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Preisanstieg: keine Immobilienpreisblase in Deutschland

Montag den 30.04.2012

Angesichts der derzeit niedrigen Zinsen beim Tages- und Festgeld und den eher turbulenten Kursentwicklungen an den Börsen, informieren sich immer mehr Anleger auch über Investitionen am Immobilienmarkt. Die Immobilie ist als Realwert das klassische Asset, wenn es darum geht, einen adäquaten Inflationsschutz zu erreichen und langfristig eine Altersvorsorge aufzubauen. Doch auch am Immobilienmarkt kann es zu Problemen kommen. Nämlich dann, wenn es zu Übertreibungen und der Bildung von Preisblasen kommt. Laut dem Bundesverband der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken (BVR) ist dies aktuell jedoch nicht der Fall. Der Bundesverband gibt in einer Pressemitteilung bekannt, dass eine Immobilienpreisblase in Deutschland derzeit eher wenig wahrscheinlich ist, langfristig aber durchaus Risiken für mögliche Fehlentwicklungen bestehen. Diese Erkenntnis geht aus dem aktuellen Konjunkturbericht hervor, den der BVR regelmäßig erstellt.

Auch im Immobiliensegment sind in den letzten Monaten Preisanstiege festgestellt worden, die sich laut BVR derzeit allerdings noch im Rahmen des allgemeinen Preisanstiegs befinden und damit vertretbar sind. Vor allem im Vergleich mit den vergangenen zehn Jahren, in denen es zu einer stagnierenden Preisentwicklung bei Immobilien gekommen war, scheint der aktuelle Preisanstieg keinen Grund zu Sorge zu bereiten. Dennoch sei es wichtig, Risiken für die Finanzstabilität im Vorfeld zu minimieren und durch die Schaffung einer makroprudentiellen Aufsichtsstruktur vorbeugend zu wirken. Mit einer derartigen Aufsicht wird es möglich, Fehlentwicklungen künftig früher aufzudecken und stabilitätspolitisch aktiv zu werden, wenn Unregelmäßigkeiten festgestellt werden.

Um dies zu gewährleisten, kommt es vor allem darauf an, einen Pool an effizienten Instrumenten bereitzustellen, die schnell und wenn nötig auch sehr kurzfristig eingesetzt werden können, um Fehlentwicklungen entgegenzuwirken. Gleichzeitig darf dabei nicht aus den Augen verloren werden, dass insbesondere dadurch verursachte Nebenwirkungen möglichst klein gehalten werden sollen und die volkswirtschaftlich unabdingbare Versorgung der Wirtschaft mit Finanzdienstleistungen nicht behindert wird. Dieser Spagat ist schnell und leicht formuliert, in der Praxis aber eine große Aufgabe. Der Grat zwischen effizienter Aufsicht und Regulierung und dennoch weiterhin vorhandenen funktionsfähigen und effizienten Strukturen ist schmal und aus Sicht vieler Finanzdienstleister nicht immer einfach zu treffen.


 
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