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Fed flutet die Märkte weiter mit frischem Geld

Freitag den 14.12.2012

An den Finanzmärkte scherzte man in den vergangenen Tagen: Statt Santa Claus hat in diesem Jahr Santa Ben vorweihnachtliche Geschenke verteilt. Gemeint ist damit Ben Bernanke, der Chef der amerikanischen Notenbank. Das Federal Reserve System hat kurz vor Weihnachten ein weiteres milliardenschweres Programm zum Aufkauf von Staatsanleihen aufgelegt um die amerikanische Konjunktur anzustoßen. Dazu sollen Staatsanleihen in Höhe von 45 Milliarden Dollar aufgekauft werden. Dies soll der amerikanischen Wirtschaft endlich wieder auf einen Wachstumspfad verhelfen, nachdem die Konjunktur in den vergangenen Monaten und Jahren auf der Stelle tritt. Auch die Beschäftigungsproblematik soll mit dieser weiteren geldpolitischen Lockerung angegangen werden. Die expansive Geldpolitik wird damit nicht nur im Rahmen der quantitativen Lockerung, sondern auch durch die Leitzinspolitik weiter fortgesetzt.

Verwunderlich fanden viele Akteure an den Finanzmärkten auch, dass die Fed sogar Ziele kommuniziert hat, die sie mit ihren geldpolitischen Maßnahmen erreichen will. So soll der Leitzins so lange nicht mehr erhöht werden, bis die Arbeitslosenquote auf 6,5 Prozent gesunken ist. Aktuell befindet sich der Refinanzierungssatz bei quasi Null Prozent – weitere Senkungen sind hier fast nicht möglich. Es sei denn die Fed stellt den Banken Refinanzierungsmittel zu einem negativen Zinssatz zur Verfügung, was allerdings ein einmaliger ökonomischer Vorgang wäre und mit Sicherheit auf Kritik zahlreicher Ökonomen stoßen würde.

Ob das Beschäftigungsziel durch die Fed erreicht werden kann, bleibt bisher noch im Unklaren. Aktuell liegt die Arbeitslosenquote bei 7,7 Prozent. Den Zusammenhang, die die Zentralbank ausnutzen will, ist durch das volkswirtschaftliche Konzept der Philipps-Kurve beschrieben worden. Die Philipps-Kurve beschreibt einen Trade-off zwischen der Inflationsrate und der Arbeitslosenquote. Stiegt die Inflation, sinkt die Arbeitslosigkeit. Die angesichts dieser erheblich expansiven geldpolitischen Maßnahmen vorprogrammierte Inflation ist daher ebenfalls in die Analyse der Geldpolitik mit einzubeziehen. Die Inflationsrate will die Fed nach oben bei 2,5 Prozent begrenzen. Ob mit dieser noch vergleichsweise moderaten Inflationserhöhung die Reduzierung der Arbeitslosenquote im angepeilten Umfang möglich ist, bleibt fraglich.


 
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