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Geldanlage in turbulenten Zeiten

Montag den 5.12.2011

Geldanleger müssen in diesem Jahr schwere Zeiten durchmachen. Die Börsen sind volatiler denn je. Viele mussten heftige Kursverluste aufgrund der Unsicherheiten rund um die Euro-Schuldenkrise hinnehmen und konnten auch von den Kursanstiegen in den vergangenen Tagen wenig profitieren. Insider hingegen müssen sich aktuell vorwerfen lassen, erheblich von der Volatilität der Kurse Gebrauch gemacht zu haben. So muss sich Siemens momentan erklären, weshalb die Manager des Konzerns in diesen schwierigen Zeiten mehrere volumenstarke Kauf- und Verkaufsoperationen durchgeführt haben und dabei keine schlechten Gewinne eingefahren haben.

Für den privaten Anleger ist es aktuell sehr schwierig: Viele Haushalte trauen sich nicht mehr in Aktien zu investieren und meiden die Börse vollständig. Analysten raten zwar teilweise immer wieder dazu jetzt bei sehr stark unterbewerteten Aktien zuzugreifen und die Gunst der Stunde zu nutzen. Doch die Skepsis scheint zu überwiegen, denn schließlich ist die Eurokrise weder gelöst noch ist eine robuste Lösung in Sicht. Auch die "sicheren" Anlagemöglichkeiten bei Banken geraten immer mehr ins Hintertreffen. So sind die meisten Festgeldprodukte, die für eine Laufzeit von beispielsweise 5 Jahren nur einen Zins von 1,3 Prozent bieten hinreichend unattraktiv. Schließlich gleichen sie noch nicht einmal den Kaufkraftverlust durch die Inflation aus. Letzte Woche ist es zum ersten Mal vorgekommen, dass auf einen Bundesschatzbrief sogar ein negativer Zins gezahlt wurde. Die Anleger erhalten also weniger Geld zurück, als sie vorher gegeben haben. Gebühren und Inflation sind hier noch nicht einmal mit berücksichtigt.

Was sagt das aus? Die Aussage ist, dass viele Anleger offensichtlich kleinere Verluste gern in Kauf nehmen, wenn sie dafür die Sicherheit bekommen, nicht alles zu verlieren. Eine beachtliche Situation. Weiter in der Gunst stehen aktuell auch Tagesgeldkonten. Diese galten immer schon als "sichere" Anlage, bieten ein Höchstmaß an Liquidität und zumindest einen inflationsausgleichenden Zins mit marginaler zusätzlicher Rendite. Dennoch stellen sich auch hier viele die Frage: Wie sicher sind die Einlagen auf den Tagesgeldkonten? Letztlich hängen auch sie wiederum von der Bonität und Stabilität der Banken ab.


 
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