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Ratingagentur stuft europäische Banken herab

Samstag den 16.06.2012

Die Ratingagentur Moody’s hat das Rating für europäische Banken herabgesetzt. Nachdem Moody’s bereits einige Banken Spaniens und Zyperns herabgestuft hatte, sind nun auch niederländische Geldhäuser in den Fokus der Ratingagentur gerückt. Die aktuelle Abwertungswelle begründet die Agentur mit den schwierigen Entwicklungen im Rahmen der Schuldenkrise, dessen Auswirkungen auf die Banken derzeit noch nicht näher quantifizierbar sind, sowie die auch aus diesem Grund derzeit schwierigen Geschäftsbedingungen. Bereits kurz nach der Herabstufung niederländischer Banken warnt die Agentur vor weiteren Ratingsenkungen für Finanzinstitute.

Im Zentrum der Bonitätsabstufung in den Niederlanden stehen die Rabobank Nederland, die ING Bank, ABN Amro Bank und Leaseplan. Diese waren am Freitagmittag von Moody’s alle um zwei Ratingstufen herabgestuft worden. Die SNS Bank musste sich mit einer Abwertung um eine Stufe zufrieden geben. Weitere Abstufungen wird es nach Angaben von Moody’s in den Niederlanden wohl nicht geben. Der Ausstieg Griechenlands aus der Eurozone, über den wohlmöglich bereits bei den morgigen Parlamentswahlen erste Neuigkeiten entstehen könnten, würde zwar weitere Unsicherheiten mit sich bringen und vor allem zu Ausfällen in den Bankbilanzen führen. Dennoch sei auch unter Berücksichtigung dieser Vorkommnisse ein stabiler Ausblick für die niederländischen Banken angemessen. Nur der Ausblick für die ING Bank sei unter diesen Voraussetzungen negativ zu bewerten.

Ratingagenturen sind Unternehmen, die nach detailliertem Research und fundierten Analysen der Kreditwürdigkeitsprüfung eine Bonitätsbewertung von Unternehmen erstellen. Sie können den Anlegern als Hilfe dienen, das Risiko der Investition in ein Unternehmen (etwa einen Corporate Bond) näher zu quantifizieren. Damit erfüllen Ratingagenturen einen wichtigen Job und sind auch für die Entwicklungen an den Finanzmärkten wichtige Institutionen. Auch die Rendite vieler Finanzprodukte richtet sich nach der Bonitätseinschätzung der Agenturen. Schlechte Bonitäten gehen mit erhöhten Renditen aufgrund einer Risikokompensation einher. Gute Bonitäten sind in der Regel mit niedrigem Risiko und daher auch mit niedrigen Renditen korreliert. Im Zuge der Finanzkrise sind Ratingagenturen allerdings auch verstärkt in die Kritik geraten, da ihre Analysemethoden wenig transparent und auch die Beziehungen, in denen sie zu ihren Kunden (den Unternehmen) stehen, Fragen aufwerfen. Kritiker werfen ihnen vor, Ratings auch verkaufen zu können. Schließlich werden sie von zu bewertenden für ihre Leistung bezahlt.


 
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