1,00% p.a.



Schuldenkrise: Banken profitieren, Sparer verlieren

Dienstag den 12.06.2012

Die Finanzmärkte erlebten heute teilweise einen Höhenflug, der mit den aktuellen Entwicklungen in Spanien begründet werden kann. Der DAX stieg zwischenzeitlich kräftig an. Allen voran konnten die Bankaktien, vor allem die der spanischen Banken, erhebliche Kursgewinne verbuchen. Diese müssen sich fortan weniger Sorgen um ihre Stabilität machen, denn Spanien ist unter den europäischen Rettungsschirm geschlüpft, mit dem es ausschließlich seine Banken stützen wird. Diese sind zunächst das Hauptproblem in der aktuellen Zuspitzung der Krise. Damit kann das gravierendste Problem aktuell gelöst werden und zudem ein Reformprogramm, das den Nehmerländern sonst von Seiten der Europäischen Union auferlegt wird, umgangen werden.

Neben den zahlreichen negativen Meldungen rund um die Staatschuldenkrise gibt es auch positive Nachrichten, die genau widerspiegeln, was in Krisen häufig der Fall ist: Neben einer ganzen Reihe an Verlierern, gibt es auch einige Gewinner. So freuen sich derzeit vor allem deutsche Banken über steigende Kundeneinlagen, die der erheblichen Kapitalflucht aus den Krisenländern zu verdanken ist. Sparer und Anleger aus den instabilen Ländern verlagern ihr Kapitel in großen Mengen in Richtung Deutschland und zu deutschen Banken, die als sichere Häfen gelten – oder bei denen zumindest die aktuellen Krisenentwicklungen keine erheblichen Spuren hinterlassen könnten wie bei den heimischen Banken. So sind die Einlagen in Deutschland im Monat April 2012 um 4,4 Prozent im Vergleich zum gesamten Jahr angestiegen. Damit geht ein Großteil der Einlagen nach Deutschland. In den Krisenstaaten waren die Einlagen nämlich um 6,5 Prozent gesunken.

Insbesondere durch das Szenario, das Griechenland aus der Eurozone aussteigen könnte, hatte es erhebliche Bewegungen bei den Kundeneinlagen gegeben. Analysten und Bankenexperten sind sich sicher: Solange diese Spekulationen nicht vollends aus der Welt geschafft sind und auch die Schuldenkrise in Europa weiterhin fundamental ungelöst bleibt, werden die Kapitalströme in Richtung Deutschland anhalten. Die deutschen Banken profitieren derzeit von dem Überangebot an Einlagen, das nicht zuletzt auch in Kombination mit den ohnehin günstigen Refinanzierungskonditionen für Geschäftsbanken dazu führt, dass keine Sparzinsen mehr auf Einlagen gezahlt werden, mit denen sich noch eine Rendite erzielen lässt. Im besten Fall kann man so gerade noch einen Inflationsausgleich erreichen.


 
Zinspilot Banner 160x600