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Spanien: Europäische Staatsschuldenkrise ist wieder Thema

Dienstag den 24.04.2012

Nachdem die Berichterstattung rund um die europäische Staatsschuldenkrise in den vergangenen Wochen langsam zurückgefahren wurde und die Nachrichtensendungen und Zeitungen nicht mehr permanent mit „Griechenland“-Aufmachern titelten, kehrt die Krise nun langsam ins Zentrum der öffentlichen Diskussion zurück. Nachdem Griechenland dank erheblicher Hilfskredite und Garantien über den Berg scheint, wird nun Spanien mehr und mehr zum Problemfall.

Die Lage in Spanien spannt sich zumindest so stark zu, dass viele deutsche Anleger bereits erhebliche Verluste bei spanischen Finanzaktien in Kauf nehmen mussten. Die Finanzindustrie Spaniens steht unter Druck, da auch hier nicht klar ist, inwiefern sie in spanische Staatsanleihen oder Anleihen anderer krisengebeutelter Länder investiert sind. Insbesondere die Banco Santander hatte noch vor kurzem viele Privatanleger aufgrund hoher Dividendenrenditen von bis zu 10 Prozent fasziniert. In renommierten Wirtschaftszeitungen wurde angesichts dieser Renditen und der guten Positionierung der Bank im amerikanischen Markt der Kauf dieser Aktie nahegelegt. Seit einigen Wochen hat der Kurs um teilweise fast mehr als 20 Prozent nachgegeben.

Der deutsche Aktienmarkt stagniert derzeit bei hoher Volatilität an den Märkten. Viele sprechen derzeit von einer "politischen Börse", da vor allem der Ausgang der französischen Präsidentschaftswahlen mit Spannung erwartet wird. Ob Frankreichs Präsident Sarkozy weitere fünf Jahre die Regierung führt, ist derzeit eine schwierige Frage. Viele Wahlprognosen gehen nicht von diesem Szenario aus. Dies hat bereits jetzt und würde auch in Zukunft weiterhin Einfluss auf die Entwicklung der Märkte ausüben.

Sarkozy ist einer der führenden politischen Figuren Europas und hat insbesondere in der Staatsschuldenkrise gemeinsam mit Bundeskanzlerin Merkel die Führung übernommen. In den letzten Jahren war das Band zwischen Deutschland und Frankreich, auch deswegen weil sich Merkel und Sarkozy persönlich sehr gut verstehen, so eng wie schon lange nicht mehr. Die beiden konservativen Politiker verstanden es durch koordinierte Aktionen Führung in Europa zu übernehmen und in der Staatsschuldenkrise zu manövrieren. Kann Sarkozy seine Präsidentschaft nicht fortsetzen, sind die Führung Europas und damit das Vertrauen der Finanzmärkte wahrscheinlich stark lädiert. 


 
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