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Rezessionsängste in Deutschland unbegründet

Dienstag den 27.12.2011

Wie bereits im Vorfeld der Weihnachtstage berichtet, sieht sich die deutsche Wirtschaft möglicherweise einem "Wintermärchen" entgegen. Nachdem der Begriff des "Sommermärchens" im Sommer 2006 in Verbindung mit der Fußball Weltmeisterschaft in Deutschland geprägt wurde, der sich ebenfalls mit einem wirtschaftlichen Aufschwung paarte, steht nach den Weihnachtstagen möglicherweise eine ähnliche Entwicklung vor der Tür. Die ersten Zahlen, die Auskunft über das Weihnachtsgeschäft im Einzelhandel geben, sind äußerst positiv. So konnte der Einzelhandel im Vergleich zum Vorjahr um 1,5 Prozent im Weihnachtsgeschäft zulegen. Der Konsum in Deutschland zeigt sich weiterhin stabil. Etwa 50 Prozent des Bruttoinlandsproduktes (BIP) sind auf den Konsum zurückzuführen.

Die Stabilität der Konsumgröße ist allerdings in Bezug auf konjunkturelle Zyklen auch nichts Ungewöhnliches. Schaut man sich die Berechnung des Bruttoinlandsproduktes von der Verwendungsseite her an, kann man feststellen, dass der Konsum eigentlich immer die stabilste Größe ist. Auf einen konjunkturellen Abschwung reagieren zu allererst die Exporte und damit der Außenbeitrag sowie im Anschluss daran die Investitionen. Dennoch liefert die stabile Konsumgröße allen Grund zur Hoffnung, dass eine Rezession in 2012 vermieden werden kann. Dies teilten zumindest auch Wirtschaftminister Philipp Rösler und der Chef des Sachverständigenrates Wolfgang Franz mit. Sie gehen davon aus, dass Deutschland im kommenden Jahr nicht in eine Rezession abdriftet.

In diesem Jahr wird ein Wachstum des Bruttoinlandsproduktes von 3 Prozent erwartet. Im kommenden Jahr wird dies Prognosen zufolge zwar weniger als halb so viel betragen, dennoch liegt Deutschland damit weiterhin auf einem sehr guten Niveau. Die deutschen Unternehmen zeigen sich weiterhin robust und international äußerst konkurrenzfähig. Im Vergleich zu vielen anderen Unternehmen in Europa haben sich deutsche Unternehmen ihre Wettbewerbsfähigkeit auch dadurch erhalten, dass sie schon früh auf die neuen Wachstumsmärkte in den Schwellenländern gesetzt haben und somit einen Nachfrageeinbruch erfolgreich umgangen sind. Beschränkt man sich zu stark auf europäische Industrien, in die man exportiert, kann man natürlich aufgrund der konjunkturellen Zyklen hier auch schnell von einem Nachfragerückgang in Europa geschädigt werden. Während eines Abschwungs in Europa kann aber weiterhin ein Boom in den Schwellenländern vorhanden sein und damit weiterhin positive Impulse liefern.


 
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