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Banken-Stresstest Ergebnisse nicht veröffentlichen?

Sonntag den 17.07.2011

Haben die Banken in Deutschland Angst vor dem neuen EU Banken-Stresstest? In einem Interview mit dem Deutschland-Funk machte der Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes deutscher Banken, Michael Kemmer, deutlich: "Es wäre sehr sinnvoll, wenn die Bankenaufsicht im Einzelnen mit jeder Bank über das Ergebnis des Stresstests sprechen würde und die ganzen Dinge nicht auf dem offenen Markt ausgetragen werden".

Was auf einen Seite danach klingt, als wolle man die Ergebnisse nicht so hochkochen, dass Spekulanten dann ihren Unsinn damit treiben – hat auf der anderen Seite einen leicht bitteren Beigeschmack. Denn es würde bedeuten, die eigenen Kunden und Anleger im Unklaren darüber zu lassen, wie es tatsächlich um die eigene Bank bestellt ist.

Doch genau das ist es, was wichtig ist. Schon im vergangenen Jahr hat eine Bankenschließung für viel Unmut bei den Anlegern gesorgt. Die noa bank war von der BaFin dicht gemacht, das Geld der Sparer eingefroren worden. Für viele der Kunden der Bank war dies zu spät gekommen. Viel früher hätte eine offizielle Warnung erfolgen müssen, dass die Bank möglicherweise vor dem Aus steht. Diese kam jedoch nicht, und viele Anleger hatten hohe Summe bei der noa als Tagesgeld oder Festgeld liegen – weil die Bank mit hohen Zinsen geworben hatte.

Die Ergebnisse eines neuen EU Banken-Stresstest, der auch wirklich in die Tiefe geht und nicht nur verwässerte Ergebnisse bringt wie der Stresstest von 2010 ist deshalb wichtig – nicht nur für die deutsche Bankenaufsicht, sondern auch für die vielen Sparer im Land.

Denn ohne das Wissen, wie es um die eigene Bank bestellt ist und um die Banken, zu denen man sein Geld bringen möchte, wird die Verunsicherung nur noch mehr wachsen. Viel wichtiger wäre eine Transparenz, die allen dient, Kunden wie Banken und die nach außen Klarheit darüber verschafft, wie es wirklich aussieht auf dem deutschen Bankenmarkt.


 
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