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Finanzminister Schäuble glaubt an das Ende der lockeren Geldpolitik

Donnerstag den 11.05.2017

Die ultralockere Geldpolitik ist vielen ein Dorn im Auge. Nicht zuletzt Sparer wünschen sich wieder höhere Zinsen. Auch Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble hält es für an der Zeit, die Zinswende langsam einzuläuten. Er ist überzeugt, dass dies bald passieren wird.

Schäuble sieht Stabilitätsgefahren

Wie das Handelsblatt berichtet, geht der Finanzminister Wolfgang Schäuble davon aus, dass die Europäische Zentralbank (EZB) bald von ihrer ultralockeren Geldpolitik abkehren wird. „Die Zinsentwicklung wird ja auch wieder demnächst anfangen, sich zu normalisieren“, äußerte er sich auf einer CDU-Veranstaltung in Berlin.  Er fügte hinzu: „Das kann man ja auch aus der Kommunikation der EZB schließen.“[1]

Die ultralockere Geldpolitik der EZB trägt dazu bei, dass sich die Zinsen seit Jahren auf einem Tiefstand befinden. Sollte diese Politik anhalten, fürchtet Schäuble Gefahren für die Stabilität.

Inflationsrate mit Schwankungen

Ziel der ultralockeren Geldpolitik der EZB ist es, die Wirtschaft anzukurbeln. Angestrebt wird eine Inflationsrate von knapp zwei Prozent in der Euro-Zone.

Zuletzt kam die Inflationsrate der 2 Prozent Marke oft Nahe oder erreichte sie sogar. Lag sie im November 2016 noch bei 0,6 Prozent, zog sie im Folgemonat auf 1,1 Prozent an. Im Januar 2017 folgte ein weiterer Anstieg auf 1,8 Prozent, im Februar sogar auf 2,0 Prozent. Im März brach sie dann allerdings überraschend stark auf 1,5 Prozent ein.

Die EZB verteidigt ihr Festhalten an ihrem bisherigen Kurs unter anderem damit, dass noch nicht absehbar sei, ob der Trend bei der Inflation langfristig anhalte. Die Daten vom April werden den Kritikern jedenfalls wieder Aufwind geben. Eurostat schätzt die Inflationsrate im Euro-Raum für April auf 1,9 Prozent.[2]

US-Notenbank FED hat Leitzins bereits angehoben

In den USA wurde die Zinswende bereits eingeläutet. Die US-Notenbank FED hob den Leitzins zuletzt im März auf 0,75 bis 1,0 Prozent. Der Schritt wurde wegen der guten Beschäftigungslage weitestgehend positiv aufgenommen.

Es wird zudem spekuliert, dass die FED den Leitzins in diesem Jahr noch zwei weitere Male anheben wird. Mit der nächsten Erhöhung wäre demzufolge im Juni zu rechnen. Die Notenbank hat sich jedoch noch nicht festgelegt. Der Konjunkturausblick sei jedoch positiv. [3]

Sparer in Deutschland müssen weiter auf eine Erhöhung des Europäischen Leitzinses warten. Doch auch jetzt finden sich noch Angebote, die ordentliche Zinsen vorweisen können. So gibt es beim Alpha Bank Romania Festgeld derzeit 1,50 Prozent p.a. Zinsen bei einer Laufzeit von 24 Monaten.


Weiterführende Links

[1] Handelsblatt – „Die Zinsentwicklung wird sich Normalisieren“

[2] Statista – Inflationsrate Euro-Zone

[3] FAZ – Fed hält Tür für Zinserhöhung im Juni offen


 
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