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Riskant Geldanlage: Anleihen mit über 600 Prozent Rendite

Donnerstag den 12.01.2012

Staatsanleihen sind im Zuge der europäischen Krise vermehrt in den Fokus privater Geldanleger gerückt. Früher waren Staatspapiere hauptsächlich akzeptierte Möglichkeiten, sein Geld sehr sicher anzulegen, was bedeutet, dass man nicht mit hohen Renditen rechnen konnte. Die europäische Schuldenkrise hat die Renditen einiger Staatsanleihen, wie etwa der von Spanien oder Portugal sowie Italien allerdings in die Höhe getrieben. Da Rendite und Risiko positiv korreliert sind, steigt mit steigender Rendite zwar auch das Risiko – für spekulationsfreudige Anleger scheinen Staatsanleihen dadurch aber geradezu richtig interessant geworden zu sein. Das Sprichwort „Wo Risiken sind, da sind auch Chancen“ gilt offensichtlich auch derzeit gerade bei griechischen Staatsanleihen.

Die Renditen auf griechische Staatspapiere sind in den vergangenen Monaten stark angestiegen. Der Renditeanstieg ist dadurch zu erklären, dass das Einhalten der Rückzahlungsverpflichtung seitens des griechischen Staates aufgrund seiner Haushaltssituation unwahrscheinlicher geworden ist. Wenn Anleger erkennen, dass sie ihr investiertes Geld wahrscheinlich nicht mehr über Tilgungs- und Zinszahlungen zurückerhalten werden, sind sie geneigt ihre Anleihe lieber vorzeitig zu verkaufen. Das Angebot am Anleihemarkt steigt dementsprechend, der Kurs der Anleihe sinkt. Da die Zinsen nominal fixiert sind, steigt die Rendite. Im Falle Griechenlands ist sie teilweise bis auf 30 Prozent gestiegen. Einige Privatanleger haben sich angesichts ihrer eigenen Risikoorientierung und angesichts der enormen Rendite offensichtlich nun dazu entschieden, diese Rendite mit einzustreichen.

Damit spekulieren die Anleger darauf, dass sie vom Forderungsverzicht im Rahmen einer Restrukturierung der Staatsschulden Griechenlands ausgenommen werden. Wenn der Schuldenschnitt greift, müssen die Anleger, die in griechische Staatspapiere investiert haben, auf einen Tilgungsbetrag verzichten, da dieser abgesenkt wird. Damit erleiden sie hohe Verluste. Private Anleger hingegen hoffen nun, dass Kleinanleger von einem Forderungsverzicht ausgenommen werden und die Last hauptsächlich von den institutionellen Anlegern, den Banken und Versicherungen, zu tragen sein wird. Ist dies der Fall, sind teilweise Renditen von über 600 Prozent aufs Jahr gerechnet drin. Werden hingegen alle Anleger gleichermaßen am Schuldenschnitt beteiligt, kann den Anlegern auch ein Totalverlust drohen.


 
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