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FSB: Deutsche Bank beeinflusst Stabilität des Finanzsystems

Montag den 5.11.2012

Systemrelevanz – ein Wort, das erst im Nachgang der Finanzkrise 2008 in den Wortschatz vieler Menschen aufgenommen wurde. Mit der Pleite der Investmentbank Lehman Brothers in den USA hatte sich 2007/2008 ein Dominoeffekt in Gang gesetzt, der nicht nur mehrere Geldinstitute sondern letztlich auch die Realwirtschaft in erhebliche Turbulenzen gestürzt hat. Wenn eine Bank in der Lage ist, derartige Effekte auszulösen und ein ganzes System in seiner Stabilität zu gefährden, ist sie systemrelevant. In der Regel gilt, dass die Systemrelevanz natürlich auch von der Größe einer Bank abhängt. Daher werden meist die großen Universalbanken mit diesem Attribut bewertet. Eine aktuelle Meldung von Reuters Deutschland zeigt ebenfalls wieder auf, dass große Universalbanken – wie etwa die Deutsche Bank (mit ihrem FestzinsSparen auch in unserem Festgeldvergleich vertreten) – das globale Finanzsystem weitaus stärker in Turbulenzen stürzen kann als dies separate Investmentbanken können.

Diese These vertritt zumindest der Finanzstabilitätsrat (FSB), der im Auftrag der G20-Staaten dafür sorgen soll, dass die systemrelevanten Banken ihren negativen Einfluss auf das globale Finanzsystem reduzieren. In einer Meldung des FSB wird beschrieben, dass die Deutsche Bank für die Stabilität des Systems besonders bedrohlich ist. Gleiches gilt allerdings auch für die amerikanische Citygroup, JPMorgan und das britische Bankhaus HSBC. Die Argumentation läuft darauf hinaus, dass die Banken neben dem Investmentbanking auch Privatkundengeschäft betreiben und somit möglicherweise beide Geschäftsfelder miteinander verknüpft werden. Hohe Verlust im Investmentbanking würden dann Probleme im Privatkundengeschäft verursachen und so direkt auf weitere Teile des Finanzsystems durchschlagen. Dieser Argumentation wäre zumindest konsequent, wenn man die Meinung des FSB zu Investmentbanken vernimmt: Goldman Sachs, die eine reine Investmentbank ist, wird nicht in der Liste der bedrohlichen Institute geführt.

Dies zeigt, dass die obige Argumentation möglicherweise nicht der Wahrheit entsprechen kann. Ein Bankenprofessor der Universität Stuttgart-Hohenheim führte beispielsweise an, dass es "abstrus" sei, Goldman Sachs nicht in dieser Liste zu finden. Die Finanzkrise habe mit Turbulenzen bei Investmentbanken begonnen und nicht bei Universalbanken. Schließlich kann eine Universalbank durch die Diversifikation ihrer Geschäftsfelder eine weitaus größere Stabilität entfalten.


 
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