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Banken müssen sich Vertrauen neu erarbeiten

Montag den 12.11.2012

Vertrauen ist für Banken einer der wichtigsten Faktoren für stabile und profitable Geschäfte – die unabdingbare Brücke zwischen Kunden und Bankhaus. Durch die Finanzkrise ist das Vertrauen in die Banken erheblich erschüttert worden. Vor allem die Gier vieler Banker, die zum Zusammenbruch von ganzen Investmentbanken in den USA geführt haben könnte, ist vielen Kunden ein Dorn im Auge. Schließlich investieren Banken das Geld der Kunden, um eine entsprechende Verzinsung erwirtschaften zu können. Durch die Finanzkrise hat in großen Teilen des Banksektors jedoch ein Umdenken eingesetzt. Mit freiwilligen Reformen und regulatorischen Auflagen sollen die Banken in ihren Praktiken gezügelt und ihre Tätigkeiten wieder stärker in den Dienst der Kunden gestellt werden. "Banken müssen sich ihr Vertrauen in erster Linie selbst verdienen", gibt jedoch nun Bundesbank-Vorstand Andreas Dombret zu bedenken.

Vertrauen kann man nicht von heute auf morgen herstellen – auch Dombret prognostiziert für dieses Unterfangen harte Arbeit. Seit der Finanzkrise sei jedoch schon einiges getan worden. Viele Altlasten in den Bilanzen seien abgebaut, die Bilanzsummen insgesamt gesunken und neue Vergütungssysteme in den Banken diskutiert und teilweise bereits in Kraft gesetzt worden. Auch die regulatorischen Anforderungen sind in vielen Bankhäusern bereits zur Zufriedenheit vieler Experten umgesetzt worden. Andreas Dombret, der an der Universität Münster studiert hat, fordert jedoch noch die Nachzügler auf, schnell die Deckung der höheren Eigenkapitalanforderungen sicherzustellen. Die Ausrichtung auf die Privatkunden sei darüber hinaus eines der wichtigsten Unterfangen. Andreas Dombret hebt die Funktion des Finanzsektors für die Realwirtschaft hervor.

Den Geschäftsmodellen vieler Investmentbanken steht damit ein echter Härtetest bevor. Ihre Geschäftspraktiken werden in Zukunft wohl kein Vertrauen mehr erzeugen können. Zwar sollten weiterhin wichtige Aufgaben wie etwa die Begleitung von Fusionen und Akquisitionen übernommen werden, allerdings zu weitaus humaneren Konditionen und Bedingungen. Der Dienst an der Realwirtschaft sollte in allen Handlungen wieder an der obersten Stelle stehen. Die Finanzierung von Staaten solle laut Dombret weiter in den Hintergrund treten.


 
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