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Versicherungschef fordert Zerschlagung von Großbanken

Dienstag den 17.07.2012

Der Vorstandsvorsitzende des Versicherungskonzerns MunichRe, Nikolaus von Bomhard, ist heute mit einer vehementen Forderung in die Schlagzeilen geraten. Von Bomhard fordert die Zerschlagung von systemrelevanten Großbanken und betitelt Konzerne wie die Deutsche Bank oder die Commerzbank als "Konstruktionsfehler des Systems". Damit stößt der Chef des weltweit größten Rückversicherungskonzerns in die gleiche Kerbe wie politische Systemkritiker und den Akteuren, die als Reaktion auf die Finanzkrise seit Monaten ein Verbot von Groß- und insbesondere Investmentbanken fordern. Die eher populistisch klingende Forderung untermalt von Bomhard allerdings mit durchaus plausiblen Argumenten, so dass es sich hier sicherlich nicht um Populismus, sondern um eine fundierte Forderung und politische Handlungsempfehlung handeln könnte.

Grundsätzlich fordert der Konzernchef, dass es eine fundamentale Änderung am Finanzmarkt geben müsse. Der Ausspruch "too big to fail" sei grundfalsch und dürfte nicht der ausschlaggebende Punkt dafür sein, dass Banken von Staaten gerettet werden müssen. Im Rahmen der Finanzkrise 2008 waren Großbanken mit horrenden Summen von staatlichen Stellen gestützt worden, da ein Zusammenbrechen der betreffenden Institute heftige Auswirkungen auf Finanz- und Realwirtschaft gehabt hätten. Um diese Auswirkungen zu vermeiden, waren staatliche Rettungsprogramme und ein Bankrott dieser Institutionen quasi unumgänglich geworden. "Ich würde alles so klein machen, dass nichts mehr too big to fail ist", sagt von Bomhard. Ein Scheitern von Banken in Form von Konkurs und Bankrott müsse auch in Deutschland möglich sein. "Ich bin ein Anhänger des Trennbankensystems" fügt der Konzernchef hinzu und plädiert damit für eine Spaltung von Kredit- und Investmentgeschäft der Großbanken.

Wichtig sei es zudem, ein angemessenes Risikobewusstsein bei Investoren wiederherzustellen. Wer Risiken eingeht um Gewinne zu erzielen, soll die Gewinne in diesem Fall auch privatisieren dürfen. Wer allerdings Verluste aus Risiken erzielt, muss diese ebenfalls privatisieren und nicht an ein unbeteiligtes Kollektiv Dritter abwälzen, wie es im Rahmen der Finanzkrise teilweise geschehen ist. Die aktuelle Situation sei negativ für Versicherer und Sparer: Die aktuell extrem niedrigen Zinsen verhindern es, die notwendigen Gewinne am Kapitalmarkt zu erzielen, von der die Versicherungswirtschaft stark abhängig ist. Generell sieht sich von Bomhard nicht als Eurokritiker. Er fordert ein mehr an Europa.

Bildmaterial: © mrm63 – Fotolia.com


 
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