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Preisblasen auf Aktien- und Immobilienmärkten

Donnerstag den 15.11.2012

Fast wöchentlich erscheinen neue Statistiken, die Auskunft über die rasante Preisentwicklung von Immobilien geben. Vor allem in den deutschen Großstädten steigen die Immobilienpreise seit längerer Zeit kontinuierlich an. Der Wohnraum ist knapp, viele Städte gerade bei jungen Menschen beliebt. Vor allem Berlin, Hamburg, Köln und natürlich München gibt es echte Bewerbungsprozesse um Mietwohnungen mit Schlangen an potentiellen Mietern. Die hohe Nachfrage treibt die Vermögenspreise. Ob allerdings tatsächlich eine spekulative Vermögenspreisblase im deutschen Immobilienmarkt existiert, vermag kein Experte so genau zu sagen. Die wissenschaftlichen Erkenntnisse zur Entstehung, Verlauf und Platzen spekulativer Vermögenspreisblasen steckt noch in den Kinderschuhen – zumindest bezüglich des Immobilienmarkts.

Spekulative Blasen auf dem Aktienmarkt stehen hingegen weitaus stärker im Mittelpunkt wirtschaftswissenschaftlicher Forschung. Analytische Modelle gehen meist davon aus, dass sich der tatsächliche Aktienkurs aus einer fundamentalen und einer spekulativen Komponente zusammensetzt. Beide Komponenten entwickeln sich völlig isoliert voneinander, was die Gefahr der Bildung von Blasen sehr real erscheinen lässt. Theoretische Argumente für die Bildung von Aktienblasen sind ebenfalls bereits empirisch belegt.

Vordergründig können vier Ursachen für die Entstehung von Aktienpreisblasen angeführt werden. Zunächst können technologische Innovationen zur Bildung von Blasen führen. Durch Innovationen wie etwa die Biotechnologie oder das Internet wird häufig eine Euphorie für verwandte Branchen entwickelt und eine übermäßige Aktiennachfrage aufgebaut. Trifft diese auf ein kurzfristig unelastisches Aktienangebot, kann es zu fundamental nicht zu rechtfertigenden Preiserhöhungen kommen. Eine weitere Erklärung bietet ein Agency-Ansatz: So sind Fondsmanager dazu angereizt, in risikoreiche Investments zu investieren um hohe Renditen zu erzielen. Erzielt ein Fondsmanager hohe Renditen, lockt er damit weitere Gelder von Privatkunden an – der Umsatz der Fondsgesellschaft steigt. Auch dieser Anreiz, zu viele risikoreiche Investments zu tätigen, führt zu Blasenbildungen. Ein weiterer Grund ist die Verzerrung von Analystenmeinungen: Es ist empirisch nachgewiesen, dass Aktienanalysten zu häufig optimistische Kaufempfehlungen abgeben. Naive Privatanleger kaufen Aktien in der Hoffnung auf steigende Kurse und tragen mit zu einer nicht zu rechtfertigenden Aktienkursentwicklung bei.


 
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