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EZB-Direktorin Lautenschläger will Rückkehr zur normalen Geldpolitik anbahnen

Dienstag den 1.08.2017

Sabine Lautenschläger, die Direktorin der Europäischen Zentralbank, sprach sich dafür aus, die Abkehr von der ultralockeren Geldpolitik anzubahnen. Obwohl die Inflationsrate in der Euro-Zone das Ziel von knapp 2,0 Prozent noch nicht erreicht hat, sei es nun an der Zeit, den Ausstieg vorzubereiten. Man müsse darüber nachdenken, wie die Abkehr von der aktuellen Politik der EZB vollzogen werden könne.

Ausstieg rechtzeitig vorbereiten

Je länger die expansive Geldpolitik der EZB anhalte, desto größer würden die Risiken, die positiven Effekte schwächten sich hingegen ab, äußerte Lautenschläger in einem Interview mit dem „Mannheimer Morgen“. „Es ist also wichtig, den Ausstieg rechtzeitig vorzubereiten.“

Zwar sei das Ziel der EZB – eine Inflationsrate von knapp 2 Prozent – noch nicht erreicht, trotzdem müsse man sich Gedanken machen, wie man wieder zur Normalität zurückkehren könne. „In welchem zeitlichen Rahmen, mit welchen Instrumenten in welcher Abfolge? In welchen Schritten und wann fahren wir die Anleihekäufe zurück?“

Experten wie der Präsident des Bankenverbandes, Dr. Hans-Walter Peters, äußern sich positiv über Signale wie diese. „Es ist zu begrüßen, dass die EZB inzwischen erste verbale Schritte in Richtung eines allmählichen Ausstiegs aus der extrem expansiven Geldpolitik erkennen lässt.“

Inflation in der Eurozone bei 1,3 Prozent

Die laxe Geldpolitik der EZB hat unter anderem dazu geführt, dass der Europäische Leitzins derzeit bei 0,0 liegt – so niedrig wie nie zuvor. Das hat Auswirkungen für die Sparer, die auf klassische Anlagen wie Tages- oder Festgelder kaum mehr Zinsen bekommen. Ebenfalls Teil der aktuellen EZB-Politik sind Anleihenkäufe in großem Stil. Diese haben inzwischen ein Volumen von 2,01 Billionen Euro erreicht.

Seit Ende 2016 hat die Inflation in der Eurozone zwar deutlich angezogen, zwischenzeitlich wurden sogar 2,0 Prozent erreicht. Doch in den letzten Monaten legten die Preise nicht mehr so stark zu. Nach einer Schätzung von Eurostat liegt die Inflationsrate im Juli 2017 wie bereits im Juni bei 1,3 Prozent.

1,7 Prozent Inflation in Deutschland

Immerhin in Deutschland fiel die Preissteigerung im Juli 2017 stärker aus als erwartet. Schätzungen gehen von 1,7 Prozent aus. Vor allem die Lebensmittelpreise zogen an. Positiv ist zudem, dass in der gesamten Eurozone die Kernteuerung um 0,1 Punkte auf 1,2 Prozent wuchs. Die Kernteuerung vernachlässigt beispielsweise die Energiepreise, welche besonders stark schwanken.

Das und die Äußerungen Lautenschlägers machen Hoffnung, dass der Europäische Leitzins in nicht allzu ferner Zukunft angehoben wird und in Folge auch die Zinsen für Tages- und Festgelder steigen. Wer nicht so lange warten möchte, findet zum Beispiel bei der East West Direkt ein Tagesgeld, das mit 0,75 Prozent p.a. attraktiv verzinst wird. Auch das Festgeld der Addiko Bank mit 1,0 Prozent Zinsen p.a. für 12 Monate Laufzeit überzeugt in unserem Test.


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