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270 Milliarden Euro mehr – EZB verlängert Anleihenkäufe

Freitag den 27.10.2017

„Die EZB halbiert die Anleihenkäufe!“ – So oder so ähnlich lauteten die Überschriften vieler Online-Medien am Donnerstag nach der Sitzung der Europäischen Zentralbank (EZB). Sie vermitteln leider nur die halbe Wahrheit.

Anleihenkäufe werden erweitert

Richtig ist: Die EZB wird ab Januar 2018 nicht mehr wie bisher Anleihen in einem Volumen von 60 Milliarden Euro pro Monat erwerben, sondern das monatliche Volumen auf 30 Milliarden Euro herunterschrauben. Zugleich soll das Anleihenkaufprogramm jedoch um neun Monate verlängert werden. Statt wie geplant bis Ende 2017 wird es nun bis September 2018 laufen.

Neun weitere Monate kommen demnach Anleihen im Wert von je 30 Milliarden Euro hinzu. Insgesamt ergeben sich dadurch zusätzliche Anleihenkäufe in einem Volumen von 270 Milliarden Euro. Zudem kann es sein, dass die EZB das Programm auch nach September 2018 weiterführt.

Wirtschaftswachstum soll angekurbelt werden

Die EZB verfolgt mit ihren Anleihenkäufen das Ziel, das Wirtschaftswachstum in der Eurozone anzukurbeln. Das Programm wurde Anfang 2015 gestartet und sollte ursprünglich nur bis September 2016 laufen. Es wurde dann zunächst bis März 2017 und anschließend bis Dezember 2017 verlängert.

Außerdem hatte die EZB zu Beginn nur Staatsanleihen gekauft. Seit Juni 2016 erwirbt sie auch Unternehmensanleihen. Ob das Programm wirkt, ist umstritten.

Vor dem Bundesverfassungsgericht wurde zudem Klage gegen das Programm eingereicht. Es besteht der Verdacht, dass es sich um unerlaubte Staatsfinanzierung handelt. Das Bundesverfassungsgericht hat inzwischen den Europäischen Gerichtshof eingeschaltet. Ein Urteil steht noch aus.

Sparer warten auf Zinswende

Als weitere Maßnahme, um das Wirtschaftswachstum anzukurbeln, hält die EZB den Europäischen Leitzins bei 0,0 Prozent. Für Sparer hat das zur Folge, dass Anlageformen wie Tages- und Festgeld kaum mehr Zinsen abwerfen. Attraktive Angebote gibt es oft noch im europäischen Ausland. So bietet das Flexgeld24 der französischen Oney Bank derzeit 0,65 Prozent Zinsen p.a. Beim Festgeld der rumänischen Alpha Bank Romania erhalten Sparer für eine Laufzeit von 12 Monaten 1,33 Prozent Zinsen p.a. (Stand jeweils 27.10.2017)


Weiterführender Link

Tagesgeldvergleich.net – Quantitative Easing


 
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