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EZB will Sparkonten in Zypern einfrieren

Freitag den 22.03.2013

Ein Hoch auf die Einlagensicherung, ein Hoch auf die EZB! Es gibt Nachrichten, die verderben einem irgendwie schon am frühen Morgen die gute Laune und der Kaffee schmeckt gleich nur noch halb so gut. Die Nachricht des Tages: die Europäische Zentralbank will die Sparkonten in Zypern einfrieren.

Dies hat die Zeitung „Handelsblatt“ aus Kreisen der EZB erfahren, und schreibt zudem, dass die Zyprioten "für eine längere Zeit nur einen begrenzten Betrag an Bargeld an Geldautomaten abheben können". Nachdem erst 500 Euro am Tag am Automaten abgehoben werden konnten von den Girokonten, wurde dieser Betrag inzwischen auf 400 Euro gesenkt. Bei der Popular Bank, die Bank mit den größten Schwierigkeiten, die auch in Griechenland Filialen hält, gibt es gar nur 280 Euro am Tag am Bankautomaten.

Doch dies ist nicht das Dramatisch. Viel schlimmer ist, dass im Gespräch ist, ein Einfrieren der Spareinlagen auf zypriotischen Banken vorzunehmen. Wie lange der Zeitraum dafür sein soll, ist laut "Handelsblatt" noch nicht entschieden. Mit dieser Sperre will die EZB eine Kapitalflucht aus dem krisengeschüttelten Land verhindern, zudem sollen Überweisungen nur noch mit einer Genehmigung der zypriotischen Zentralbank durchgeführt werden können.

Dies ist ein Eingriff, wie Griechenland ihn nicht erlebt hat, ein einzigartiger Weg, der vor allem eines deutlich macht: wenn die Schuldenkrise in Europa weiter voranschreitet, ist es dann egal, welches Land es trifft, die Ersparnisse könnten dann erst mal eine Zeitlang ganz oder teilweise nicht antastbar sein. Und kein Sparer weiß dabei, ob er überhaupt jemals wieder an sein Geld kommen wird, denn wie es in der Bank selbst aussieht, weiß der Laie von außen ja nicht. Letztlich ist das, was die Europäische Zentralbank da vorhat, noch schlimmer als es die Bankenabgabe in Zypern gewesen wäre. Damit wird endgültig die Sicherheit der Spareinlagen ausgehebelt, auf eine Weise, wie sie drastischer nicht sein könnte.

Die Frage ist nur: was wäre, wenn das Verhalten der EZB nun eine Kapitalflucht in der ganzen Euro-Zone auslöst? Wenn die Menschen gerade in den Schuldenstaaten, aber auch Deutschland, plötzlich aus Angst um ihre Ersparnisse ihr Geld von der Bank holen? Wie lange würde das Bankensystem dann noch arbeiten können? Die Eurogruppe und die Europäische Zentralbank haben dem Euro und der Währungsunion mehr geschadet, als es die verschuldeten Staaten es bislang geschafft haben. So kann man etwas, was man mit viel Arbeit aufgebaut hat, auch an einem Tag zerstören. Da fällt mir dann nur noch der große Brand von Rom ein. Wer so zugange ist, in einer solchen Krise, der wird das Meiste, was bisher aufgebaut wurde, zerstören und nur wenig ist es, das übrigbleiben wird, von der Euro-Zone, von dem Traum einer gemeinsamen Währung für Europa.


 
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