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Basel III macht kleinen Banken zu schaffen: Sparer profitieren

Montag den 13.02.2012

Es ist eine Konsequenz, die sich aus der verheerenden Finanzkrise im Jahr 2008 ergeben hat: Die neuen Eigenkapitalvorschriften für Banken aus der Regelung Basel III. Damals hatte eine Immobilienpreisblase in den USA eine internationale Finanzkrise ausgelöst, die dann auch auf die Realwirtschaft übergegriffen hat. Auslöser waren dafür neben der zu stark expansiven Geldpolitik in den USA auch die laxe Kreditvergabe von US-Hypothekenkrediten. Diese Kredite wurden dann häufig zu strukturierten Produkten verbrieft. Die Verbriefungsprozesse nahmen einen so starken Lauf, dass im Endeffekt keine Bank mehr so genau wusste, welche Titel eigentlich in welchem Produkt steckten und wie die Bonität des jeweiligen Schuldners eigentlich zu bewerten war. Diese Produkte haben sich in den Portfolios systemrelevanter Banken angehäuft. Zudem war es für Banken möglich, Risiken außerhalb ihrer Bilanzen und ohne Eigenkapitaldeckelung aufzubauen. All dies ist eine unzureichende Regulierung des Finanzsektors, die als eine der Hauptursachen der Finanzkrise gilt.

Die Vorschriften aus Basel III müssen allerdings nicht nur die systemrelevanten Banken erfüllen, sondern alle Banken. Vor allem die genossenschaftlich organisierten Institute und die kleinen Privatbanken haben derzeit sehr an den neuen härteren Vorschriften zu knacken. Dies erzürnt viele Banker: Investmentbanken würden mit kleinen Kreditinstituten gleichgesetzt, obwohl die Risikostruktur eine völlig andere ist und die kleinen Banken nicht Auslöser der Finanzkrise gewesen seien. Die  harte Regulierung erlaube es in Zukunft nicht mehr, das Filial- und Privatkundengeschäft in dem Maße auszubauen, wie es die kleinen Banken vorhatten und die Kunden es sich wünschten.

Die härteren Eigenkapitalvorschriften haben für Sparer allerdings auch aktuell positive Effekte. Denn um sich frisches Eigenkapital zur Erfüllung der neuen Vorschriften zu verschaffen, greifen viele Banken auf Kundeneinlagen zurück und locken damit Sparer mit hohen Zinsen auf Tages- und Festgeld. Nur so ist der Zinsunterschied bei Tagesgeldkonten zum Leitzins der EZB zu erklären. Der harte Wettbewerb reicht von den Großbanken runter bis zu den kleinen Instituten. Auch genossenschaftliche Banken, die in aller Regel nicht mit hohen Sparzinsen glänzen, bieten derzeit teilweise bis zu 3 Prozent Zinsen auf Tagesgeld.


 
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