoch die Enteignung der Sparer mit sich bringt, zumindest für jene, die mehr als ein Kleinsparer auf der Kante haben. Die starken Beschränkungen im Kapitalverkehr, welche die Wirtschaft des Landes nahezu zum Erliegen gebracht haben und nicht zuletzt die Aussagen des neuen Eurogruppen-Chefs Jeroen Dijsselbloem sorgen immer wieder für Unmut, in und außerhalb von Zypern.

Vor allem sein Vorgänger, der luxemburgische Finanzminister Jean-Claude Juncker, ist inzwischen verärgert. Im "heute-journal" sagte Juncker: "Es stört mich, wenn man so tut, als ob die Art und Weise, wie das Zypern-Problem zu lösen versucht wurde, als Blaupause für zukünftige Rettungspläne gilt. Es ist keine Blaupause. Wir dürfen nicht den Eindruck geben, als ob es zukünftig so wäre, dass Spareinlagen in Europa nicht sicher wären. Wir dürfen nicht den Eindruck geben, als ob Investoren ihr Geld in Europa nicht anlegen sollen."


 
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