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Schlummernder Boom in Deutschland

Freitag den 26.10.2012

Erst gestern warnte der ifo-Index durch einen weiteren Rückgang des Geschäftsklimas in deutschen Unternehmen vor einer zukünftigen Eintrübung der Konjunktur. Der Index basiert auf einer empirischen Untersuchung, der Umfragen unter einer großen Anzahl an Unternehmen in Deutschland zu Grunde liegt. Insofern spiegelt der Index schon handfest die gegenwärtigen Empfindungen der Verantwortlichen in der Wirtschaft wieder. Welche Schlüsse man aus diesen Ergebnissen zieht oder welche Prognosen man daraus für die zukünftige wirtschaftliche Entwicklung abliest, liegt wiederum im Auge des Betrachters. Und Ökonomen sind nicht gerade bekannt dafür, dass sie stringent eine gemeinsame Meinung vertreten. Daher kommt die jüngste Äußerung des Commerzbank-Chefvolkswirt Jörg Krämer nicht überraschend: "Wir gehen von einem schlummernden Boom in Deutschland aus."

Der Ifo-Index zeichnet ein negatives Bild. Auch die für jedermann ersichtlichen Unsicherheiten, die mit der europäischen Staatsschuldenkrise und der insgesamt schwächelnden Weltwirtschaft verbunden sind, unterstreichen ein negatives Szenario. Jörg Krämer sieht die gegenwärtige Situation zwar auch und schätzt sie auch realistisch ein. Seine Prognose für die Zukunft ist allerdings weitaus optimistischer: Der Volkswirt geht davon aus, dass die seit langem niedrigen Leitzinsen nun bald ihre erhofften positiven Wirkungen erzielen werden. Seiner Meinung nach, kehrt Deutschland bereits im Frühjahr des Jahres 2013 auf seinen Wachstumspfad zurück und wird sich bereits zur Jahresmitte 2013 mehr als stabilisiert haben. Ein Wirtschaftswachstum von zwei bis drei Prozent für das Jahr 2014 wird als realistisch angesehen. Zu dieser Entwicklung werden die sich erholende US-Wirtschaft und die sich wieder stabilisierende Wirtschaft Chinas entscheidend beitragen. Auch die Reformen in den südeuropäischen Ländern  könnten zu dieser Zeit erste Früchte tragen und diesen Kurs begünstigen.

Auch andere Kurse würden von dieser Entwicklung natürlich profitieren. Das sieht auch Krämer. Er geht davon aus, dass der Deutsche Aktienindex (DAX) ausgehend vom jetzigen Stand von 7200 Punkten noch mehr als 8 Prozent zulegen kann. Gegen Ende des Jahres wird ein DAX-Niveau von 7800 Punkten als durchaus möglich erachtet. Die Aktionäre würde dies freuen, auch da für die kommenden Jahre dann wieder mit steigenden Dividenden gerechnet werden könnte.


 
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