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Sachwerte und liquide Geldanlagen im Trend

Montag den 30.01.2012

Das Bruttogeldvermögen in Deutschland konnte im vergangenen Jahr wieder ein leichtes Plus verzeichnen. Das Wachstum ging im Vergleich zum Vorjahr allerdings rückläufig. Das Bruttogeldvermögen betrug damit zum Ende des letzten Jahres 4,74 Billionen Euro. Zu diesem leichten Plus haben insbesondere die privaten Haushalte beigetragen, deren Sparquote zwar leicht rückläufig war, das Sparvolumen allerdings dennoch gestiegen ist. Zu einem erhöhten Sparvolumen hat nicht nur die sehr gute Entwicklung des Arbeitsmarktes in Deutschland konkret beigetragen sondern auch die im Allgemeinen sehr gute konjunkturelle Entwicklung im letzten Jahr.

Das gestiegene Sparvolumen und die dadurch zusätzlich vorhandene Liquidität ist von Seiten der Anlegern allerdings nicht in Kapitalmarktprodukte wie Investmentfonds oder Aktien investiert worden, sondern eher bei den Banken gehalten worden. Etwa 40 Prozent des Bruttogeldvermögens ist bei den Banken deponiert worden. Kurzfristig verfügbare Anlageprodukte wie Tagesgeldkonten oder Festgeldkonten sind bei den Anlegern stark im Trend gewesen – der Schwerpunkt liegt in jedem Fall auf dem Faktor Liquidität. Vor dem Hintergrund der europäischen Staatsschuldenkrise, die enorme Unsicherheiten am Kapitalmarkt verursacht hat und weiterhin verursacht, ist diese Präferenz auch keine große Überraschung. Ein Trend hin zu Sachwerten ist in Anbetracht der expansiven Geldpolitik der Zentralbank in der Eurozone ebenfalls eher eine nachvollziehbare Entscheidung: die steigende Nachfrage nach Immobilien und eine insgesamt gute Entwicklung am Wohnungsmarkt bescheinigen einen Trend hin zur Anlage in Sachwerte. Dieser wird nicht nur aus inflationsabsichernden Erwägungen heraus bestritten, sondern sicherlich auch aufgrund des niedrigen Zinsniveaus.

Die Anbieter von Tages- und Festgeldkonten haben demnach im Jahr 2011 von großen Kundeneinlagen profitiert. Auch in diesem Jahr hat sich der Trend bisher fortgesetzt. Zuletzt veröffentlichte die Bank of Scotland die Meldung, sehr positive Entwicklungen beim Kundenstamm vollzogen und infolgedessen am Standort Berlin sogar weitere Mitarbeiter eingestellt zu haben. Inwieweit dieser Trend auch in der Gesamtschau dieses Jahres weiterhin anhalten kann, ist bisher ungewiss. Normalerweise orientieren sich die kurzfristigen Geldmarktzinsen und auch der Zinssatz für Tagesgeld am Leitzins der EZB, der aktuell auf einem sehr niedrigen Niveau liegt und daher eigentlich Zinssenkungen prognostiziert.


 
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