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Studie: Griechenland-Austritt verkraftbar

Donnerstag den 18.10.2012

Der Austritt Griechenlands aus der Eurozone galt lange Zeit als Tabu-Thema. Zwischenzeitlich wurde von Politikern jedoch immer wieder auf die Falschheit dieser Tabuisierung hingewiesen. Sogar Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler (FDP) wies noch vor nicht allzu langer Zeit darauf hin, dass auch ein Staatsbankrott Griechenlands und das Ausscheiden aus der gemeinsamen Währungsunion mit in Betracht gezogen werden solle. Inzwischen gibt es zu diesem Austrittsszenario konkretere Ermessungen, was die Konsequenzen anbelangt. So kommt eine Studie des Wirtschaftsunternehmens Prognos AG zu dem Ergebnis, dass ein Austritt der Helenen durchaus verkraftbar wäre. Auch ein Austritt Portugals aus der Europäischen Währungsunion (EWU) wäre vertretbar. Bei Italien würde es allerdings brenzlig.

Eine genaue Ziffer der Kosten des Austritts südeuropäischer Länder ist von der Prognos AG berechnet und mit stattlichen 17 Billionen Euro angegeben worden. Die Studie formuliert für den Fall des Ausscheidens von Griechenland eine Vertretbarkeit. Für das Ausscheiden von Ländern wie Spanien oder Italien beschreibt sie jedoch ein Szenario, „das mit den heutigen Maßstäben von Begriffen wie „Krise“ nicht zu messen“ sei. Die Eruptionen in Europa und der gesamten Weltwirtschaft wären gewaltig. Die Folgen wären wohl kaum realistisch abschätzbar.

Die Studie kommt zu diesem bedrohlichen Schluss, da sie nicht nur die Verluste der Gläubiger aufsummiert, sondern auch die Auswirkungen auf das Wachstum der 42 bedeutendsten Industrie- und Schwellenländer der Welt zu prognostizieren versucht. In einem ersten Schritt hat man auf Basis eines ökonometrischen Modells den Austritt Griechenlands untersucht. Dieses Szenario wirkt – in Anlehnung an die Aussagen Röslers – tatsächlich weitaus weniger bedrohlich als bisher vermutet. Simuliert man jedoch auch den Austritt Portugals, Spaniens und Italiens, sind die Auswirkungen schier katastrophal. Laut der Studie würden (ohne den Austritt Italiens) bereits insgesamt 7,9 Billionen Euro in den Ländern verloren gehen – 1,2 Billionen Euro davon in den Schwellenländern (BRIC-Staaten). Tritt auch Italien aus dem Euro aus, verdoppelt sich die Last auf etwa 17 Billionen Euro und damit 44 Prozent der jährlichen Wirtschaftsleistung der betroffenen Länder.


 
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