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Schweden bald Teil der Europäischen Bankenunion?

Donnerstag den 13.07.2017

Der Brexit macht die Europäische Bankenunion attraktiver. So sieht das jedenfalls die schwedische Regierung. In dem skandinavischen Land denkt man laut über einen Beitritt zur Europäischen Bankenunion nach. Schweden ist zwar Teil der Europäischen Union, als Währung gilt jedoch weiterhin die Schwedische Krone; eine vertiefte Währungszusammenarbeit mit der EU gibt es bisher nicht.

Bringt die Europäische Bankenunion Vorteile für Schweden?

Wie das Handelsblatt berichtet, sagte der für Finanzmärkte zuständige Minister Per Bolund in einem Interview, man wolle einen Beitritt zur Bankenunion der EU eingehend prüfen. „Wenn die Untersuchung klar ergäbe, dass ein Beitritt für ein Land wie Schweden große Vorteile brächte, dann wäre er nicht ausgeschlossen.“

Bolund führt im Interview zwei Gründe für die Überlegungen an: Zum einen den geplanten Austritt Großbritanniens aus der EU, zum anderen wird die schwedische Großbank Nordea ihre Tochtergesellschaften in Dänemark, Finnland und Norwegen zusammenschließen, wodurch die Banken dort zu einem Teil der Muttergesellschaft werden. Als Folge vergrößert sich auch der schwedische Bankensektor.

„Das bedeutet, dass es Gründe geben könnte, das Risiko mit anderen Ländern zu teilen“, so Bolund. Ob damit in Schweden auch der Euro eingeführt würde, ist zweifelhaft. 2003 stimmte eine Mehrheit der Bürger mit „Nein“, als es um diese Frage ging. Die Meinung der Bürger hat sich seither nicht geändert.

Auch Dänemark denkt über Beitritt zur Europäischen Bankenunion nach

Mit Dänemark denkt außerdem ein zweites skandinavisches Land über einen Beitritt zur Europäischen Bankenunion nach. Dänemark ist seit 1973 in der EU/EWG. Landeswährung ist die Dänische Krone. Aufgrund von Ausnahmeregelungen ist das Land ebenfalls nicht Teil der Bankenunion.

Auch in Dänemark verspricht man sich vom Brexit Bewegungen auf dem europäischen Finanzmarkt, von denen nicht zuletzt Kopenhagen als Finanzzentrum profitieren könnte. Außerdem plant Nordea neben der Fusionierung auch einen Umzug nach Dänemark oder Finnland. Ein Beitritt Dänemarks zur Europäischen Bankenunion würde das Land als Standort für die Bank attraktiver machen.

Bisher nur Länder der Euro-Zone in der Europäischen Bankenunion

Die Europäische Bankenunion soll Europas Banken besser vor Krisen schützen. Derzeit sind nur Länder der Euro-Zone darin. Man zeigt sich aber offen für andere EU-Staaten.

Auch Sparer profitieren von der Europäische Bankenunion. So können sie attraktive Festgeldangebote wie das der portugiesischen Banco BNI oder der französischen Oney Bank nutzen und sich auf die gesetzliche Einlagensicherung von 100.000 Euro pro Kunde verlassen.


Weiterführende Links

Handelsblatt – Schweden will in die EU-Bankenunion

NZZ – Dänemark und Schweden liebäugeln mit der EU-Bankenunion


 
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