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Deutschland trotzt dem Abschwung

Mittwoch den 21.12.2011

Schon im Aufschwung nach dem Tief der Finanzkrise war Deutschland das Land, das mit den besten Wachstumszahlen vorausmarschierte und häufig gar als „Wachstumslokomotive Europas“ gefeiert wurde. Eine besonders robuste und innovative Wirtschaft, gepaart mit starker internationaler Konkurrenzfähigkeit sorgten dafür, dass im vergangenen Aufschwung die Arbeitslosenzahlen auf einen Minimumrekord sanken und deutsche Unternehmen so viel verdienten, dass sie Dividendenausschüttungen den Investitionen vorzogen. Auch im jetzt drohenden Abschwung zeichnet sich ab, dass Deutschland sich wiederum positiv hervortun könnte.

Der gestern veröffentlichte Ifo-Geschäftsklimaindex ist ein wichtiger Frühindikator, der auf der Befragung von etwa 7000 Unternehmen eine Lageeinschätzung zum aktuellen und zukünftigen Geschäftsklima widerspiegelt. In diesem Monat ist der Index nun schon das zweite Mal gestiegen und spiegelt damit für die kommenden sechs Monate günstigere Geschäftserwartungen als gegenwärtig wider. Dies symbolisiert, dass Deutschland sich dem Abschwung der übrigen westeuropäischen Länder erfolgreich entgegenstellt. "Deutschland scheint dem zu trotzen", kommentiert auch Hans-Werner Sinn, der Chef des Ifo-Instituts in München. Nicht nur das Münchner Ifo-Institut prognostiziert die zukünftige Geschäftsklimasituation.

Auch andere renommierte Forschungsinstitute geben Einschätzungen ab und kommen allgemein zur Stützung der Aussagen des Ifo-Instituts. Allerdings liegen die Prognosen für die Wachstumsraten im kommenden Jahr durchaus weit auseinander. Während das private Forschungsinstitut Kiel Economics ein sehr optimistisches Wachstum von 1,2 Prozent voraussagt, ist es beim IWH nur ein Wachstum von 0,3 Prozent. Die Einschätzungen der Deutschen Bundesbank sind ähnlich pessimistisch in diesem Bereich und haben die neuen Ergebnisse des Ifo-Instituts bisher noch nicht mit berücksichtigt.

Wichtigster Aspekt, der die Konjunkturlage in 2012 im Wesentlichen beeinflussen wird, ist die europäische Schuldenkrise. Diese bringt für Unternehmen unzählige Unwägbarkeiten und Risiken mit sich. Die Refinanzierungsbedingungen, die derzeit von der EZB aber auch im Rahmen der Schuldenkrise für Deutschland und seine Unternehmen nicht günstiger sein könnten, tragen jedoch dieses Mal im positiven Sinne mit dazu bei, dass Deutschland den drohenden Abschwung möglicherweise recht gut absorbieren kann.


 
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